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Donnerstag, 5. Oktober
Grayson wusste, dass er inzwischen in Boston hätte sein sollen, und doch stand er dort, vor seinem Upper West Side Brownstone, ein Opfer des wechselhaften New Yorker Wetters. Hagel hatte auf das Rollfeld eingeprasselt, was wiederum jede Hoffnung auf Flugreisen zunichtegemacht und ihn für die Nacht nach Hause geschickt hatte. Er hatte einen Flug früh morgen früh umgebucht, mit genug Zeit, um rechtzeitig zum Meeting in Boston anzukommen… Nur
Im Gegenzug gab es ihm die Gelegenheit, Morgan zu überraschen.
Er blickte die Straße entlang auf die Brownstones, das war ein großartiger Ort, um Kinder großzuziehen, und als er Morgan vor sechs Monaten den Verlobungsring an den Finger gesteckt hatte, hatte sie zugestimmt, einzuziehen und hier eines Tages ihre Familie zu haben.
Mit seinem Schlüssel ließ er sich hinein, leiser Jazz wehte ihm durch den Flur entgegen. Grayson stellte seine Aktentasche an der Tür ab, lockerte seine Krawatte. Er überlegte, nach ihr zu rufen, seine Ankunft anzukündigen, hielt jedoch inne, als er Lachen aus dem Hauptschlafzimmer hörte. Zwei Frauen. Morgan und… jemand anderes. Enttäuscht, dass sie den Abend nicht für sich allein haben würden, aber wirklich beschweren konnte er sich nicht. Er hatte nicht geplant, hier zu sein. Wenn Morgan eine Freundin eingeladen hatte, um ihr Gesellschaft zu leisten, war das für ihn in Ordnung.
Grayson lächelte. Mehr Lachen hallte den Flur entlang, gefolgt von Flüstern, das er nicht ganz verstehen konnte. Er hängte seinen Mantel an den Haken und dachte, er würde sich erst einen Drink holen, bevor er ihr Mädchengespräch unterbrach. Er ging in die Lounge, um sich einen Whiskey zu holen, bevor er nachsah, was Morgan vorhatte. Seinem Glück nach gingen sie Morgans Kleiderschrank durch und es würde ein Berg Kleidung über ihrem Bett liegen.
Das Lachen wurde lauter, als er sich dem Schlafzimmer näherte. Kichern. Gedämpfte Worte. Ein Geräusch, das ein Stöhnen gewesen sein könnte. Er blieb stehen, die Hand über dem Türknauf schwebend.
Eine Stimme, die nicht Morgans war, sagte: „Baby, genau so.“
Morgan antwortete mit einem Laut, den Grayson nur zu gut kannte. Lust.
Sein Magen sackte ab. Die Haare auf seinen Armen stellten sich auf. Ein kaltes Gefühl breitete sich in seiner Brust aus. Er wusste, noch bevor er die Tür berührte, worauf er gleich stoßen würde.
Aber er stieß die Tür trotzdem auf. Er konnte sich nicht vor dem Wissen verstecken. Er musste sich dem stellen und ihnen direkt ins Gesicht sehen. So wie er Geschäfte erledigte.
Aber auf den Anblick, der ihn begrüßte, war er nicht ganz vorbereitet.
Morgan lag ausgestreckt auf ihrem King-Size-Bett, nackt, ihr blondes Haar über sein Kissen gefächert. Auf ihr lag eine brünette Frau, ebenfalls nackt, die Finger einer Hand in Morgans Haar verfangen, er konnte nicht sehen, wo ihre andere Hand war, aber er konnte es sich denken.
Die Zeit blieb stehen. Die Welt kippte aus ihrer Achse, während Grayson erstarrt in der Tür stand, unfähig zu begreifen, was er sah. Er hatte es gewusst – sicher – sich sogar darauf vorbereitet – aber es zu sehen war etwas anderes.
Dann blickte Morgan auf, als hätte sie ihn gespürt, ihre Augen weiteten sich vor Schock.
„Grayson!“ Sie wand sich unter der anderen Frau hervor und griff nach dem Laken. „Du solltest in Boston sein!“
Die Brünette setzte sich auf, ohne Anstalten zu machen, sich zu bedecken, ein Grinsen spielte um ihre Lippen.
Grayson erkannte sie. Tina. Die Freundin seiner Schwester Emma. Die, die er auf der Verlobungsfeier seiner Schwester kennengelernt hatte.
„Der Flug wurde gestrichen.“ Seine Stimme klang fern, als gehörte sie jemand anderem. „Hagel.“
Morgan zog das Laken bis zu ihrem Kinn hoch. „Baby, ich kann das erklären.“
Tina lachte, ein kurzes, scharfes Geräusch. „Kannst du das wirklich?“
Grayson trat ins Zimmer. Der Jazz spielte noch immer aus dem Stereo-System in der Ecke des Zimmers, was erklärte, warum sie ihn nicht hatten hereinkommen hören. Er hatte nicht versucht, leise zu sein, weil er nicht gewusst hatte, was sie vor ihm verborgen hatte. Dieser Gedanke ließ ihn seine nächste Frage stellen.
„Wie lange?“ Seine Stimme war ruhig. Ruhiger, als er sich fühlte.
Morgan sah Tina an, dann wieder ihn. „Es ist nicht das, was du denkst.“
„Wie. Lange.“ Jedes Wort abgehackt, präzise.
„Es ist nichts Ernstes, nur—“
„Beantworte die Frage, Morgan.“ Seine Hände ballten sich an seinen Seiten zu Fäusten.
Sie blickte auf die zerwühlten Laken. „Kurz nach Emmas Verlobungsfeier.“
Acht Monate. Acht Monate voller Lügen. Die Verlobungsfeier. Der Tag, an dem Morgan Tina ebenfalls kennengelernt hatte. Sie mussten innerhalb weniger Tage nach ihrem Kennenlernen angefangen haben. Und zwei Monate später hatte er ihr einen Antrag gemacht, und sie hatte Ja gesagt, während sie nebenbei eine Frau fickte.
„Acht Monate“, wiederholte er die Worte und prüfte ihr Gewicht. „Um das klarzustellen, du hast also acht Monate lang die Freundin meiner Schwester gefickt.“
„Sei nicht vulgär.“ Morgan griff nach einem Seidenmantel, der über dem Bettpfosten hing. „Es ist nur körperlich. Es bedeutet nichts.“
Tina streckte sich, katzenhaft und unbekümmert. „Mach dich nicht kleiner, Morgan. Für mich bedeutet es etwas.“ Offensichtlich völlig unbeeindruckt davon, ertappt worden zu sein. Er hatte Tina nie gemocht. Aber er konnte seiner jüngeren Schwester nicht vorschreiben, wer ihre Freunde sein sollten. Emma war schließlich siebenundzwanzig.
Grayson fuhr sich mit der Hand durch das Haar. Acht Monate. Ihre gesamte Verlobung. Eine Lüge. Nicht nur ihre Verlobung, sondern ihre ganze Beziehung.
„Du hast sie in unser Bett gebracht.“ Nicht nur das, sondern in ihr Leben.
Morgan schlüpfte in den Mantel und band ihn an der Taille zu. „Du machst eine viel zu große Sache daraus. Es ist nur Sex.“
„In unserem Bett.“ Ihm war übel. Er würde das Bett verbrennen, bevor er wieder in diesem Zimmer schlief.
„Warum nicht?“ fragte Tina und griff endlich nach ihren Kleidern, die über den Boden verstreut lagen. „Morgan hat gesagt, du wärst bis morgen weg.“
Grayson sah sie nicht an. Sie schien es nicht zu kümmern, dass sie nackt vor ihm stand. Die Frau zeigte keinerlei Scham.
Die Selbstverständlichkeit ihres Verrats traf ihn wie ein körperlicher Schlag. Sie hatten das geplant. Gewartet, bis er ging. Wie viele andere Male war das passiert? Hatten sie gelacht, dass er ein Narr war?
„Raus.“ Er richtete das Wort an Tina.
Sie hob eine Augenbraue. „Wie bitte?“
„Verschwinde verdammt noch mal aus meinem Haus.“
Morgan trat mit erhobenen Händen in einer beschwichtigenden Geste auf ihn zu. „Wirklich, Grayson, ich verstehe einfach nicht, warum du so verärgert bist. Lass uns wie Erwachsene darüber reden.“
„Wie Erwachsene?“ Er lachte, der Klang hohl. „Du hast mich acht Monate lang betrogen, und du willst wie Erwachsene reden?“
„Es ist kein Betrug.“ Morgan legte eine Hand auf seine Brust. „Nicht wirklich. Tina ist eine Frau, kein Mann.“
Grayson trat von ihrer Hand zurück, seine Augen weiteten sich, ihm wurde klar, dass sie nicht verstand, dass Betrug Betrug war; es spielte keine Rolle, welches Geschlecht die andere Person hatte. War sie wirklich so dumm, oder hatte sie die Moral einer Gassenkatze? Das war niemand, den er seine Kinder großziehen lassen wollte, geschweige denn in seinem Leben.
Wenn er dachte, er sei vorher schon im Schock gewesen, machten ihre nächsten Worte alles noch schlimmer.
„Wir könnten dich irgendwann einladen, mitzumachen. Vielleicht würde es dir gefallen. Ist es nicht der Traum jedes Mannes, zwei Frauen auf einmal zu haben.“
Wyatt zog sein Handy heraus, rief Nates Kontakt auf und starrte ihn einen langen Moment an, bevor er auf Anrufen drückte. Diesen Anruf hätte er machen sollen, bevor er Lauren gefickt hatte. Bevor er jede Grenze überschritten hatte, von der er geschworen hatte, sie niemals zu überschreiten.Aber er machte ihn jetzt, auch wenn es zu spät war.Das Telefon klingelte zweimal, bevor Nate abnahm. „Sag mir, dass du es nicht getan hast.“„Was nicht getan?“, fragte Wyatt, obwohl er genau wusste, was Nate meinte.„Mit ihr geschlafen.“ Nates Stimme war tonlos. „Sag mir, dass du es nicht getan hast. Als Prue deine Nummer auf meinem Handy gesehen hat, hat sie nur gesagt: Ich wette, die beiden haben miteinander geschlafen.“Wyatt schloss die Augen, sein Kiefer spannte sich an. „Hab ich aber.“Schweigen. Dann: „Scheiße.“„Ich weiß.“„Tust du das?“ Nates Stimme war jetzt scharf, dieser Ton, den er benutzte, wenn er stinksauer war. „Weißt du, was das bedeutet? Dass du jetzt, falls ihr etwas passiert, e
Lauren erwachte von dem Gefühl großer Hände, die über ihren Körper strichen, warmer Handflächen, die über ihren Bauch glitten, ihre Rippen hinaufwanderten, Fingerspitzen, die die Unterseite ihrer Brüste streiften. Sie stöhnte, ihr Körper schmerzte an Stellen, von denen sie nicht einmal gewusst hatte, dass sie schmerzen konnten. Jeder Muskel protestierte gegen die Bewegung, als sie versuchte, sich der Berührung zu entziehen.Wyatt hatte sie ordentlich rangenommen. Mehrmals. In verschiedenen Stellungen. Nach dem vierten Orgasmus hatte sie aufgehört mitzuzählen, ihr Gehirn hatte sich irgendwann in Brei verwandelt, ungefähr zu dem Zeitpunkt, als er sie über die Bettkante gebeugt und gefickt hatte, bis sie seinen Namen in die Matratze geschluchzt hatte.Jetzt öffnete sie ein Auge einen Spalt und blinzelte ihn im frühen Morgenlicht an, das durch ihre Vorhänge fiel. Er sah widerlich ausgeschlafen aus für einen Mann, der den Großteil der Nacht damit verbracht hatte, sie um den Verstand zu fic
Der Orgasmus riss mit einer Wucht durch sie hindurch, die ihr den Atem raubte und ihre Beine nachgeben ließ. Nur Wyatts Hände und sein Mund hielten sie aufrecht, während sie kam, ihre Muschi zog sich rhythmisch um seine Finger zusammen, ihr Körper zuckte, ihr Schrei hallte von den Schlafzimmerwänden wider. Er stöhnte an ihr, seine Finger bearbeiteten sie während des gesamten Orgasmus, sein Mund an ihrer Klitoris zog jedes letzte Zittern in die Länge, bis sie schluchzte, nach Luft schnappte und vollkommen fertig war.Als sie schließlich schlaff wurde, zog er langsam seine Finger heraus. Lauren beobachtete durch ihren benommenen Blick, wie er sie zu seinem Mund führte und sauber saugte, ohne die Augen von ihren zu nehmen.„Hmm“, murmelte er mit rauer Stimme. „Ich könnte deine Muschi die ganze Nacht lecken. Aber mein Schwanz ist gerade so verdammt hart, dass ich gleich den Verstand verliere.“Er stand auf, und Laurens Blick wanderte sofort zu der Wölbung, die seine Jeans spannte. Sie kon
„Kann nicht warten“, knurrte er an ihren Lippen. „Muss dich zuerst schmecken. Muss spüren, wie du auf meiner Zunge kommst, bevor ich dich ficke.“Er stellte sie ab, und bevor sie gegen den Verlust des Körperkontakts protestieren konnte, waren seine Hände bereits an ihrer Jeans, öffneten den Knopf und zogen den Reißverschluss herunter. Er zog ihr die Jeans zusammen mit ihren Stiefeln in einer einzigen fließenden Bewegung von den Beinen, sodass sie nur noch in ihrem BH dastand, der noch immer unter ihre Brüste heruntergezogen war, und in dem schwarzen Spitzentanga, der bereits völlig durchnässt war.Wyatt ging vor ihr auf die Knie, seine Hände umfassten ihre Oberschenkel, und Lauren stockte bei seinem Anblick der Atem. Dieser große, gefährliche Mann auf den Knien, der mit so dunklen Augen zu ihr aufblickte, dass sie beinahe schwarz waren, sein Gesichtsausdruck hungrig und besitzergreifend.„Wyatt …“„Spreiz die Beine“, befahl er mit rauer Stimme. „Ich will sehen, wie nass du bist.“Sie
„Hör nicht auf.“ Ihre Knie pressten sich fester an seine Hüften, zogen ihn näher, während sie sich durch ihre Jeans an der harten Wölbung seines Schwanzes rieb. „Bitte hör nicht auf. Ich glaube, ich bringe dich um, wenn du es tust.“Seine Hände glitten unter ihren Pullover, die Handflächen flach auf ihrem Bauch, und sie erschauerte trotz der Hitze, die von ihren beiden Körpern ausging. Seine Finger wanderten langsam über ihre Rippen nach oben und reizten sie ganz bewusst, während sein Mund wieder zu ihrem Kiefer wanderte, bevor er sich zu ihrem Hals hinunterbewegte und jene Stelle unter ihrem Ohr fand, die sie dazu brachte, sich seinen Berührungen entgegenzubiegen.„Du schmeckst nach Verlangen“, murmelte er an ihrer Haut, während seine Zähne leicht darüberstreiften. „Nach Begierde. Brauchst du meinen Schwanz so dringend?“„Ich glaube, das versuche ich dir schon die ganze Zeit zu sagen.“ Ihre Hände verkrallten sich in seinem Shirt und zerrten daran. „Hör auf zu reden und nimm mich.“Se
Das Abendessen an diesem Abend war einfach, aber gut. Die Ribeye-Steaks waren für ihn blutig und für sie medium rare gebraten, genau so, wie Wyatt gesagt hatte, dass er seines mochte, das Fleisch in der Mitte fast noch blutig. Lauren hatte einen knackigen Salat zubereitet und Brot im Ofen aufgewärmt, bis die Kruste knusprig war. Sie aßen an ihrem kleinen Küchentisch. Wyatt schmeckte es so gut, dass er jeden Bissen aufaß.„Das war wirklich gut“, sagte er und lehnte sich zurück.„Kling nicht so überrascht. Nana hat an selbst gekochte Mahlzeiten geglaubt. Ich war gern bei ihr.“Nachdem sie aufgeräumt hatten, wobei Wyatt trotz ihrer Proteste darauf bestanden hatte, zu helfen, machten sie es sich im Wohnzimmer bequem. Der Abend lag vor ihnen, Stunden, in denen sie in ihrer kleinen Wohnung zwangsläufig eng beieinander sein würden. Wyatt stellte das Warnsystem aus Blechdosen an der Eingangstür auf.„Stört es dich, wenn ich mir das Spiel ansehe?“, fragte Wyatt und deutete auf den Fernseher. „







