ログインEveIch wache langsam auf, widerwillig. Die beharrliche Wärme der karibischen Sonne, die durch die bodentiefe Glasfront fällt, zieht mich aus einer traumlosen Leere.Mein Körper fühlt sich schwer an, hat Blutergüsse an Stellen, von denen ich nicht wusste, dass man dort welche haben kann. Und doch ist er seltsam … ruhig. Als wäre ein Sturm vorübergezogen und hätte eine Landschaft hinterlassen, die für immer verändert ist, aber im Moment stillliegt.Letzte Nacht war … intensiv. Selbst für Dominiks Verhältnisse. Seine Reaktion auf meine Fragen nach seiner Vergangenheit war nicht bloß herrisch. Sie war absolut. Die Erinnerung jagt mir einen unwillkürlichen Schauer über den Rücken. Eine verwirrende Mischung aus Angst und etwas, das gefährlich nah an Begeisterung liegt.Ich drehe mich vorsichtig um und erwarte, dass er längst weg ist. Bereits versunken in die finsteren Geschäfte, mit denen er seine frühen Morgenstunden verbringt.Stattdessen sitzt er draußen vor unserem Zimmer am Rand der T
Dominik„Hat eine von ihnen Ihnen … das gegeben?“Ihre Frage hängt in der warmen, nach Jasmin duftenden Luft. Eine gezielte Spitze, die mitten ins Zentrum meiner Kontrolle trifft. Sie steht vor mir, in kaum vorhandene Spitze gehüllt, Mondlicht streichelt ihre Haut. Stellt meine Vergangenheit infrage, verlangt eine Bestätigung, die über den körperlichen Anspruch hinausgeht, den ich längst absolut geltend gemacht habe.Ein Teil von mir ist wütend. Sie wagt es, die Außenwelt, die belanglosen Geister früherer Begegnungen in diesen Zufluchtsort zu bringen, den ich geschaffen habe? Diese Blase existiert zu einem einzigen Zweck. Ihre vollständige Unterwerfung und die Zeugung meines Erben. Ihre Unsicherheit, ihr kleinliches Bedürfnis nach Vergleichen, sind Ablenkungen. Verunreinigungen.Aber ein anderer Teil … ein anderer Teil empfindet einen Schub dunkler, selbstgefälliger Zufriedenheit. Eifersucht. Sie ist unverhohlen und unübersehbar in ihren Augen, in der angespannten Linie ihres Mundes,
EveSeine Zärtlichkeit ist eine Waffe, auf die ich nicht vorbereitet war.Die Gewalt, die Dominanz, die grobe Inbesitznahme – damit kann ich etwas anfangen. Ich hasse es, mein Körper verlangt danach, aber es passt ins Bild. Dominik Grimaldi, das Monster, nimmt sich, was ihm gehört.Aber die Sonnencreme … das war anders. Das langsame, behutsame Gleiten seiner Hände, die unerwartete Sanftheit seiner Berührung, wie er die Schmerzen lindert, die er selbst verursacht hat … Es bringt alles durcheinander, was ich über ihn zu wissen glaube.Ich liege noch lange auf der Sonnenliege, nachdem er hineingegangen ist. Der Kokosduft der Lotion haftet an meiner Haut, ein verwirrendes Parfüm aus Fürsorge und Gefangenschaft. Mein Körper ist entspannt, beinahe knochenlos, die Sonnenwärme zieht tief in meine Muskeln. Aber mein Kopf ist ein einziges Chaos.Dieser kurze Augenblick stiller Intimität fühlte sich gefährlicher an, hat mich mehr aus dem Gleichgewicht gebracht als jede seiner offenen Besitzbekun
DominikDie Insel hat ihren eigenen Rhythmus, und er gehört mir. Die Sonne geht auf, wenn ich es befehle, die Wellen brechen im Takt von Eves keuchendem Atem, und die Tage vergehen in einem Rausch aus Salz, Haut und Unterwerfung.Sie ist vollständig erobert.Ihr Körper, einst eine Festung des Widerstands, ist jetzt ein Gebiet, das ich besser kenne als mein eigenes. Ich kenne die genaue Stelle an ihrem Hals, an der ihr Atem stockt. Das Zittern an den Innenseiten ihrer Schenkel, kurz bevor sie kommt. Den rauen, hilflosen Laut, den sie von sich gibt, wenn ich sie über die Lust hinaus in das köstliche Reich des Schmerzes treibe.Ein Sieg ist ein wirksamer Balsam. Die kalte Wut, die ihr Verrat entfacht hat, ist einer tiefen, glühenden Zufriedenheit gewichen.Ich habe sie von ihren Lügen gereinigt, als mein Eigentum markiert und mit meinem Ziel erfüllt. Zum ersten Mal ist sie in meinen Händen völlig fügsam. Sie versucht nicht einmal mehr so zu tun, als wollte sie mich nicht.Das feurige, re
EveDie Tage fließen ineinander, gemessen nicht in Stunden, sondern am Auf- und Untergehen der Sonne und am Rhythmus von Dominiks Körper in meinem.Hier gibt es keine Uhren. Keine Zeitpläne. Keine Welt jenseits der Grenzen dieser vollkommenen, erstickenden Insel. Mein altes Leben, meine Rachepläne, die Daten, die ich auswendig gelernt habe – all das fühlt sich an wie ein Traum aus einem anderen Leben. Die einzige Wirklichkeit besteht aus Sonne, Meer und ihm.Ich wache mit Salz in der Luft und dem schweren Gewicht seines Arms auf meiner Taille auf. Mein Körper schmerzt ständig, unterschwellig. Ein Nachhallen von Wundsein und gestilltem Verlangen, das nie ganz vergeht.Ich kämpfe nicht mehr gegen ihn. Nicht wirklich. Der Hass ist noch da, ein harter, bitterer Stein in meinem Bauch. Aber etwas anderes ist hinzugekommen, etwas weitaus Heimtückischeres. Ein hungriges, unstillbares Verlangen.Mein Körper hat gelernt, das raue Kratzen seiner morgendlichen Bartstoppeln an der Innenseite meine
DominikDas leise Brummen der Gulfstream-Triebwerke ist das einzige Geräusch zwischen uns.Die Kabine ist ein Kokon aus Druckluft und teurem Leder, der uns Tausende Kilometer von der Welt fortträgt, in der wir uns normalerweise bewegen.Ich beobachte Eve, während sie durch das kleine ovale Fenster auf die endlose Weite aus blauem Himmel und weißen Wolken starrt.Seit wir das Haus verlassen haben, ist sie still. Ein angespanntes, brodelndes Schweigen, weit interessanter als jeder lautstarke Protest, zu dem sie sich aufraffen könnte.Sie trägt ein schlichtes cremefarbenes Sommerkleid, locker geschnitten und für die Reise täuschend züchtig. Ich weiß, was darunter ist. Nichts. Ich habe sie sich vor meinen Augen anziehen lassen und darauf geachtet, dass sie keine Unterwäsche trägt. Eine kleine, ständige Erinnerung daran, dass ich uneingeschränkt über ihren Körper verfüge.Ihr Profil verrät den inneren Kampf. Ihr Kiefer ist angespannt, ihre Schultern sind starr vor Groll, aber ihre Augen …







