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Kapitel 658

Author: Major_Canis
„Ich hole dich ab, sobald ich fertig bin“, sagte Cale und schnallte sich ab, um Lydia die Tür zu öffnen. Andrew folgte ihrem Wagen dichtauf, wachsam wie immer.

Auch an diesem Tag sollte Andrew Lydia durch Berlin begleiten. In nur zwei Tagen gingen ihre Flitterwochen zu Ende, und Lydia machte deutlich, dass sie jeden verbleibenden Moment hier auskosten wollte.

Ein leises Schuldgefühl nagte an Cale. Doch Lydia beruhigte ihn wie immer ohne Zögern. Mehr als einmal versicherte sie ihm, dass sie geg
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    „Hat Ihnen der gestrige Besuch im Pergamonmuseum nicht gereicht?“, fragte Andrew in heiterem, unbeschwertem Ton.Es machte ihm nichts aus, sie überallhin zu begleiten. Immerhin blieben dem Paar nur noch zwei Tage bis zur Heimreise. Als guter Reiseleiter wollte er dafür sorgen, dass Lydia diese Zeit bestmöglich nutzte. Was sie auch brauchte, er wollte es ihr ermöglichen.„Das kann man so sagen“, erwiderte Lydia ruhig und ließ den Blick zum Fenster schweifen. Nach fast zwei Stunden Bummeln im Einkaufszentrum wirkte die Fahrt beinahe wohltuend.Viel kaufte sie nicht. Nichts weckte wirklich ihr Interesse.Ihre Gedanken waren längst woanders. Wieder im Museum. Bei einer stillen Hoffnung, die sie sich selbst nicht recht erklären konnte.Wenn ihr Gefühl sie nicht täuschte, war Naomi an diesem Tag bei der Arbeit.Dann konnte sie sie wiedersehen.„Darf ich Ihnen ein anderes Museum empfehlen?“, bot Andrew an.„Nein“, sagte Lydia und schüttelte leicht den Kopf. „Empfehlen Sie mir lieber e

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    Lukas hob den Kopf und sah ihn prüfend an. „Glauben Sie, dass die beiden sich begegnet sind?“„Es könnte Zufall sein“, erwiderte Cale knapp. Doch seine Unsicherheit ließ sich nicht ganz verbergen.Er stellte nicht gern Vermutungen an.Aber er ließ auch keine Möglichkeit außer Acht.„Prüf das“, befahl er.Lukas nickte sofort. „Ich kann die Aufnahmen der Überwachungskameras besorgen. Es dauert nur ein wenig.“„Jetzt“, unterbrach Cale ihn bestimmt. „Ich mag keine Verzögerungen.“Lukas verlor keine weitere Sekunde und telefonierte mit mehreren Kontakten, die ihm helfen konnten. Glücklicherweise waren seine alten Verbindungen aus seiner Zeit bei der Berliner Stadtverwaltung noch immer nützlich. Damals, bevor er als Cales Assistent zur Auslandsniederlassung der TnC-Gruppe wechselte.Es dauerte nicht lange.Schon bald erschienen auf dem Bildschirm Aufnahmen aus dem Museum. Sie wechselten von einem Gang zum nächsten, bis eine Ansicht stehen blieb.Ein Flur vor den Toiletten.Und dor

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    „Ich hole dich ab, sobald ich fertig bin“, sagte Cale und schnallte sich ab, um Lydia die Tür zu öffnen. Andrew folgte ihrem Wagen dichtauf, wachsam wie immer.Auch an diesem Tag sollte Andrew Lydia durch Berlin begleiten. In nur zwei Tagen gingen ihre Flitterwochen zu Ende, und Lydia machte deutlich, dass sie jeden verbleibenden Moment hier auskosten wollte.Ein leises Schuldgefühl nagte an Cale. Doch Lydia beruhigte ihn wie immer ohne Zögern. Mehr als einmal versicherte sie ihm, dass sie gegen seine beruflichen Verpflichtungen nichts einzuwenden hatte. Sonst hätte sie sich längst beschwert.„Ich warte auf dich“, erwiderte Lydia mit einem strahlenden, unbeschwerten Lächeln und legte ihre Hand in seine.„Viel Spaß“, murmelte Cale und küsste sie sanft auf die Stirn. Die neugierigen Blicke der Passanten kümmerten ihn nicht. Dann sah er Andrew an, und sein Ton wurde bestimmt. „Bleiben Sie bei ihr, egal, wohin sie geht. Und halten Sie mich auf dem Laufenden, falls etwas ist.“„Ja, Her

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    Und doch ...Lydia erkannte auch, dass seine bestimmende Art nicht unbedingt etwas Schlechtes war.Sie warf einen Blick auf ihre Armbanduhr. Das Abendessen sollte in etwa zehn Minuten kommen. Außer dem von Cale empfohlenen Lachssteak standen ein paar leichte Gerichte auf ihrer Bestellung. Gerade genug für sie beide und nichts, was zu schwer im Magen lag.Dann öffnete sie beinahe gedankenverloren ihren Nachrichtenverlauf mit Althea. Einige Nachrichten waren noch ungelesen oder unbeantwortet. Sie nutzte die Gelegenheit, und ihre Finger flogen über den Bildschirm.[Lydia.M]: Die Reise gefällt mir. Heute habe ich ein Museum besucht. Und ja, Cale und ich sind natürlich gemeinsam hier – auch wenn die Arbeit immer wieder dazwischenkommt.Die Antwort kam fast augenblicklich.[Althea]: Das habe ich mir gedacht. Typisch Cale. Aber dir geht es gut, oder?Ein schwaches Lächeln umspielte Lydias Lippen.[Lydia.M]: Mir geht es gut. Wirklich gut.Sie hielt kurz inne, dann fügte sie hinzu:[L

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    „Du ... willst es mir nicht sagen?“, fragte Lydia.Sie wartete geduldig und ließ ihm Zeit. Doch seit ihrer Frage schwieg Cale, als könnte er sie einfach übergehen.„Du musst nicht ... über jedes Versprechen Bescheid wissen“, sagte er knapp.Die Antwort machte Lydia fassungslos.„Was?“ Sie rückte auf ihrem Sitz zurecht und wandte sich ihm ganz zu. „Was soll das denn für eine Antwort sein?“Cale atmete langsam aus. Aus dem Augenwinkel sah er deutlich, wie aufgebracht seine Frau war. Sie verlangte die Wahrheit über sein Versprechen an die Familie Hartmann.Nein.Davon musste sie nichts wissen.Noch nicht.Er wollte es ihr sagen, sobald keine Gefahr mehr bestand.Ja.So wollte er es vorerst halten.„Du willst es mir also wirklich nicht sagen?“, fragte Lydia erneut. Sie verschränkte die Arme vor der Brust und sah ihn unverhohlen verärgert an.„Nein“, antwortete Cale tonlos.„Du bist unmöglich“, fauchte Lydia.„Ich weiß.“Den Rest der Fahrt zum Hotel verbrachten sie in einem

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