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Kapitel 7

Autor: Clara Winter
Ein süßes Lächeln umspielte Julias rote Lippen, ihr Herz war voller zärtlicher Gefühle. Sie ließ ihren Körper weich werden und lehnte sich in Niklas' Arme, hob dann ihr zartes, wunderschönes Gesicht zu ihm und sagte:

„Ich wusste es, du kannst mich nicht vergessen. Du würdest mich niemals einfach aufgeben.“

Niklas, als reichster Mann von Havenburg, war nicht nur von eindrucksvoller Schönheit und aristokratischer Würde, sondern auch so mächtig, dass er die Welt zu seinen Füßen zu haben schien. Er war die Verkörperung all ihrer Vorstellungen von einem Mann.

Doch vor drei Jahren hatte er einen Autounfall und war ins Koma gefallen. Die Ärzte erklärten damals, dass er für den Rest seines Lebens nicht mehr aufwachen würde. Wie hätte sie ihre besten Jugendjahre an jemanden verschwenden können, der nie wieder zu sich kommen würde?

Also war sie geflohen.

Wer hätte gedacht, dass Clara an ihrer Stelle heiraten würde und dass Niklas nur drei Jahre später tatsächlich wieder aufwachte?

Bis heute wusste sie nicht, wie er überhaupt aus dem Koma erwachte. Lag es wirklich Claras Horoskop, das das Unglück vertrieb?

Die Ärzte nannten es ein medizinisches Wunder.

Und so war sie zurückgekehrt.

Sie wusste, dass Niklas sie liebte. Er würde sie nicht im Stich lassen.

Niklas sah sie mit ihrem reizvollen, leuchtenden Gesichtsausdruck an.

„Wenn es damals nicht gewesen wäre ... meinst du, ich würde dich heute noch so verwöhnen?“

Beim Stichwort „damals“ zuckte Julia kurz zusammen, in ihren Augen blitzte ein Moment der Unsicherheit.

Schnell wechselte sie das Thema. „Hast du mit Clara geschlafen?“

Niklas senkte den Blick. „Wenn ich nicht mit ihr schlafe, soll ich dann mit dir schlafen?“

Sie wusste genau, dass er Clara nicht angerührt hatte, fragte aber trotzdem absichtlich.

Er spielte das Spiel mit, ein Wortspiel voller Doppeldeutigkeit.

Julia mochte ihn in diesem Moment besonders. Die Reife eines Mannes, gewürzt mit einem Hauch von gefährlicher Ungezogenheit, ein einziges Wort reichte, um ihr das Blut in den Kopf zu treiben.

Dieser kühle, asketische Mann. Sie wollte ihm die Kleider vom Leib reißen, um zu sehen, wie groß seine Begierde wirklich war.

Julia drehte sich, setzte sich mutig rittlings auf seine schmale, durchtrainierte Hüfte. Sie schlang die Arme um seinen Hals und ließ ihren warmen Atem, mit einem Hauch von Orchideenduft, an seinen Lippen verwehen. „Willst du mit mir schlafen?“

Max, der Niklas schon seit Jahren begleitete, hatte genug Fingerspitzengefühl, um wortlos die Trennscheibe im Wagen hochzufahren.

Niklas sah Julia an, sagte jedoch kein Wort.

Sie trug ein rotes Trägerkleid. Durch ihre sitzende Position war der Rock hochgerutscht, ihre schlanken, schneeweißen Beine lagen nun frei.

Diese berühmtesten Beine von ganz Havenburg, zart und verführerisch, schmiegten sich an die dunkle Anzughose des Mannes, ein Bild voller sinnlicher Spannung.

Julia presste die Schenkel enger zusammen und umklammerte mit ihren seidigen Beinen seine schmale, muskulöse Taille. „Sag, willst du oder nicht?“

Ein einziges Wort von ihm, und sie würden keine Zeit verlieren.

Natürlich verstand Niklas ganz genau, was sie meinte.

Doch in diesem Moment tauchten plötzlich Claras Beine vor seinem inneren Auge auf, wie sie eben noch in der Bar ausgesehen hatten.

Claras Beine waren zart und wohlgeformt, perfekt ausbalanciert zwischen schlank und kurvig.

Clara fragte: „Wessen Beine magst du lieber, meine oder Julias?“

Niklas wusste selbst nicht, warum er in diesem Moment plötzlich an Clara dachte.

Damals hob Clara ihr Bein. An ihrem schimmernden Knöchel baumelte eine Kristallkette, die an ihren funkelnden High Heels befestigt war. Sie wippte leicht. Mit ihren elfenbeinfarbenen Zehenspitzen streifte sie sein Bein. Dann fragte sie ihn, ob Julias Beine je seine Hüfte umschlungen hätten.

Niklas griff nach oben und entfernte Julias Hände von seinem Nacken. „Ich bin noch nicht geschieden.“

Julia: „...Und was heißt das?“

Niklas: „Ich habe nicht vor, in der Ehe fremdzugehen.“

Julia: „...“

Alle Leidenschaft verflog. Niklas beendete das Ganze.

Enttäuscht kletterte Julia von seinem Oberschenkel herunter. Auch sie hatte ihren Stolz. Niklas musste sie wollen, erst dann war sie bereit, sich ihm hinzugeben.

Julia: „Niklas, wann lässt du dich von Clara scheiden?“

Niklas hob den Blick und sah zum Fenster hinaus. In Wahrheit wäre es ihm sogar recht, wenn Clara selbst die Scheidung einreichte, denn er hatte ohnehin dieselben Pläne.

Mit kühler Stimme sagte er: „Bald.“

............

Clara und Mia kehrten in ihre Wohnung zurück. Clara ließ sich auf ihr weiches Bett fallen.

Nach dem Exzess dieser Nacht wollte sie nun wieder zurück in ein geregeltes Leben.

Sie nahm ihr Handy und öffnete WhatsApp.

Sie hatte zwei Accounts. Drei Jahre lang hatte sie den Account „Frau Hoffmann“ benutzt. Nun war dieser offiziell abgeschaltet.

Clara meldete sich bei ihrem anderen WhatsApp-Account an.

Kaum war sie drin „Ding ding ding“, schon ging es im Gruppenchat „Eine glückliche Familie voller Liebe“ hoch her.

Clara klickte auf die Nachrichten.

Mitschüler 1: „Waaah, Clara ist endlich wieder online!“

Mitschüler 2: „Willkommen zurück, Clara.“

Mitschüler 3: „Ich nehme dich erstmal in den Arm, Clara!“

Alle drei warfen virtuell Konfetti und feierten ihre Rückkehr mit Begeisterung.

Mitschüler 1: „Vor drei Jahren Clara entdeckt die Liebe, verabschiedet sich von Opa und will unbedingt den Berg verlassen, um mit irgendeinem Kerl rumzuspielen. Na, wie war’s, Clara? Machen Männer Spaß?“

Clara: „Kein bisschen.“

Mitschüler 2: „Klingt, als hätte Clara Liebeskummer. Haha!“

Mitschüler 2: „Sogar Clara hat jemanden getroffen, mit dem sie nicht klarkam. Haha!“

Mitschüler 1: „Hört auf, sie zu ärgern. Die letzten drei Jahre waren für sie eben eine irdische Prüfung in Sachen Liebe... Verzeihung, es ist einfach zu lustig. Ich muss noch ein bisschen lachen. Haha! “

Clara: „...“

Am liebsten hätte sie die drei sofort aus dem Gruppenchat geworfen.

Mit einer lässigen Handbewegung änderte Clara den Gruppennamen von „Eine glückliche Familie voller Liebe“ zu „Eine dysfunktionale Familie voller Reibung“.

In diesem Moment kam Mitschüler 3, Lukas Meyer, zurück zum Thema: „Clara, es wird Zeit, dass du wieder aktiv wirst. Die OP-Termine sind komplett ausgebucht. Ich habe dir eine komplizierte Herzoperation organisiert, morgen gehst du in die Naturheil-Klinik.“

Clara zeigte ein „OK“-Zeichen mit der Hand.

Nachdem sie den Gruppenchat verlassen hatte, bemerkte sie plötzlich eine neue Kontaktanfrage.

Als sie sie öffnete, stellte sie überrascht fest: Es war Niklas Hoffmann.

Niklas wollte sie auf WhatsApp als Kontakt hinzufügen.

Wie ironisch. Drei Jahre lang hatte sie ihm jeden Tag von ihrem „Frau Hoffmann“-Account aus Nachrichten geschickt, keine einzige hatte er je beantwortet. Und jetzt, da sie mit einem neuen Account wieder online ist, will er plötzlich aktiv ihre Freundschaft?

Was du einst verachtet hast, ist jetzt für dich unerreichbar geworden.

Mit einem leichten Antippen ihres schlanken, schneeweißen Fingers traf sie eine Entscheidung...

............

In der Hoffmann Gruppe.

Die Hoffmann Gruppe war das Wahrzeichen von Havenburg und beherrschte das wirtschaftliche Zentrum der ganzen Stadt. Der Wolkenkratzer ragte in den Himmel und wirkte bei Nacht noch majestätischer und imposanter.

Nachdem er Julia nach Hause gebracht hatte, ging Niklas ins Büro zurück. Er saß in einem schwarzen Ledersessel und überflog Akten.

Mit kräftiger Hand setzte er unten auf dem Dokument seine Unterschrift schwungvoll und kraftvoll. Hinter ihm spiegelten die glänzenden bodentiefen Fenster das Lichtermeer der Stadt, tausende Lichter, die in diesem Moment nur als Kulisse für diesen Mann existierten.

Ding.

Ein heller Ton ertönte, eine WhatsApp-Benachrichtigung.

Niklas griff zum Handy, öffnete WhatsApp, seine geniale Mitschülerin hatte ihm geantwortet.

Als er jedoch ihre Antwort sah, erstarrte er einen Moment. Dann verzog er die Lippen zu einem kühlen Lächeln und lachte spöttisch.
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Comentarios (12)
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Katharina
Uiiiiii, jetzt wird es langsam interessant: schon komisch. Erst wenn es weg ist, erkennt man seinen Wert
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Doris Masser
Weiter lesen
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Solveig Hergt
spannend ..weiter lesen
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