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VERONICA

Auteur: STEAMY WRIITE
last update Date de publication: 2026-08-20 18:42:16

„Sie hat ihre Gabe beim Kuss nicht eingesetzt. Das heißt wohl, dass man sie intimer berühren kann – aber eben nur, wenn sie es selbst zulässt.“

„Gut zu wissen. Aber versuch bitte, sie nicht gleich wieder zu vergraulen. Ich mag sie; sie fasziniert mich.“ Ich beobachte, wie sie den Kopf nach hinten wirft und herzlich auflacht.

„Sie fasziniert uns alle. Schade nur, dass sie getrennt von uns schlafen wird.“ Tja, das glauben sie zumindest.

Die Nacht ist endlich vorbei, und wir setzen Emz bei ihr zu Hause ab. Unter Tränen nehmen wir Abschied. Ich schärfe ihr ein, dass ich nur einen Anruf weit entfernt bin, egal was ist. Meine beste Freundin nicht mehr an meiner Seite zu wissen, tut weh. Ohne sie fühle ich mich gleich noch ein ganzes Stück verletzlicher.

Ich war noch nie von ihr getrennt; sie hat sonst immer nur einen Katzensprung von mir entfernt gewohnt.

Wir halten vor einem gigantischen Tourbus. Ich steige aus der Limousine und sehe mich suchend um, wo denn mein Bus bleibt. Mir wurde versprochen, dass ich bei den Roadies mitfahre. Ich hatte nämlich absolut keine Lust, mir einen Bus mit vier Rockstars zu teilen – erst recht nicht, wenn sie sich nach den Shows Mädels für die Nacht mitbringen.

Ich habe nämlich herzlich wenig Bedürfnis, mir beim Einschlafen das Bettgeflüster und Stöhnen der Band anzuhören.

„Wo ist mein Bus?“, frage ich die Jungs.

„Teilst du dir den Bus denn nicht mit uns?“, hakt Caspian nach.

„Ja, solltest du nicht eigentlich ein Auge auf uns haben?“, wirft Slate ein.

„Finn und ich haben ausgemacht, dass ich bei den Roadies mitfahre. Ich will schließlich nicht live dabei sein, wenn ihr mit euren Groupies anbandelt.“ Ich verschränke trotzig die Arme vor der Brust.

„Du würdest dir lieber einen Bus mit den Roadies teilen als mit uns?“ Zeke presst sich theatralisch die Hand auf die Brust und tut so, als wäre sein Herz gebrochen.

„Ich wäre jedenfalls lieber in einem Bus, in dem nicht ständig Bettgeschichten abgezogen werden.“

„Glaubst du im Ernst, dass wir uns pausenlos irgendwen aufatmen?“ Zeke lehnt sich lässig gegen den Bus.

„Ja“, antworte ich ohne das geringste Zögern.

„Okay, ja … früher war das vielleicht mal so, aber das wird verdammt schnell langweilig. Pass auf: Dein Bus ist schon vorgefahren, also musst du heute Nacht wohl oder übel bei uns mitfahren. Außerdem geht die Sonne bald auf, das heißt, wir werden alle schlafen wie die Steinböcke. Wir werden uns absolut gentlemanlike benehmen.“ Er hält inne und schießt Rush einen warnenden Blick zu. „Du bekommst das Zimmer ganz hinten. Es hat eine Tür und alles, was du brauchst – du hast also deine absolute Ruhe. Wir sind ganz brav.“ Ich schätze, mir bleibt sowieso keine Wahl.

„Na schön. Aber falls auch nur einer von euch irgend etwas versucht, bruzle ich euch so dermaßen weg!“ Ich weiß zwar genau, dass ich meine Gabe gar nicht so gezielt steuern kann, aber das müssen sie ja nicht wissen.

„Nennt man das heutzutage so?“, gluckst Rush und steigt vor mir in den Bus. Ich denke kurz darüber nach, was ich da gerade gesagt habe, und stöhne leise auf.

„Ist schon gut, ich wusste, wie du es meinst.“ Slate legt mir kumpelhaft den Arm um die Schulter und führt mich in den Bus. Mir klappt glatt der Kiefer herunter, als ich das Innere erblicke. Von außen sah der Bus schon riesig aus, aber von innen wirkt er geradezu gigantisch – falls das überhaupt möglich ist.

An einer Wand prangt ein riesiger Fernseher, darunter stehen mehrere Spielekonsolen und gefühlt ein Hunderterstapel Videospiele. Vor dem Bildschirm laden zwei schwarze Ledercouchs zum Fläzen ein, auf der gegenüberliegenden Seite befinden sich zwei Sitzgruppen mit Tischen. Weiter hinten entdecke ich eine kleine Küchenzeile, und ganz am Ende des Gangs liegen die Schlafkojen. Ich gehe weiter durch und entdecke zwei Türen. Ich spicke hinein: Der eine Raum ist ein Schlafzimmer mit einem breiten Doppelbett, der andere ein vollwertiges Badezimmer samt Dusche.

Es ist alles extrem geräumig, und selbst die Kojen sehen erstaunlich gemütlich aus. Ich würde mir ja fast schlecht vorkommen, mir einfach das große Schlafzimmer unter den Nagel zu reißen, aber es ist ja schließlich nur für eine einzige Nacht – nun ja, einen Morgen –, bis ich in den anderen Bus wechseln und meine eigene Koje beziehen kann.

Ich gehe zurück in den Wohnbereich, wo die Jungs bereits alle viere von sich gestreckt auf den Sofas fläzen. Ich nehme neben Caspian Platz, der mir ein zartes Lächeln schenkt. Mein Blick wandert zu den Fenstern, und ich bemerke die starke Tönung.

„Das ist Spezialglas“, erklärt Zeke, als hätte er meine Gedanken gelesen. „Es schützt uns. So können wir nach draußen schauen – ein kleiner Luxus, da wir tagsüber ja nicht rausgehen können. Normalerweise schlafen wir da zwar sowieso, aber es ist einfach ein schönes Gefühl, zu wissen, dass man die Sonne sehen kann, selbst wenn sie nur getönt durchscheint.“

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