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VERONICA

Auteur: STEAMY WRIITE
last update Date de publication: 2026-08-20 19:13:30

„Sie sind spät dran und haben mich gebeten, dich zu holen. Hier ist mein Ausweis.“ Er reicht mir sein Badge, aber so was lässt sich ja spielend leicht fälschen. Ich habe noch nie in meinem Leben den Ausweis eines Roadies gesehen, woher soll ich also wissen, ob das Teil echt ist?

„Ich bleibe lieber hier, bis sie mich holen kommen.“

„Ich tue dir schon nichts“, sagt er mit ehrlich wirkender Miene. Mag ja sein, dass er ein netter Kerl ist, aber ganz sicher nicht mit mir.

„Ist mir egal. Ich bleibe hier sitzen.“ Ich lasse mich auf das Sofa fallen, verschränke die Arme und schlage die Beine übereinander. Mag sein, dass ich mich wie ein stures Kind aufführe, aber das ist mir herzlich egal.

„Komm schon, bitte! Die bringen mich um, wenn ich dich nicht mitbringe!“

„Ich werde es ihnen sagen, falls sie fragen. Aber ich rühre mich hier keinen Zentimeter weg. Du müsstest schon dieses ganze Sofa samt mir raustragen oder mich mit Gewalt mitnehmen.“ Der Typ seufzt kapitulierend. „Slate! Rush! Caspian! Zeke!“, rufe ich laut in den Raum. Keine zwei Sekunden später fliegt die Tür auf und die Jungs kommen klatschend herein.

„Ich hab dir doch gesagt, dass sie sich keinen Millimeter bewegt! Du schuldest mir einhundert Bock!“, klopft Zeke Rush lachend auf die Schulter.

„Ich hätte wissen müssen, dass sie stur wie ein Bock ist“, brummt Rush zurück.

„Wollt ihr mir etwa sagen, dass das ein Test war?!“, frage ich ungläubig und springe auf.

„Wir mussten testen, ob du einfach mit jemandem mitgehst, nur weil er süß und unschuldig aussieht. Danke, Sean, hast du gut gemacht!“, bedankt sich Slate bei dem Kerl. Sean winkt mir noch einmal kurz zu, bevor er den Raum verlässt.

„Und was hättet ihr gemacht, wenn ich einfach mit ihm mitgegangen wäre?!“

„Dir gehörig die Meinung gegeigt“, antwortet Rush prompt.

„Leute, ich kann auf mich selbst aufpassen! Ich bin doch nicht blöd!“, trete ich nacheinander auf jeden von ihnen zu und versetze ihnen einen leichten Schubs gegen die Brust. „Ich kenne genug Filme und weiß genau, dass man niemals mit einem Fremden mitgeht! Außerdem sah er einfach viel zu nett aus.“

„Du hast das großartig gemacht. So, und jetzt los – in fünf Minuten geht’s auf die Bühne.“ Slate greift nach meiner Hand und zieht mich sanft mit sich. Als ich mich kurz umdrehe, läuft Caspian direkt hinter mir. Er schenkt mir ein warmes Lächeln, das ich sofort erwidere, und kurzerhand greife ich auch nach seiner Hand. So bahnen wir uns gemeinsam den Weg durch das geschäftige Treiben der Roadies, bis wir fast die Bühne erreicht haben.

„Heilige Scheiße, die Bühne ist ja gigantisch!“ Ich beobachte, wie sich ein paar Gitarristen und die Hintergrundsängerinnen auf der noch fast dunklen Bühne auf ihren Positionen aufstellen.

„Du bleibst genau hier stehen und rührst dich nicht vom Fleck. Wenn irgendwas ist, rufst du einfach nach uns. Wir hören dich selbst über die lauteste Musik hinweg, mach dir keine Sorgen“, wendet sich Slate an mich und bleibt vor mir stehen.

„Alles klaro!“, gebe ich ihm einen Daumen nach oben, was ihm ein leises Schmunzeln entlockt.

Die Jungs betreten die Bühne und im selben Moment bricht das Publikum in Stürme der Begeisterung aus. Tausende Fans kreischen aus voller Kehle den Namen der Band. Ich blicke in die riesige Menschenmenge und weiß ganz genau, dass ich so etwas niemals zustande brächte – ich würde augenblicklich Lampenfieber bekommen oder mich vor lauter Panik direkt auf der Bühne übergeben.

Rush tritt an das Mikrofon, während ein greller Scheinwerfer ihn und die restlichen Jungs ins Rampenlicht taucht. Er blickt auf die kreischenden Massen hinab und schenkt ihnen dieses eine, absolut verführerische Lächeln. Er stellt sich und die Band kurz vor, bevor Zeke an den Drums den Takt vorgibt. Die anderen stimmen mit ein, und schließlich beginnt Rush zu singen.

So nah an ihm zu stehen und ihn seine eigenen Songs singen zu hören, jagt mir eine spürbare elektrische Welle durch den ganzen Körper. Sie spielen einfach umwerfend gut – perfekt aufeinander eingestimmt.

Als der Song richtig Fahrt aufnimmt, schießt ein weiterer Lichtkegel über die Bühne und hüllt auch den Rest der Musiker in helles Licht. Mein Blick wandert zu den Backgroundsängerinnen: drei Frauen, unverschämt attraktiv, atemberaubend schön und mit den Stimmen von Engeln gesegnet. Mir fällt sofort auf, wie sie Rush immer wieder von der Seite aus schmachtend anblicken.

Ich weiß natürlich, dass weder er noch sonst jemand aus der Band mir gehört. Aber ich blicke an mir herab und vergleiche meinen Körper unwillkürlich mit ihren – und diese Frauen wirken einfach absolut makellos. Genau wie die Bandmitglieder könnten sie problemlos als Supermodels durchgehen. Vermutlich sind sie ebenfalls Vampire; kein normaler Mensch könnte jemals so perfekt aussehen.

Kein einziger Makel.

Nicht die kleinste Unreinheit.

Plötzlich schleichen sich massive Unsicherheiten in mir hoch.

Ich frage mich unwillkürlich, wie es wohl wäre, ein Vampir zu sein: Sich nie wieder Sorgen machen zu müssen, dass man zunimmt oder Falten bekommt, sondern einfach rund um die Uhr wie aus dem Ei gepellt auszusehen.

Aber ich würde es zutiefst hassen, dabei zusehen zu müssen, wie jeder Mensch um mich herum langsam stirbt.

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