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Kapitel Einhundertdrei:

Author: PEARL_BLESIE
last update publish date: 2026-08-31 15:10:13

Lyras Perspektive

Ich ging heute Morgen allein zum Fenster.

Das klingt klein. Das war es nicht.

Vor drei Tagen hatte ich Seraphas Arm gebraucht, um zu stehen. Vor zwei Tagen hatte ich eine Wand gebraucht. Gestern hatte ich sowohl die Verflechtung mit Elyras Macht als auch die besondere Konzentration von jemandem gebraucht, der etwas neu lernte, das automatisch hätte sein sollen.

Diesen Morgen ging ich allein zum Fenster, zwölf Schritte. Ich zählte sie. Dann stand ich am Glas und betrachtete den
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    Kaels Perspektive„Versiegelt jeden Korridor zwischen hier und den unteren Verliesen", befahl ich, mein Schwert bereits gezogen, Frost aus der Kinderstube haftete noch schwach am Saum meines Umhangs. „Niemand bewegt sich ohne meine direkte Genehmigung."Die Zitadelle war innerhalb von Minuten nach Selenes Warnung in kontrolliertes Chaos ausgebrochen, Wachen strömten in Formation entlang jedes Hauptkorridors, und Diener wurden hinter dreifach verriegelten Türen in die innere Burg getrieben. Ich bewegte mich durch alles hindurch, Rowan an meiner Schulter, wir beide verfolgten denselben kalten, metallischen Geruch, der die Flüstergrate Tage zuvor heimgesucht hatte, jetzt durch mein eigenes Zuhause blutend wie eine wieder aufgerissene Wunde.Wir fanden die erste Dienerin sechs Meter tief in den unteren Tunneln, gegen die Steinwand gesunken, ihre Haut blass wie frostgebissenes Leinen, ihr Atem flach, aber vorhanden. Lebendig. Ausgelaugt, aber lebendig.„Sie ist kalt", sagte Rowan, kauerte

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    Selenes PerspektiveDer Frost erschien in dem Moment, als der Rabe draußen vor dem Fenster schrie, und ich hätte ihn beinahe ganz übersehen.Seit das Tribunal meiner Bitte stattgegeben hatte, saß ich jede Nacht im niedrigen Stuhl neben Nyras Wiege und beobachtete sie durch die langen, stillen Stunden hindurch beim Schlafen, während Elyra und Kael zwischen den Krisen so viel Ruhe fanden, wie sie konnten. Es war nicht genau Buße, auch wenn es etwas von diesem Gewicht trug. Es war das Nächste an einem Sinn, das ich gefunden hatte, seit der Name meiner Familie zum Synonym für Verrat geworden war.Heute Nacht war draußen vor dem Nurseryfenster ein Rabe aufgeschreckt, sein Schrei scharf und plötzlich gegen die Stille, und im selben Augenblick blühte dünner Frost über das hölzerne Geländer der Wiege, nahe Nyras kleiner, eingerollter Hand.Ich beugte mich sofort vor und beobachtete, wie sich das Muster ausbreitete, zart und präzise, und genau die Form des Fensterrahmens spiegelte, an dem der

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