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Kapitel 14

Celeste
Als Valentina Sebastians Blick bemerkte, schoss ihr sofort die Erinnerung an jene chaotische Nacht in den Kopf.

Ihre Wangen begannen augenblicklich zu brennen.

Dabei wirkte der Mann so vornehm und edel, sein Gesicht war eisig kühl, und in seinen Phönixaugen lag nicht das geringste Funken von Begierde.

Man wollte ihn einen Halunken nennen, fand aber keinen Ansatzpunkt.

Valentina konnte nur leicht hüsteln und weiterreden: „Der Vorteil ist: Unser Unternehmen ist zwar klein, aber wenn Sie diesen Vertrag mit uns unterschreiben, werden wir uns mit ganzem Herzen auf Ihr Projekt konzentrieren. Wir werden sorgfältiger arbeiten als andere Firmen.“

Sie warf Sebastian einen Blick zu, doch sein Gesicht blieb unbewegt.

Valentina verdrehte innerlich die Augen und fuhr fort: „Außerdem können wir jede Anforderung, die Sie stellen, maximal erfüllen!“

Endlich zeigte sich eine Regung auf Sebastians Gesicht.

„Ach ja? Jede Anforderung?“

Valentina nickte aufrichtig, doch dann trafen ihre Augen auf seine bodenlosen Pupillen.

Er sagte nichts mehr. Seine Finger klopften weiter unregelmäßig auf das Sofa und erzeugten ein leises Tack-Tack.

Es klang gemächlich.

Doch jeder einzelne Schlag schien auf ihre Herzspitze zu treffen und machte sie immer nervöser.

Die Zeit verging Sekunde für Sekunde. Erst nach einer ganzen Weile öffneten sich seine schmalen Lippen.

„Diesen Vertrag kann man durchaus unterschreiben.“

Als Valentina das hörte, breitete sich sofort Freude auf ihrem Gesicht aus.

Doch gleich darauf sagte Sebastian: „Ich kann Ihnen denselben Preis zahlen wie großen Firmen. Aber ich habe eine Bedingung.“

Valentina presste ihre Lippen zusammen: „Sagen Sie es. Alles, was wir erfüllen können, werden wir erfüllen.“

Sebastian hob leicht eine Augenbraue und sah sie an: „Meine Bedingung ist: Ich will dich.“

Valentina nickte ohne nachzudenken: „Natür... was?“

Sie stockte und sah Sebastian an: „Herr Keller, wollen Sie, dass ich Ihre Freundin werde?“

Sofort legte sich ein spöttisches Lächeln auf Sebastians Lippen. Er zog eine Augenbraue hoch und sagte mit höhnischer Stimme: „Glaubst du, du bist qualifiziert?“

Diese Worte waren wirklich verletzend. Valentina schloss den Mund und sagte nichts mehr.

Doch Sebastian behielt seine vornehme Haltung bei, stand auf und sagte: „Ich gebe dir einen Tag Bedenkzeit. Ich wohne oben, Zimmer 808. Wenn du dich entschieden hast, komm mit dem Vertrag zu mir.“

Kaum hatte er das gesagt, stand er auf und ging direkt.

Zurück blieb Valentina, die perplex und wie gelähmt allein im Raum saß.

Hatte sie richtig gehört?

Sebastian nutzte den Vertrag praktisch aus, um sie zu einer Beziehung mit ihm zu nötigen?

Ihr Herz wurde langsam kalt.

Zwar hatte sie zuvor Sebastian selbst verführt, aber das war etwas völlig anderes.

Wenn sie diesmal zustimmte, was war dann der Unterschied zu... zu sich verkaufen?

Sebastian war zweifellos ein außergewöhnlicher Mann. Sie hatte nichts gegen ihn.

Aber wenn sie so handelte, wäre ihr Status mit Sebastian völlig ungleich!

Sie fragte sich unwillkürlich: War dieser Vertrag wirklich so wichtig?

Gerade als sie mit sich selbst rang, klingelte plötzlich ihr Telefon.

Es war Sophie. Sie zögerte kurz, nahm ab und wollte gerade etwas sagen, als sie Sophies schluchzende Stimme hörte: „Hallo, Valentina, was soll ich tun, was soll ich nur tun...“

Valentina sammelte sich und fragte: „Was ist los?“

Sophie schluchzte: „Meine Mutter ist im Krankenhaus. Das Krankenhaus sagt, dass meine Mutter Nierenversagen hat. Sie muss sofort eine Spenderniere finden und transplantiert werden, aber...“

„Aber der Arzt sagt, es kostet so viel Geld. Ich... ich habe nicht so viel.“

Aus Sophies stockenden Worten wurde Valentinas Herz halb kalt.

Sophies Mutter war schwer krank und ins Krankenhaus eingeliefert worden. Sie brauchte dringend Operationskosten, mindestens eine Million.

Früher hätte Valentina eine Million ohne Weiteres aufbringen können, aber die Gründung dieser Firma hatte sie und Sophie all ihre Ersparnisse gekostet.

Jetzt reichte das Geld auf dem Firmenkonto nur noch für die Gehälter der Mitarbeiter.

Eine Million war für sie und Sophie im Moment wirklich schwierig.

Nach einer Weile fiel ihr Blick auf den Vertrag vor ihr.

„Ist schon gut, ich finde eine Lösung.“ Valentina sagte in vorgetäuschter Gelassenheit zu Sophie: „Ich überweise dir erst einmal Geld für die Anzahlung. Den Rest bekommst du morgen auf dein Konto.“

Sie kannte Sophie seit so vielen Jahren. Sophie bat sie nie leichtfertig um etwas.

Diesmal gab es wohl keinen anderen Ausweg.

Nachdem sie aufgelegt hatte, seufzte Valentina. Sie umklammerte den Vertrag und ging nach oben.

Vor Zimmer 808 blieb sie stehen und klopfte an die Tür.

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