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Kapitel 5

Autor: Ava Sterling
last update Fecha de publicación: 2026-07-27 13:40:36

Bella lag hellwach im Dunkeln und starrte an den langsam drehenden Deckenventilator über sich. Julians sanftes Schnarchen erfüllte den Raum, gleichmäßig und friedlich, als könnte nichts auf der Welt ihn berühren. Sie drehte den Kopf leicht und sah ihn an. Sein Gesicht wirkte so ruhig, so unschuldig im Schlaf. Dasselbe Gesicht, das ihr früher die Stirn geküsst und nach zwei gehetzten Minuten „das war toll“ gesagt hatte.

Sie konnte nicht schlafen. Nicht nach allem.

Die Lingerie-Quittung brannte weiter in ihrem Kopf. Dieses teure, schlampige Set. In all ihren zwei Ehejahren hatte Julian ihr nie etwas gekauft, sie nie überrascht.

Sie würde sich nicht dafür verantwortlich machen, ihn geheiratet zu haben. Er war ein sehr süßer Junge gewesen, während sie sich trafen, bis er sie heiratete und sich über Nacht änderte.

Vorsichtig, damit sie ihn nicht weckte, griff Bella über Julians schlafenden Körper und nahm sein Handy vom Nachttisch. Der Bildschirm leuchtete hell in der Dunkelheit. Ihr Herz schlug schneller, als sie seinen Passcode eingab. Sie wusste, dass sie das nicht tun sollte, aber sie konnte nicht anders.

Sie musste sich sicher sein, bevor sie zu einem Schluss kam.

Sie öffnete seine Nachrichten und ging direkt zu dieser nicht gespeicherten Nummer.

Das neueste Gespräch war ganz oben.

**Unbekannt:** Baby, ich vermisse dich schon. Mein Körper spürt dich immer noch von gestern. Wann kommst du mich morgen sehen? Ich brauche dich wieder tief in mir.

**Julian:** Ich komme am Nachmittag. Hab Bella gesagt, ich habe wichtige Meetings. Kann es kaum erwarten, deine Fotze zu zerstören.

Bellas Atem stockte in ihrer Kehle. Sie scrollte nur ein wenig weiter, ihre Augen brannten. Sie wollte nicht alles lesen. Sie konnte es nicht ertragen. Aber ein Bild fiel ihr ins Auge.

Es war ein Aktfoto. Die Frau hatte es liegend aufgenommen, vom Hals bis zu den Hüften. Ihr Gesicht war nicht zu sehen. Nur ihre Haut, volle Brüste, und dazwischen – an ihrem Dekolleté ruhend – eine zarte goldene Kette mit einem kleinen Tränenanhänger.

Bella erstarrte.

Diese Kette.

Sie hatte sie irgendwo gesehen.

Ihre Hände begannen so heftig zu zittern, dass sie das Handy fast fallen ließ.

*Warte… warum ist diese Kette so vertraut? Es kann unmöglich Scarlett sein, oder? Nein. Sie würde das nicht tun. Sie ist meine Schwester. Sie würde nicht…*

Tränen verwischten ihre Sicht. Sie wischte sie schnell weg, aber mehr kamen. Sie glitten still über ihre Wangen, während sie das Foto anstarrte. Die zarte Kette. Die Art, wie sie perfekt zwischen den Brüsten der Frau lag. Sie sah identisch aus.

Sie sperrte das Handy und legte es mit zitternden Fingern zurück auf den Nachttisch. Dann drehte sie sich von Julian weg und rollte sich auf ihrer Bettseite zusammen. Die Schluchzer kamen zuerst leise, dann härter. Sie drückte ihr Gesicht in das Kissen, um den Laut zu dämpfen.

Alles tat weh.

Der Mann, der hinter ihr schlief, hatte einer anderen Frau stundenlang über das Ficken geschrieben. Er hatte ihr teure, dreckige Lingerie gekauft. Er hatte sich darüber beschwert, wie schnell er mit seiner eigenen Frau fertig war. Und jetzt diese Kette. Die, die ihre eigene Schwester heute getragen hatte.

Bella weinte, bis ihre Brust schmerzte. Sie weinte um die Ehe, die sie zu haben glaubte. Um all die Nächte, in denen sie sich eingeredet hatte, dass zwei Minuten normal seien. Um die Art, wie sie angefangen hatte, Jax anzusehen, während die Schuld sie lebendig auffraß, während ihr Ehemann draußen das hier tat.

Sie wischte sich das Gesicht mit dem Handrücken ab und atmete zittrig.

Genug.

Sie setzte sich langsam im Dunkeln auf und sah Julians schlafende Gestalt an. Etwas Kaltes und Scharfes setzte sich in ihrer Brust fest.

„Julian…“ flüsterte sie, die Stimme kaum hörbar. „Du hast das angefangen.“

Sie starrte ihn einen langen Moment an, Tränen trockneten noch auf ihren Wangen.

„Jetzt bin ich bereit, dieses Spiel mit dir zu spielen.“

Ihr Geist driftete zu Jax. Zu der Art, wie er sie im Wohnzimmer angesehen hatte. Dem Hunger in seinen Augen. Der Macht in seiner Stimme, als er ihren Namen sagte. Der Art, wie ihr Körper reagiert hatte, trotz aller Scham.

Wenn Julian sie so verletzen konnte…

Wenn er sie so leicht betrügen konnte…

Dann musste sie sich vielleicht nicht länger dafür bestrafen, jemanden zu wollen, der sie tatsächlich begehrt fühlen ließ.

Bella legte sich wieder hin und starrte erneut an die Decke. Ihr Herz pochte mit einer neuen Art von Entschlossenheit.

Wenn du denkst, du kannst mich so verletzen… dann wähle ich deinen Vater.

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