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Kapitel 4 – Verrat

Author: Heln
last update publish date: 2026-09-16 17:34:04

Cassandra

Unsere Tage der Therapie mit Don George verliefen wirklich gut. Zum Glück waren die Prüfungen vorbei und wir hatten zwei Wochen Ferien, sodass ich meine gesamte Zeit für ihn aufwenden konnte.

Da Mama fast gar nicht mehr nach Hause kam, gab sie dem alten Mann auch keine falschen Medikamente mehr, weshalb er mittlerweile wieder ohne Gehhilfe laufen konnte. Sogar der Rollstuhl war im Schrank verschwunden, da seine alte Kraft vollständig zurückgekehrt war.

"Don George, bitte verzeihen Sie meiner Mama. Sie ist ständig weg. Entweder bei Freunden, beim Shoppen oder in Spas und Salons. Sie kommt ihren Pflichten Ihnen gegenüber einfach nicht nach", sagte ich, während ich seinen Kopf massierte.

Don George öffnete kurz die Augen und nickte dann: "Es ist schon gut, solange sie glücklich ist."

Ich empfand ein gewisses Mitleid mit ihm, weil er es mit Mama scheinbar absolut ernst meinte, während meine Mutter in ihm nur einen wandelnden Geldautomaten sah.

"Kannst du eigentlich schwimmen?", fragte er plötzlich.

"Wie bitte?"

Er richtete sich auf und blickte zum Swimmingpool hinaus: "Ich war seit unserer Ankunft hier nicht mehr schwimmen. In meiner Jugend war ich Schwimmsprinter."

"Wirklich? Da haben wir ja etwas gemeinsam, seit der Grundschule habe ich immer gewonnen. Wollen wir einen Wettkampf machen?", sagte ich lachend.

"Sehr gerne", antwortete er.

Ich trug einen Bikini, während Don George eng anliegende Boxershorts anhatte. Plötzlich schoss mir der Anblick durch den Kopf, den ich hatte, als ich ihn damals geduscht hatte.

Ich verbannte die Erinnerung an seinen riesigen Penis sofort aus meinem Kopf, um ja nicht zu verlieren – schließlich schien er äußerst ehrgeizig zu sein.

Aber nach drei Runden in Folge verlor ich jedes Mal. Völlig frustriert schaffte ich es schließlich in der letzten Runde zu gewinnen, so dass ich vor lauter Freude hochsprang und ihn fest umarmte.

Und da unsere Körper noch nass waren, spürte ich sofort, wie hart sein Glied an meinem Körper drückte. Ich wollte mich gerade wieder lösen, aber er erwiderte die Umarmung.

Ein Stromschlag von einer Million Volt jagte durch meinen Körper, weshalb ich sofort zurückwich. Um mir nichts anmerken zu lassen, schlug ich ihm vor, uns umzuziehen.

Mitten in der Nacht wachte ich durch ein leises Poltern auf. Ich hatte einen sehr leichten Schlaf, sodass mich jedes kleinste Geräusch sofort aufschreckte.

Ich warf einen Blick auf die Uhr und sah, dass es erst drei Uhr morgens war. Ich schaltete das Licht in meinem Zimmer ein und ging zum Fenster.

Draußen sah ich Mama und den Typen, den sie damals schon getroffen hatte. Sie schleppten große Taschen, die eher aussahen wie Säcke.

Sofort lief ich nach draußen, um herauszufinden, was los war.

"Ma? Was ist das? Wo willst du hin?", fragte ich. Ich konnte nicht fassen, dass sie es geschafft hatten, Don Georges schweren Tresor zum Auto zu schleuchten. Er stand offen, und ich konnte sehen, dass er bis zum Rand mit Geld gefüllt war – noch dazu US-Dollar. Es handelte sich zweifellos um Millionen.

In diesem Moment schien ich meine Mutter überhaupt nicht mehr wiederzuerkennen. Ihre Augen waren ganz rot, als wäre sie auf Drogen oder betrunken. Genau wie der Typ, der kaum noch geradeaus laufen konnte.

"Beeil dich, Elena, lade es ein, sonst wacht der Alte noch auf. Ich hab dir doch gesagt, wir hätten ihn gleich umlegen sollen!", fluchte der Typ genervt.

"Der Tresor ist viel wichtiger! Siehst du denn nicht, wie reich wir sind?", erwiderte Mama.

Mir gefiel überhaupt nicht, was ich da hörte, also riss ich eine der Taschen an mich und öffnete sie. Sie war voll mit Geld, Schmuck und den wertvollsten Sachen aus dem Herrenhaus.

"Ma? Bestiehlst du Don George etwa? Warum? Er gibt dir doch ohnehin alles! Du hast ihn schon im Alltag hintergangen, und jetzt hast du auch noch die Frechheit, sein Eigentum zu stehlen? Schämst du dich eigentlich gar nicht?", rief ich wütend, aber da Mama nicht mehr bei klarem Verstand zu sein schien, antwortete sie mir mit einer wuchtigen Ohrfeige.

"Du dummes Ding! Ich bin seine Ehefrau, also nehme ich mir nur meinen Anteil an seinem Vermögen! Das Beste für dich ist, wenn du uns einfach hilfst! Und jetzt hol deine Sachen, damit wir verschwinden können!"

Unter Tränen schüttelte ich den Kopf: "Nein! Das will ich nicht! Er hat uns wie Menschen behandelt. Ich will ihn nicht auf diese Weise im Stich lassen. Was ist bloß aus dir geworden, Ma? Ich kenne dich überhaupt nicht mehr!"

"Hey! Ihr zwei Weiber, wenn ihr streiten wollt, dann macht schneller, sonst werden wir noch erwischt! Kommt, wir hauen ab, damit wir rechtzeitig zurück ins Casino kommen! Meine Finger jucken schon so!" schrie der Typ, setzte sich auf den Fahrersitz des Vans und ließ den Motor aufheulen.

Wütend sah Mama mich an: "Kommst du jetzt mit oder verstoße ich dich?"

Ich antwortete mit ernster Stimme: "Verstoße mich ruhig, Ma. Aber ich werde nicht so wie du enden. Ich hoffe nur, du bereust das nicht noch!"

Mama warf mir nur einen bösen Blick zu, stieg in den Van und sie rasten davon. Unter Tränen ging ich zurück ins Haus. Als ich die Treppe hinaufgehen wollte, erschrak ich, weil Don George dort stand.

Mir war klar, dass er längst wusste, was vorgefallen war. Sofort sank ich auf die Knie, während er langsam die Stufen zu mir herabkam.

"I-Ich flehe Sie an, Don George, zeigen Sie Mama nicht an. I-Ich werde alles bezahlen, was sie gestohlen hat. Egal wie lange es dauert. Machen Sie mich meinetwegen zu Ihrer Sklavin", schluchzte ich.

Aber als er bei mir ankam, half er mir auf die Beine und zog mich mit sich in den Bar-Bereich. Er öffnete eine Flasche Alkohol und goss etwas in ein Glas.

"Das verlorene Geld lässt sich ersetzen. Ich bin reich und kann das Zeug ohnehin nicht mit ins Grab nehmen. Aber wenn das Vertrauen erst einmal weg ist, kommt es nie wieder zurück. Der Schmerz, den das verursacht hat, bleibt. Ich wusste schon lange, dass deine Mutter mich niemals wirklich geliebt hat. Sie hat mich nur benutzt, um zu entkommen. Und weißt du was? Ich habe sie auch nie geliebt. Als ich sie damals vor ihrem Chef rettete, der sie fast umgebracht hätte, weil sie ihn bestohlen hatte, sagte sie mir, sie habe das nur für ihre Tochter getan. Ich dachte mir, jede Mutter würde alles für ihr Kind tun. Mein einziger Fehler war, dass ich ihr geglaubt und vertraut habe. Heute sehe ich, dass sie eine Lügnerin ist. Damals hat sie ihren Boss nicht wegen dir bestohlen, und jetzt, wo sie mein Geld genommen hat, bist du ganz gewiss auch nicht der Grund dafür – denn jede vernünftige Mutter hätte darauf bestanden, ihr Kind mitzunehmen."

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