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Ein Kuss vor dem Tod

Author: Author Jerry
last update publish date: 2026-07-23 18:14:57

Isabella POV

Seine blauen Augen waren bösartig, starr, furchtlos und gnadenlos. Der Tod ängstigte ihn nicht. Im Gegenteil, er begrüßte ihn. Er drückte das Gaspedal fester durch, der Van vibrierte, als würde er jeden Moment von der vereisten Straße abheben. „Lass los“, warnte er mit tiefer, bedrohlicher Stimme, „sonst sterben wir beide.“ Er meinte es ernst. Und der Tod würde all seine Absichten zunichtemachen.

Ich ließ seinen Arm los und sank zurück in meinen Sitz. Erst dann nahm er den Fuß vom Gas. Kurz vor der Kurve bremste er ab und lenkte den Van sanft um die Kurve, als wäre der Beinahe-Unfall nie passiert.

Wir rollten weiter, die Schneewehen türmten sich zu beiden Seiten der verlassenen Winterstraße. Ich lehnte meine Stirn gegen die zugefrorene Scheibe und atmete zitternd aus. „Verdammt.“ „Ich bewundere deinen Mut“, sagte er ruhig. „Ich bewundere nicht deine Dummheit.“ Ich sah ihn nicht an. „Lass mich gehen. Ich werde meiner Familie kein Wort davon erzählen.

Wir werden so tun, als wäre nichts geschehen. Du willst das nicht. Wenn sie herausfinden, dass du mich getötet hast, werden sie dich jagen, bis du tot bist. Und sie werden deine ganze Familie mit in den Tod reißen.“ „Nun“, sagte er emotionslos, „sie haben meine Familie bereits getötet. Damit wäre das eine Sache weniger auf ihrer Liste.“ Ich fuhr herum. „Was?“

Er zuckte nicht einmal mit der Wimper. „Und es ist mir egal, ob sie mich holen kommen. Das gibt mir die Chance, den Rest von ihnen zu töten. Dich gehen zu lassen, ist keine Option. Ich will, dass sie wissen, dass ich dich getötet habe. Ich will, dass sie es spüren.

Dich gehen zu lassen, würde mich meiner Rache berauben. Vertrau mir, ich werde dich töten. Ich muss es dir nur lohnenswert machen.“ „Aber du hast mich zufällig gefunden.“ Seine Stimme sank zu einem eisigen Flüstern. „War es ein Zufall?“ Ein Schauer lief mir über den Rücken. „Was hat meine Familie dir je angetan? Sie sind friedlich. Du musst es auch sein.“ „Ich bin nicht verwirrt.“ Er bog auf eine holprige, schmale Straße ein.

Die Reifen knirschten scharf über den gefrorenen Boden, als wir uns dem See näherten. Im Sommer war dieser Ort voller Touristen. Jetzt, mitten im Winter, war er menschenleer. Keine Zeugen, keine Hilfe, keine Chance. „Was ist mit dem Mann hinten?“, fragte ich leise. „War er einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort?“ „Mach dir keine Sorgen um ihn“, sagte er. „Du lebst ja noch, also solltest du dir lieber Sorgen um dich selbst machen.“ Er schaltete den Motor aus und stieg aus. Mir schnürte es die Kehle zu.

Panik stieg mir in die Kehle. Zum ersten Mal spürte ich den Tod nah. Meine Familie, meine Eltern, mein Bruder – sie würden den Verlust von mir nie verkraften. Ihr Schmerz wäre viel schlimmer als alles, was er mit meinem Körper angestellt hatte. Denk nach, Isabella, denk nach.

Er öffnete die hinteren Türen und zerrte die Leiche des anderen Mannes heraus. Mir wurde übel. „Was machst du da?“ „Ich werfe ihn in den See.“ Er zog den Körper durch den Schnee in Richtung Pier. Die Schlüssel steckten in seiner Tasche. Es gab kein Entkommen, aber ich riss trotzdem die Abdeckung unter dem Lenkrad auf und starrte auf ein Gewirr von Kabeln.

Ich hatte keine Ahnung, was ich tat. Also riss ich sie alle heraus. Wenn er mich umgebracht hätte, wäre der Lieferwagen vielleicht nicht mehr angesprungen. Vielleicht wäre er hier draußen erfroren, und das wäre gut gewesen.

Als ich mich vorbeugte, bemerkte ich etwas Metallisches unter seinem Sitz. Ich warf einen Blick nach draußen; er war fast am Ende des Piers. Ich packte den Gegenstand, und es war eine Pistole. Eine richtige verdammte Pistole. Ich überprüfte die Kammer; nur eine Patrone, ich konnte nicht verfehlen. Er stieß den Körper in den See und machte sich auf den Rückweg. Meine Hände zitterten vor Adrenalin und Angst, doch ich zwang mich zu atmen. Um mich zu konzentrieren, schlüpfte ich leise aus dem Van, die Pistole versteckt an meiner Seite. Er war massig, mindestens 1,90 Meter groß, ein Muskelpaket. Seine blauen Augen fixierten mich, als wüsste er bereits mein Schicksal. „Du bist dran, Baby.“ „Nenn mich nicht Baby.“ Ich hob die Pistole und drückte ab. Die Kugel traf ihn in die Schulter, nicht ins Herz; er zuckte kaum zusammen.

Sein Gesichtsausdruck veränderte sich nicht. Weder Schmerz noch Angst. Nichts. Ein winziger Ruck seines Körpers, und das war, als hätte er gerade eine Impfung bekommen.

Dann veränderte sich sein Gesichtsausdruck zu etwas Düstererem, Besitzgierigem und Territorial-Gierigem. Seine Brust hob sich mit einem scharfen Atemzug, Adrenalin schoss ihm durch die Adern. Er griff nicht nach seiner Waffe. Stattdessen stürmte er los. Ich hob die Waffe, um ihn zu schlagen, doch er packte mein Handgelenk in der Luft und schlug es gegen den Lieferwagen, dann zwang er mich, die Waffe fallen zu lassen.

Sie schlug im Schnee auf, als er mich festhielt. Seine Hand riss an meinen Haaren, dann presste sich sein Mund auf meinen. Er küsste mich. Aggressiv und verzweifelt. Als hätte er seit dem Moment, als er mich mitgenommen hatte, gegen den Drang angekämpft. Sein Körper presste sich an meinen, die Hitze hielt mich zwischen ihm und dem kalten Metall des Lieferwagens gefangen.

Sein Atem füllte meine Lungen. Die Welt um mich herum war still, nur mein pochender Puls war zu hören. Sein Mund wanderte über meinen, als gehöre er mir ganz und gar. Er küsste mich, wie noch nie ein Mann mich geküsst hatte – kühn, verzehrend, hungrig. Seine Erektion drückte sich hart und prall gegen mich. Er war ein Monster, und irgendwie, obwohl er es wusste, erwiderte ich seinen Kuss. Sein Blut wärmte meine Finger, als es von seiner Jacke auf meine tropfte. Er blutete stark, aber er hörte nicht auf.

Er wurde nicht einmal langsamer. Er küsste mich heftiger, als ob der Schmerz ihn antreibte. Seine Zunge fand meine, flehte mich an, nein zu sagen, verlangte eine Reaktion, der ich mich nicht entziehen konnte. Der Kuss war brennend, gefährlich und elektrisierend. Dann riss er sich abrupt los, meine Lippen waren kalt und mein Atem stockte. „Steig in den Van.“ Er schnappte sich die leere Pistole, stieg ein und startete den Motor, als wäre nichts geschehen.

Ich stand wie erstarrt an der Tür und versuchte, das Unfassbare zu begreifen. Ich hatte versucht, ihn umzubringen, und er hatte mich geküsst. Die Hupe ertönte, ich zuckte zusammen, kletterte auf den Beifahrersitz und schnallte mich an. „Heißt das, du bringst mich nicht um?“ Er bog auf die Hauptstraße ein und fuhr in eine Richtung, aus der wir nicht gekommen waren. „Oh, ich werde dich ganz bestimmt umbringen.“

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