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#9. Heimliche Eindringlinge

Author: silver구슬
last update publish date: 2026-07-03 21:46:13

Ende März blieb die Luft draußen vor dem Fenster zynisch, doch das Innere des Büros vibrierte von einer seltsamen Hitze, die von den Büroangestellten erzeugt wurde.

Inmitten des Raschelns von Papierstapeln und dem Klappern von Tastaturen fügte sich Hyeon-sins Stimme in den Lärm ein.

"Ich habe das Kopieren des Vorschlags abgeschlossen, stellvertretender Manager Choi!"

"Hey, Teilzeitkraft! Überprüf das hier mal auf Tippfehler."

"Ja, ich komme!"

Hyeon-sin bewegte ihre Füße mechanisch.

Das weite Hemd, das sie trug, und das Pseudonym einer Teilzeitkraft dienten als perfekte Hülle, um ihre wahre Identität zu verbergen. Sie saß an ihrem Schreibtisch in der Ecke und blätterte durch die arroganten Papierbündel, die von den Eliten produziert wurden. Das Überprüfen trockener Zahlen- und Textkolonnen war eine Fähigkeit, die sie während ihrer Ausbildung zur Agentin gemeistert hatte, sodass sie mühelos damit umging.

Genau in diesem Moment—

"Ugh."

Ein scharfer Stich blitzte durch ihre Fingerspitze.

Die Kante eines makellosen Blattes A4-Papier hatte sich tief in ihr wehrloses Fleisch geschnitten. Aus Angst, dass sich ein roter, purpurner Streifen auf der leeren weißen Seite ausbreiten könnte, überprüfte sie den Bericht vor ihrer eigenen Hand. Hyeon-sin schnalzte innerlich mit der Zunge. Es war ein unachtsamer Fehler, völlig unpassend für eine Agentin mit instinktiven Reflexen.

Sie steckte den verletzten Finger automatisch in den Mund und saugte an der Wunde.

Der metallische Geschmack von Eisen überflutete ihren Mund und schärfte augenblicklich ihre Sinne.

"Hey, warum lutschst du an deinem Finger wie ein Baby? Das sieht provokant aus."

Eine tiefe, festgesetzte Stimme kratzte an ihren Trommelfellen.

Hyeon-sins Schultern versteiften sich sichtlich. Provokant? Welcher Teil davon war provokant?

"Argh, was bist du, ein Ninja?"

Als sie ihre erschrockenen Augen hob, blickte Kim Gang-mu auf sie herab und starrte sie mit einem unangenehm intensiven Blick an. Sie hatte nicht einmal bemerkt, wie er näher gekommen war.

Er war Arzt und der Jugendfreund von Han Gyoo-ryeon, dem Eigentümer dieser Firma. Ohne ein Geräusch zu machen, war er direkt in Hyeon-sins privaten Bereich getreten.

"Ein Ninja? Nein. Du bist einfach nur stumpfsinnig."

"Ich wusste nicht einmal, dass Sie hier sind."

"Wunderschön."

Dieser Mann. Warum war sein Blick immer so stechend scharf?

"Wie bitte?"

"Deine Hände. Sie sind außergewöhnlich hell und schlank, genau wie die eines Mädchens."

Obwohl es wie ein beiläufiger Witz vorgebracht wurde, lauerte ein seltsames Verlangen nach Beobachtung hinter seinen Worten.

Hyeon-sin wandte ihren Blick nonchalant ab. Der rückenmarkschüttelnde Nervenkitzel, fast ihre Identität preisgegeben zu haben, als sie Gye-yeong und diesen Männern am abgebrannten Waisenhaus begegnete, schien immer noch ihren Rücken hinunterzulaufen.

Trotzdem war es eine instinktive Entscheidung gewesen, direkt in das Herz des Feindes zu treten.

Je größer der Spieler, desto näher musste man an ihm dranbleiben, um seine Karten zu lesen.

'5 Tage die Woche, flexible 4-Stunden-Schichten. Unterkunft und Snacks werden gestellt. 2 Millionen Won pro Monat.'

Diese außergewöhnliche Vereinbarung bot Hyeon-sin einen perfekten Zufluchtsort.

Es gab jedoch eine unkalkulierte Variable. Es war die hartnäckige und unverhohlene Aufmerksamkeit dieser Männer, die im Büro des CEO verkehrten, als wäre es ihr eigenes Wohnzimmer.

"Teilzeitkraft, ich habe dir doch gesagt, dass deine Hände hübsch sind. Lass mich mal sehen."

"Ich werde an so einem Kratzer nicht sterben, Dr. Gang-mu."

Hyeon-sin antwortete trocken und drehte ihren Körper weg, aber Gang-mu war unerbittlich.

Sein Blick verweilte auf ihren Lippen, bevor er langsam zu ihrem Finger hinunterwanderte.

"Sich so zögerlich anzustellen, weckt in mir nur noch mehr den Wunsch, dich anzufassen. Komm her, lass es mich behandeln."

Gang-mus große Hand packte plötzlich Hyeon-sins schlankes Handgelenk.

Ein leichtes Zucken erschien zwischen ihren Augenbrauen, während sie ihre Reflexe als Agentin unterdrückte. 

Im Moment war sie nur eine mittellose Teilzeitkraft, die keinen anderen Ort hatte, an den sie gehen konnte. Schließlich ließ sie die Anspannung aus ihrem Körper weichen und erlaubte es sich, in die Lobby geführt zu werden.

= = =

Am hinteren Ende der Lobby, auf einem Sofa, wo das Nachmittagsglühen durch die bodentiefen Fenster strömte, nahm Gang-mu zuerst Platz.

Er klopfte auf die Stelle neben sich und bedeutete Hyeon-sin, sich zu setzen. Dann legte er ihre Hand über sein Knie und untersuchte sie sorgfältig.

"Was genau glaubt ihr beiden eigentlich, was ihr hier tut?"

Eine tiefe Stimme, die genug Schwere besaß, um die Luft vor Spannung erstarren zu lassen, echote durch den Raum.

Hyeon-sins Herz setzte für den Bruchteil einer Sekunde aus.

Der Herr des Schattens, der auf sie zuschritt, war Gye-yeong. Gekleidet in einen makellos maßgeschneiderten schwarzen Anzug, wusste er genau, wie er den Druck eines Raumes allein durch seine bloße Präsenz verändern konnte.

Ohne dem Beachtung zu schenken, fummelte Gang-mu weiter an Hyeon-sins Finger herum, während er antwortete.

"Gye-yeong, du bist hier? Unsere kostbare Teilzeitkraft hat sich verletzt, also gebe ich ihm eine medizinische Spezialberatung."

Eine Verletzung? Es war ihr unangenehm, und Hyeon-sin blickte kurz zu Gang-mu, bevor sie ihren Blick verschob, nur um Gye-yeongs Augen zu begegnen.

Seine finsteren Augen wanderten an ihrem Körper hinunter.

Sein Blick war beharrlich und heiß, als versuchte er, die verborgene Wahrheit unter ihren Kleidungsschichten herauszuschneiden. Hyeon-sin starrte bewusst in die Ferne, um dieser brennenden Musterung zu entgehen.

"Was machst du mit dem Jungen?"

Gye-yeongs Blick verlagerte sich bald auf Gang-mus Hand, die damit beschäftigt war, ihren Finger zurechtzurücken und zu berühren.

"Er hat sich in den Finger geschnitten und daran gelutscht. Weißt du, wie stimulierend das aussah? Es hat in mir den Wunsch geweckt, stattdessen für ihn daran zu lutschen."

"Ugh!"

Der bloße Klang von Gang-mus typischem, unangenehmen Humor ließ eine Gänsehaut auf Hyeon-sins Rücken ausbrechen.

"Ich glaube, ich habe dir gesagt, dass das ein Verbrechen darstellt."

Als Gye-yeong zurückknurrte, verstreute sich das Geräusch von Gang-mus kicherndem Lachen wie Rauschen in der Luft.

Hyeon-sin fühlte sich von der Situation angewidert, da sie wie ein Spielzeug zwischen ihnen behandelt wurde.

Was für ein Chaos.

Wann immer sie von diesen Männern umgeben war, zogen sich ihre Schultern automatisch zusammen. Genau in diesem Moment, als Gye-yeong näher herantrat, ließ der reiche Duft von Holz, den er verströmte, ihren Verstand benebelt werden. Es fühlte sich an, als würde eine überwältigende Männlichkeit von allen Seiten näher rücken.

"Was macht ihr Jungs hier draußen, anstatt in das Büro des CEO zu kommen? Schikaniert ihr wieder unsere Teilzeitkraft?"

Dieses Mal schloss sich Han Gyoo-ryeon dem Geschehen an.

Ehe sie sich versah, fand sich Hyeon-sin von den drei Männern vollständig eingekreist. Gyoo-ryeon machte ein großes Aufheben und packte Hyeon-sins anderes Handgelenk.

"Warum ist das Handgelenk eines Jungen so unglaublich schlank? Es fühlt sich an, als würde es durchbrechen. Gang-mu, schau dir meine Hände auch mal auf diese Weise an."

Hyeon-sin stieß innerlich einen tiefen Seufzer aus.

Gang-mu zu ihrer Linken, Gyoo-ryeon zu ihrer Rechten.

Da beide Hände gefangen gehalten wurden, hatte sie nicht einmal einen vernünftigen Ort, um hinzusehen. Diese brillanten Männer inspizierten sie, als würden sie sich um ein Haustier kümmern.

"Arbeite nicht zu hart. Ich hasse es, dich verletzt zu sehen."

Beraubt seines spielerischen Gehabes, kitzelten Gang-mus sanfte Worte ihre Ohren.

Hyeon-sin senkte den Kopf, anstatt zu antworten. Genau in diesem Moment erschienen die Spitzen von Gye-yeongs Lederschuhen direkt vor ihrer Nase.

Er beugte seinen Oberkörper langsam nach unten.

Sein heißer Atem kam nah genug heran, um fast den Scheitel ihres Kopfes zu berühren. Der umgebende Lärm verblasste in den Hintergrund, sodass nur noch das deutliche Geräusch von Gye-yeongs leisem Atem übrig blieb.

"Schau hoch."

Bei seinem befehlenden Ton hob Hyeon-sin langsam die Augen, um ihn anzusehen.

In Gye-yeongs dunklen Augen wirbelten ein seltsamer Durst und ein ungelöster Verdacht heftig umher. Er streckte seine große Hand aus und hob sanft den Rand ihres Kinns an.

Ein Stoß, vergleichbar mit fliegenden Funken, brach auf der berührten Haut aus.

"Hast du ein Verbrechen begangen? Warum kannst du mir nicht in die Augen sehen?"

Gye-yeongs Daumen zeichnete langsam die Kontur ihrer Lippen nach.

Aus nackter Angst, er könnte das leichte Zittern des schlanken Kehlkopfbereichs bemerken, der unter ihrer Verkleidung verborgen war, zog sie sich noch tiefer in sich selbst zurück.

Der Abstand zwischen ihnen hatte sich gefährlich verringert, nah genug, um das Geräusch eines Atems zu teilen.

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