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Kapitel 10 – Die Hochzeitsnacht

last update publish date: 2026-10-09 13:42:35

Eve

Der Lärm der Hochzeitsfeier klingt mir noch in den Ohren, verstummt aber schlagartig, als wir in die Auffahrt einbiegen.

Kein Geplauder über Champagnergläsern, keine anschwellende Orchestermusik. Die Villa empfängt uns mit einer Stille, die so vollkommen ist, dass sie inszeniert wirkt. Als hätten die Wände den Befehl bekommen, den Atem anzuhalten.

Mein Puls stolpert gegen meine Rippen. Ich richte mich auf und verberge jedes verräterische Zeichen, so gut ich kann. Vor ihm Angst zu zeigen fühlt sich an wie Blut im Wasser, während ringsum Haie kreisen.

Am Fuß der Marmorstufen zögert Dominik nicht. Er beugt sich vor, nimmt mich auf die Arme und hebt mich mühelos vom Boden. Mein erschrockenes Keuchen bleibt mir im Hals stecken. Um seinen Mund spielt diese leise, kalte Belustigung, die ich schon viel zu gut kenne.

„Willkommen zu Hause, Mrs. Grimaldi“, murmelt er und trägt mich über die Schwelle.

Die Worte legen sich wie Fesseln auf meine Haut. Schwerer noch als der Ring, der schon an meinem Finger brennt.

Drinnen drückt die Stille noch enger auf uns. Meine Absätze baumeln nutzlos, meine Hände greifen ins Leere, weil ich mich weigere, sie um seinen Hals zu legen. Ich hasse mich dafür, dass ich den Atem anhalte.

Er sieht mich nicht an, als würde oben etwas Außergewöhnliches auf ihn warten. Er sieht mich an, als hätte er längst über den Ausgang entschieden.

Ich war noch nie in seinem Schlafzimmer. Und gerade jetzt möchte ich da nun wirklich nicht hinein. Ich hätte viel mehr Champagner trinken sollen. Für das, was jetzt kommt, wäre Bewusstlosigkeit eindeutig die bessere Option.

Das Schlafzimmer ist obszön groß. Eine gewölbte Decke, polierter Stein, ein Bett, auf dem eine ganze Armee Platz hätte. Ich kann ihn mir lebhaft darauf vorstellen, wie er sich zwischen sechs nackten Frauen austobt.

Kaschmirdecken und Seidenlaken schimmern wie ein Altar, der auf sein Opfer wartet.

Luciana muss es eigens für heute Abend hergerichtet haben. Dominik wirkt nicht gerade wie der Typ für Elfenbein und Türkis.

Als er mich neben dem Bett auf die Füße stellt, mache ich mich auf Gewalt gefasst. Ich warte darauf, dass er mich aufs Bett stößt. Dass er Seide und Haut in einem Atemzug zerreißt und mich bricht, weil er es kann. Das tun Männer wie er. Das tut Macht, wenn sie auf Widerstand trifft. Ich zwinge mich, die Schultern gerade zu halten, obwohl sich mein Magen immer enger zusammenzieht.

Er schließt die Türen mit einem leisen Klicken. Vollkommen gelassen. Keine gelockerte Krawatte, kein Haar außer Form. Er könnte genauso gut einen Konferenzraum betreten statt seiner Hochzeitssuite. Diese Ruhe lässt mir mehr Schauer über die Haut laufen als eine erhobene Faust. Er setzt sich in den Ledersessel am Kamin.

„Zieh dich aus“, sagt er.

Leise und ohne jede Eile. Als würde er mich bitten, ihm Wein einzuschenken.

Mein Mund wird trocken. Jeder Instinkt schreit danach, Nein zu sagen. Das blasse, schweißnasse Gesicht meines Vaters taucht vor meinem inneren Auge auf. Ich beiße die Worte zurück und halte sie hinter den Zähnen gefangen.

Das Zittern meiner Hände kann ich nicht verbergen, als ich nach dem ersten Verschluss am Rücken meines Kleides greife.

Dominik steht lautlos auf, schiebt meine Hand beiseite und öffnet geschickt die Reihe winziger Knöpfe an meinem Rücken. Absichtlich lässt er sich Zeit. Seine Fingerspitzen streichen leicht über meine Haut, während er sich nach unten vorarbeitet. Dann tritt er zurück und setzt sich wieder.

Langsam streife ich das Kleid ab. Die Seide flüstert, als sie an meiner Haut hinabgleitet. Ich halte das Kinn oben, als wäre es meine Entscheidung, mich zu entblößen, und nicht sein Befehl. Das Kleid sinkt zu meinen Füßen zusammen. Eine verlassene Pfütze aus Mondlicht auf dem Wollteppich.

Dominik lehnt sich in seinem Ledersessel zurück. Die Beine gespreizt, die Hände auf den Armlehnen, wie ein König, der einer Darbietung zusieht.

Sein Raubtierblick wandert mit brutaler Genauigkeit über mich. Das Korsett und die Spitze, die für heute Nacht ausgesucht wurden, schnüren mich eng ein und drücken meine Brüste hoch. Strumpfhalter halten die Strümpfe an ihrem Platz. Jeder Zentimeter ist dafür gemacht, ihm beim Hinsehen Freude zu bereiten.

Er bewegt sich nicht. Er sieht nur zu.

„Langsamer“, murmelt er.

Meine Finger zittern, während ich das Korsett öffne. Haken für Haken. Mit jedem gelösten Verschluss kann ich freier atmen. Es fällt ab, und sein Blick huscht über die Rundungen meiner Brüste, über meine aufgerichteten Brustwarzen, die sich gegen die Spitze drücken. Ich will mich bedecken, aber seine Stimme hält mich auf.

„Versteck dich nicht. Eine Ehefrau braucht vor ihrem Mann nicht schüchtern zu sein.“

Hitze steigt mir in die Wangen. Wut, Demütigung und darunter etwas, das morden könnte. Ich gehorche. Wenn ich es nicht tue, wären die Folgen verheerend.

Der Spitzen-BH folgt. Dann die Strumpfhalter, und die Strümpfe gleiten Stück für Stück an meinen Oberschenkeln hinab. Jede Bewegung fühlt sich aufreizend an. Als würde ich mich für einen Liebhaber ausziehen, obwohl ich mich in Wahrheit für meinen Entführer ausziehe.

Unter seinem intensiven Blick kribbelt meine Haut. Als ich nur noch meinen Slip anhabe, glüht mein Körper und zittert.

„Den lässt du an“, befiehlt er. Seine Stimme ist raue Seide, die wie Rauch durch mich zieht.

Ich erstarre. Meine Hände verharren an meinen Hüften, der Atem stockt mir in der Brust, als er sich langsam und bedächtig aus dem Sessel erhebt. Ein Raubtier, das sich nähert. Er geht um mich herum. Überall, wo sein Blick vorbeistreicht, spannt sich meine Haut, als könnte er mich allein damit berühren. Als seine Finger endlich über meine Schulter gleiten, zucke ich zusammen.

„Du erwartest, dass ich dich gegen deinen Willen nehme“, murmelt er an meinem Ohr. Seine Hand wandert schwer und besitzergreifend meinen Arm hinab. „Du glaubst, ich werde mich jetzt so brutal an dir vergehen, dass du jede Sekunde hasst.“

Mein Atem setzt aus. Ja. Genau das glaube ich.

„Aber du irrst dich.“ Seine Hand legt sich um meine Taille und zieht mich eng an ihn. Durch seine Hose spüre ich seinen harten Schwanz.

„Ich musste noch nie jemanden ohne Erlaubnis nehmen. Ich bin kein Vergewaltiger, Eve. Ich bin ein Killer. Ich will mehr als deine Angst. Ich will, dass du dich nach meiner Berührung verzehrst, obwohl du es besser weißt. Dass du dich nach meinen Händen an deinen Titten sehnst. Nach meinem Schwanz tief in deiner tropfnassen Fotze.“

Ich beiße mir so fest auf die Lippe, dass ich Blut schmecke. „Das wird nie passieren.“

Er lacht leise, und der Laut vibriert gegen meine Haut. „Du musst mir nicht glauben, Eve. Aber du wirst mich anbetteln. Schon bald.“

Seine Hand gleitet über meinen Bauch und unter die Spitze. Ein scharfes Keuchen reißt sich aus meiner Kehle. Ein Laut, den ich nicht genehmigt habe. Eine schamlose Bitte, die mein Verstand am liebsten erwürgt hätte. Meine Beine öffnen sich unwillkürlich und lassen ihn besser an mich heran. Seine Finger gleiten tiefer und spreizen meine Schamlippen mit demütigender Leichtigkeit. Ich bin nass. So verdammt nass.

Nein.

Ich balle die Fäuste neben meinem Körper. „Wagen Sie es ja nicht …“

„Du bist klatschnass für mich“, sagt er triumphierend. „Dein Körper weiß schon, wem du gehörst. Dein Kopf wird es auch noch begreifen. Dein Herz kannst du behalten.“

Ich schüttle den Kopf. Wut versengt meine Haut. Natürlich bin ich nass, du arroganter Bastard, denke ich. Das ist ein biologischer Reflex und keine verdammte Einladung. Mein Körper ist ein dummes, primitives Tier, und er weiß genau, wo er es anstupsen muss. „Ich hasse Sie“, sage ich. Die Worte schmecken nach Säure.

„Gut.“ Langsam zieht er seine Finger über meine Klitoris. Kreist, drückt, reizt mich, bis meine Knie zittern. „Hass mich, während du für mich kommst. Hass mich, während ich dir beibringe, was dein Körper wirklich will. Hass mich mit Leidenschaft.“

Ich ersticke ein Wimmern, grabe die Zähne in meine Lippe, um es zurückzuhalten. Seine Finger bewegen sich mit vernichtender Präzision. Geben mir nie genug, ziehen sich immer zurück, kurz bevor ich über die Kante kippe. Tief in meinem Bauch ballt sich die Hitze, schmerzhaft und unerträglich.

„Bitte“, flüstere ich. Aber nicht für ihn. Für mich. Für Erlösung.

Er zieht seine Hand ganz zurück.

Ich schwanke. Ein verzweifelter Laut entkommt mir, ehe ich ihn aufhalten kann. Er packt mein Kinn und zwingt mich, ihn anzusehen. Seine Augen sind eisig, doch darunter sehe ich Hunger.

„Du bleibst an meiner Seite“, sagt er. „Morgens, mittags und nachts. Du wirst dich nicht selbst anfassen. Du wirst keine Erlösung finden, wenn ich sie dir nicht gebe. Wenn du sie willst, kommst du zu mir. Und du wirst mich anflehen, diese Ehe zu vollziehen.“

„Ich werde nicht betteln.“ Meine Stimme zittert.

„Doch.“ Sein Daumen drückt auf meine geschwollene Unterlippe und verwischt die feine Spur meines Blutes. „Dein Körper wird dich verraten, bis du keine Wahl mehr hast.“

Er drückt mich aufs Bett. Nicht grob, aber mit vollkommener Autorität. Er legt sich nicht über mich. Er nimmt mich nicht.

Gelassen zieht er sich aus. Hängt seinen Smoking und mein Kleid nebeneinander auf, ehe er zuletzt seine Boxershorts abstreift.

Sein Raubtierblick hält meinen fest, als er auf das Bett zukommt. Sein steifer Schwanz wippt gegen seinen Bauch. Seine geschwollenen Hoden schwingen bei jedem Schritt leicht mit.

„Dir scheint zu gefallen, was du siehst. Das ist ein guter Anfang“, murmelt er mit kaum unterdrückter Selbstzufriedenheit.

Mir wird klar, dass ich ihn angestarrt habe. Die Muskeln in meiner Muschi ziehen sich erwartungsvoll zusammen, meine Schamlippen zucken vor Verlangen. Gott sei Dank kann er das nicht sehen. Mein Körper scheint zu glauben, wir wären in einem Porno und er wäre der Hauptgewinn.

Er streckt sich neben mir aus. Ein Arm sperrt mich ein, der andere zeichnet beiläufige Muster auf meinen Bauch. Tiefer, immer tiefer, bis ich erschauere.

Wieder treibt er mich bis kurz vor den Höhepunkt und zieht sich zurück. Immer und immer wieder, bis ich vor Frust fast durchdrehe. Ich presse die Schenkel zusammen, doch er drückt sie mühelos wieder auseinander.

„Du tropfst“, flüstert er an meiner Kehle. „Du tropfst und glaubst immer noch, du könntest widerstehen.“

Tränen brennen in meinen Augen. Vor Wut, vor Scham, vor dem unerträglichen Ziehen, mit dem er mich zurücklässt. Dieses Fleisch, diese Haut und diese Knochen, die ich seit vierundzwanzig Jahren bewohne, sind zu einem fremden Land geworden. Und dieses Land hat ohne meine Zustimmung gerade einen Vertrag mit dem Feind unterschrieben.

Endlich hält seine Hand still. Ich zittere, unbefriedigt. Seine Lippen streifen mein Ohr, und er verspricht leise: „Bald wirst du betteln. Und dann gebe ich dir alles, was du so verzweifelt verleugnest.“

So lässt er mich liegen. Nass. Frustriert. Wütend.

Irgendwann schleicht sich der Schlaf heran. Mein Körper schmerzt vor ungestilltem Verlangen. Meine Haut ist feucht, mein Hals rau von all den Lauten, die ich zurückhalte und die er niemals hören soll.

Ich schlafe neben ihm ein. Aufgewühlt, wütend und klatschnass.

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