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KAPITEL 3

Autor: Nikolaus
last update Data de publicação: 2026-08-26 06:29:14

„Bitte, bitte verzeihen Sie mir. Ich habe einen Fehler gemacht, einen schrecklichen Fehler. Es tut mir so leid.“

Sie kniete am Boden.

Mira Wellington, die sich in ihrem ganzen Leben noch nie für irgendetwas erniedrigt hatte, kniete auf dem Steinboden und umklammerte mit beiden Händen seinen Knöchel.

"Du bist von ihm schwanger, nicht wahr?"

Die Farbe, die ihr Gesicht überflutete, sagte ihm alles, was er wissen musste.

„Nein. Nein. Das … es gehört dir. Der Welpe gehört dir.“ Ihre Hände wanderten zu ihrem Bauch. „Ich trage dein Kind.“

„Die einzige Nacht, die wir zusammen im Bett verbracht haben, war unsere Hochzeitsnacht vor Monaten.“ Er sah zu ihr hinunter. „Außerdem kann ich den Welpen riechen. Er gehört mir nicht.“

"Derick—"

"Du hast mich unter Drogen gesetzt, nicht wahr? Du hast etwas in den Wein gemischt, und deshalb kann ich mich an nicht viel erinnern."

Ihr Gesicht verzog sich wie Papier. Sie wusste, dass sie sich da nicht herauslügen konnte. Khoal-Pulver, als ob.

„C-Caleb hat es mir gegeben. Er sagte, wir… w-wir sollten unsere Partner betäuben und uns dann hier treffen. Ich wollte sie nicht verwechseln. Ich sollte das Schlafpulver nehmen und ich… ich weiß nicht, wie ich das falsche erwischt habe. Ich wusste nicht, dass ich stattdessen das Aphrodisiakum genommen habe. Ich schwöre bei der Göttin, es war ein ehrlicher Fehler, ich schwöre…“

Er beugte sich hinunter und nahm ihr Gesicht zwischen seine Finger, wobei er genügend Druck ausübte, um ihren Wutausbruch zu stoppen.

„Wegen deiner Unachtsamkeit wachte ich neben einem Mädchen auf, das zehn bis zwölf Jahre jünger war als ich. Du hast mich in meiner ganzen Person kompromittiert, mich ohne mein Wissen und meine Zustimmung zum Werkzeug deiner Untreue gemacht.“ Er ließ ihr Gesicht los. „Ich mache dir keinen Vorwurf, dass du dir woanders gesucht hast, was du brauchtest, zumal ich von Anfang an klargestellt hatte, dass diese Ehe eine arrangierte Ehe, ein geschäftlicher Bonus und nichts weiter war. Aber du hast mich unter Drogen gesetzt und versucht, mir eine Schwangerschaft anzuhängen. Das werde ich dir nicht verzeihen.“

„Bitte.“ Sie packte ihn erneut an den Knöcheln. „Bitte schick mich nicht nach Hause. Meine Eltern werden enttäuscht sein und mich verstoßen. Derick, bitte. Ich bin deine Frau. Ich werde alles tun, um meine Sünden wiedergutzumachen und diese Ehe zu retten. Bitte.“

„Liebling“, sagte er und fuhr ihr mit der Hand durch die zerzausten Locken, um sie zu glätten. „Ich hole mir Frühstück, ich habe heute einen ordentlichen Appetit. Wenn ich zurückkomme und mein Ring noch an deinem Finger ist und du dich noch immer hier aufhältst, wirst du den Tag bereuen, an dem du mir das Jawort gegeben hast, Mira. Das verspreche ich dir.“

Ihre Hände fuhren sich über den Kopf. „Ah, Derick. Okay, bitte, wenigstens … sag es niemandem …“

Er schloss die Tür hinter ihr.

Gerüchte verbreiteten sich wie ein Lauffeuer.

Der gesamte Korridor war erfüllt von Gemurmel und scharfem Flüstern der Arbeiter zueinander.

"... Sie sagten, sie habe ihn angefleht, heute Nacht noch einmal mit ihr zu schlafen, bevor Alpha Caleb sie dabei überraschte."

„… Ich wusste immer, dass ihre brave, brave Art nur Fassade war.“

Eine der Dienstmädchen blickte ihm in die Augen, senkte den Kopf und zerrte ihre Komplizin mit sich, und sie huschten wie Mäuse davon.

Da hörte er das Grunzen, dann die Schreie.

„Lass mich los! Ich habe ihn nicht betrogen. Er ist es, der die Geschichte verdreht – au, lass mich los!“

Zwei Wachen hielten Mara an den Armen, eine auf jeder Seite, und zerrten sie vorwärts. Ihre Füße berührten kaum den Boden. Ihr Gewand war an der Schulter verrutscht, und ihr rotes Haar umspielte ihr tränenüberströmtes Gesicht.

„Alphas Befehl. Hör auf, dich dagegen zu wehren, Luna Mara.“

Ein dritter Wachmann folgte ihnen, völlig unbeeindruckt vom Lärm. Er winkte ihm zu. Der Wachmann zögerte kurz, bevor er herüberkam. Sein Blick ruhte irgendwo um Dericks Schlüsselbein. Dort war ein Knutschfleck, das wusste er.

"Was passiert?"

„Die Luna wird des Ehebruchs, des Verrats an ihrem Alpha und somit des Hochverrats beschuldigt.“

Hochverrat? Er lachte. Caleb Wellington war ein verdammt draufgängerischer Kerl. Das musste man ihm lassen.

„Und wohin bringen sie sie?“

„In den Ratssaal, damit dort über die Art ihrer Hinrichtung entschieden wird.“

"Du kannst gehen."

Der Wächter nickte und ging, den beiden anderen hinterhertrabend.

Es kümmerte ihn überhaupt nicht, da es ihn nichts anging.

Caleb war der Alpha dieses Rudels. Was auch immer er mit seiner Luna anstellte, war eine Angelegenheit zwischen ihm und seinem Rat. Derick hatte seine eigenen Probleme, allen voran Hunger und Schlafmangel. Seine „Frau“ saß gerade auf dem Boden eines Gästezimmers und überlegte, ob sie den Ring freiwillig abnehmen oder abwarten sollte, was passieren würde, wenn sie es nicht tat.

Seine persönlichen Gemächer befanden sich ganz im Osten des Packhauses, abseits der Hauptquartiere, was ihm ganz recht war. Das Zimmer war schlicht eingerichtet: Steinwände, dunkles Holz, ein einziges breites Fenster, durch das das Morgenlicht hereinfiel, keine unnötigen Möbel, ein Schreibtisch, ein Stuhl und ein ordentlich gemachtes Bett.

"Hä? Wo ist mein Frühstück?"

Der kleine Tisch neben dem Fenster, auf dem normalerweise das Tablett stand, war leer, was ungewöhnlich war. Sein Frühstück wurde ihm üblicherweise fünf Minuten vorher pünktlich von der Küche gebracht. Er nahm sich vor, dies mit dem Küchenchef zu besprechen.

Doch zuerst musste er sich den klebrigen Film aus dem Gesicht waschen.

Er wusste, dass es ihr Schleim war. Diese typische, duftende Schleimigkeit, die nur ein Omega in der Brunftzeit produzieren konnte. Ihrer war klar weiß und schmeckte nach …

Halt die Klappe, Derick.

Er stöhnte und ging zum Waschbecken neben der Toilette, drehte den Wasserhahn auf und hielt seine Handflächen unter das warme, fließende Wasser. Er wollte gerade sein Gesicht in die nassen Hände tauchen, als etwas seine Aufmerksamkeit erregte.

Eine Ader an seinem Hals pulsierte leicht, und darüber schimmerte etwas, wo plötzlich zwei kleine Löcher aufgetaucht waren. Die Stelle war golden, schwach, fast unmerklich, doch er konnte ihre Umrisse deutlich erkennen. Sie hatte ihn letzte Nacht gebissen. Im Dunkeln. Halb neben sich, in dem Griff nach jemandem, den sie für ihren Mann hielt.

Und dieser Biss… hatte sich in eine Narbe verwandelt.

Er erstarrte.

Er wusste schon immer, dass die Mondgöttin verdorben war, denn es gab absolut keine Möglichkeit, dass Mara Nichole seine Gefährtin war.

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