Mag-log inIch war die Ersatztochter. Die, die sie trainierten, benutzten und niemals liebten. Als meine Eltern ein Opfer brauchten, um unser Rudel zu retten, boten sie mich anstelle meiner jüngeren Schwester Aria an. Ich wurde unter dem Vollmond in eine Paarungsbindung mit Deucalion gezwungen, dem kalten Erstgeborenen von Blackridge. Er wusste, dass ich nicht die Frau war, die er wollte. Im privaten Raum nach der Zeremonie nahm er mich mit kalter Gier. Er knurrte mir ins Ohr: „Du bist nicht sie.“ Dennoch kam mein Körper für ihn – eng, zitternd und unerwünscht. Ich ertrug Monate der Isolation, seiner Distanz und Arias offenen Hasses. Ein gewaltsamer Kampf brach mich schließlich. Ich ging mitten in der Nacht fort, ohne etwas mitzunehmen … ohne zu wissen, dass sein Kind bereits in mir heranwuchs. Jahre später zog ich unseren Sohn allein groß. Er war stark – zu stark. Als er allein vier Krieger besiegte, kam Blackridge, um uns zu jagen, und behauptete, nur ihr Blut könne solch eine Leistung vollbringen. Deucalion stand wieder vor mir und forderte den Jungen, von dessen Existenz er nie gewusst hatte. Aria hatte ihnen keinen Erben schenken können und lag nun krank an der Belastung ihrer Blutlinie. Er wollte seinen Sohn. Ich wollte meine Freiheit. Das alte Mal brannte immer noch zwischen uns. Ich werde mein Kind nicht einfach ausliefern. Und wenn Deucalion denkt, er könne einfach wieder in mein Leben treten, wird er lernen, dass die Ersatzfrau, die er verworfen hat, nicht länger schwach ist.
view moreIn der Nacht des Vollmonds. Die Tür schloss sich hinter uns.
Deucalion ging zum Fenster und starrte eine lange Weile den Mond an. Ich blieb in der Nähe der Tür, das zeremonielle Kleid klebte noch an meiner Haut. Schließlich drehte er sich um. Er sah mir in die Augen. „Geh aufs Bett.“ Seine Stimme war flach. Ich bewegte mich nicht. Dann sah er mich nur kurz an, und die Kälte in seinen Augen ließ meine Brust sich zusammenziehen. „Mach es nicht schwieriger, als es schon ist.“ Ich ging zum Bett und setzte mich an den Rand. Er zog sein Hemd aus, ohne ein Wort zu sagen. Die harten Linien seiner Brust und Schultern fingen das Mondlicht ein. Als er zu mir kam, war jede Bewegung kontrolliert. Effizient. Distanzierend. Er küsste mich tief. Seine Hände schoben das Kleid von meinen Schultern. Der Stoff glitt meine Arme hinunter und sammelte sich an meiner Taille. Seine Handflächen bewegten sich über meine Brüste, fest und prüfend, die Daumen strichen über meine Nippel, bis sie sich unter seiner Berührung verhärteten. Es lag keine Zärtlichkeit darin. Nur die langsame, absichtliche Art, wie ein Mann eine erforderliche Aufgabe erledigt. Er drückte mich auf den Rücken. Ich starrte an die Decke und versuchte, in meinem eigenen Kopf zu verschwinden. Sein Mund schloss sich um einen Nippel und saugte so fest, dass mir ein scharfer Atemzug aus der Kehle geholt wurde. Seine Zähne schabten leicht. Eine Hand glitt über meinen Bauch, zwischen meine Beine und fand mich trotz allem bereits nass. Zwei Finger stießen ohne Vorwarnung hinein, krümmten sich, dehnten, prüften. Er arbeitete sie mit derselben kalten Präzision hinein und heraus, die er für alles andere benutzte, das feuchte Geräusch laut im stillen Raum. Als er sich schließlich zwischen meine Schenkel legte, spürte ich den dicken Kopf von ihm gegen mich pressen. Er schob sich langsam hinein, Zentimeter für Zentimeter, füllte mich vollständig aus, bis mein Körper keine andere Wahl hatte, als ihn aufzunehmen. Die Dehnung brannte. Die unvollständige Markierung an meinem Nacken pulsierte im Takt mit jedem tiefen Stoß. Seine Hüften bewegten sich mit stetigen, kraftvollen Stößen. Jeder trieb ihn tiefer. Das Bett knarrte. Mein Atem wurde kürzer. Hitze baute sich tief in meinem Bauch auf, während meine Brust hohl blieb. Sein Körper war schwer, heiß, unerbittlich. Eine seiner Hände griff meine Hüfte so fest, dass sie blaue Flecken hinterlassen würde. Die andere stützte sich neben meinem Kopf ab. Irgendwann streifte sein Atem mein Ohr. „Du bist nicht sie.“ Die Worte schnitten tiefer als die Markierung. Ich schloss die Augen. Er machte weiter, härter jetzt, jagte seiner eigenen Befreiung hinterher, ohne Rücksicht auf meine. Das Klatschen von Haut auf Haut füllte den Raum. Mein Körper reagierte trotzdem, zog sich zusammen, pulsierte, verriet mich mit einem scharfen, ungewollten Höhepunkt, der mich unter ihm zittern ließ. Er kam Momente später mit einem tiefen, rauen Laut, begrub sich tief, als er kam. Als es vorbei war, zog er sich heraus und stand auf, griff bereits nach seinen Kleidern. Die unvollständige Markierung brannte immer noch. Sie pulsierte im Takt meines Herzschlags und erinnerte mich daran, dass die Bindung erzwungen und im selben Atemzug abgelehnt worden war. Ich setzte mich langsam auf und zog das Laken um mich. Mein Körper kribbelte noch. Meine Schenkel waren feucht. Die Luft roch nach Sex und Ablehnung. Keiner von uns sprach. Draußen ging die Paarungsfeier weiter. Stimmen. Lachen. Musik. Dann änderte sich der Lärm. Geschrei. Eine Frauenstimme, scharf und wütend, schnitt durch die Feier. Ich runzelte die Stirn. Deucalions Kopf drehte sich zur Tür. Mehr Geschrei. Dann ein Crash. Ich stand auf und ging zum Fenster. Von hier aus konnte ich einen Teil des Steinkreises sehen. Menschen bewegten sich in alle Richtungen. Die Ältesten sahen alarmiert aus. Deucalion öffnete die Tür ohne ein Wort und ging hinaus. Ich griff nach dem abgelegten zeremoniellen Kleid, zog es so schnell ich konnte an und folgte. In dem Moment, als ich den Flur betrat, traf mich das Chaos voll. Aria, meine jüngere Schwester, stand mitten im Steinkreis. Ihr Haar war zerzaust. Ihre Augen waren rot und wild. Sie sah aus, als hätte sie den ganzen Weg hierher gerannt. „Wo ist sie?“ schrie Aria. „Wo ist meine Schwester?“ Und in dem Moment, als ihre Augen auf mich fielen, wusste ich, dass diese Nacht noch viel schlimmer werden würde. Wochen zuvor war ich in meinem Zimmer wütend aufgewacht. Meine Wölfin pacete bereits unter meiner Haut, bevor meine Augen sich überhaupt öffneten. Sie hasste dieses Zimmer. Hasste die dünne Matratze. Hasste, dass niemand jemals an meine Tür klopfte, außer wenn etwas geputzt oder repariert werden musste. So wurde ich behandelt. Ich stand auf und ging direkt zum Trainingsgelände, während der Rest des Rudels noch schlief. Der Schmutz war kalt. Es war mir egal. Ich schlug auf den Holzpfosten ein, bis meine Knöchel aufplatzten. Blut schmierte über das Holz. Meine Wölfin drängte härter, wollte echten Schmerz, echten Kampf. Ich gab ihr, was ich konnte. Als die Sonne aufging, trat Aria, meine jüngere Schwester, auf die Veranda hinaus, als gehöre ihr der Morgen. Perfektes Haar. Saubere Kleidung. Dieses weiche kleine Lächeln, das jeder liebte. Dad ging direkt an mir vorbei, die ich noch trainierte. Ohne ein Wort ging er geradewegs zu ihr. „Zeig mir diese neue Form“, sagte er, Stimme warm. Sie bewegte sich wie Wasser. Ihre Wölfin blitzte hell und stark unter ihrer Haut auf. Stärker als meine. Das sagten immer alle. Zwei Krieger hielten an, um zuzusehen. Einer von ihnen pfiff. Ich schlug weiter auf den Pfosten. Niemand sah zu mir. Mom kam mit Tee heraus und hatte nur Augen für Aria. „Dräng dich nicht zu sehr, Baby. Du hast später dieses Treffen. Wir brauchen dich in Bestform.“ Aria warf mir einen halben Blick zu. Gerade lange genug, um die kleine, zufriedene Kurve ihres Mundes zu sehen. Dann drehte sie sich zurück zu Dad und lachte über etwas, das er sagte. Ich wischte das Blut von meinen Händen an meiner Hose ab und ging in die Küche. Der Boden war wieder mit Mehl bedeckt. Arias gescheitertes Backen von letzter Nacht. Ich putzte es. Dann begann ich mit dem Morgenessen. Als eines der jüngeren Mädchen einen Topf fallen ließ und erschrocken aussah, reparierte ich es, bevor Mom anfangen konnte zu schreien. Als Aria ihre Jacke zum dritten Mal in dieser Woche auf dem Boden liegen ließ, hob ich sie wortlos auf. Beim Mittagessen saß ich am anderen Ende des Tisches. Dad redete über Patrouillen. Niemand fragte, wie mein Training gelaufen war. Niemand tat es jemals. Danach war ich draußen und reparierte den Ostzaun, als zwei Krieger vorbeikamen und leise redeten. „Die Schuld gegenüber Blackridge ist schlimmer, als sie dem Rudel gesagt haben.“ „Sie werden Territorium verlieren, wenn sie nicht bald einen Deal machen.“ Ich hämmerte den Nagel härter hinein, als nötig. Das Geräusch übertönte den Rest ihrer Worte. An diesem Abend fühlte sich die Luft im Haus falsch an. Schwer. Ich trug Wasser, als ich Stimmen aus Dads Studierzimmer hörte. Die Tür war fest geschlossen. Das passierte nur, wenn etwas Schlechtes beschlossen wurde. Ich stellte die Eimer ab und trat näher. Moms Stimme kam zuerst, scharf. „Wir können Aria nicht dem älteren geben. Er ist zu groß für sie. Der jüngere Bruder wird perfekt sein.“ Dad klang müde. „Blackridge will, dass die Paarungsbindung am kommenden Vollmond stattfindet. Sie haben sie namentlich verlangt.“ Schweigen dehnte sich. Dann Mom wieder, leiser. „Es gibt eine andere Option. Den älteren.“ Mein Blut wurde kalt. „Malia?“ fragte mein Vater. „Ja, wir können Malia ihrem ersten Sohn anbieten und Aria kann mit dem zweiten Sohn gehen.“ „Ist das in Ordnung? Aria und der erste Sohn haben schon etwas laufen, du—“ „Mach dir nichts aus Aria, sie ist zu jung, um zu sehen, dass der älteste Sohn zu viel für sie ist. Ich kann mein achtzehnjähriges Baby nicht mit jemandem paaren lassen, der alt genug ist, um ihr Vater zu sein.“ „Du hast einen Punkt. Also was sagst du?“ fragte mein Vater. Ich hörte die Bewegung von Stühlen. „Da Malia nächste Woche dreißig würde, warum sollte sie nicht mit ihm paaren? Ihr Altersunterschied beträgt nur zehn Jahre, verglichen mit Aria.“ Ich wartete nicht, mehr zu hören. Ich trat in den Raum, bevor weitere Entscheidungen hinter meinem Rücken getroffen wurden. „Was zum Teufel geht hier vor?“ fragte ich mit geballter Faust. Meine Mutter sah meinen Vater an. Dann wandte sie sich mir zu und ließ einen langen Atemzug aus. „Wie viel hast du gehört?“Ich starrte sie an.„Was?“In dem Moment, als ich hörte, dass Aria in mein altes Zimmer zog, wusste ich, dass ich nicht länger warten konnte.Sie kam nach Blackridge.Der Gedanke allein ließ meine Brust sich zusammenziehen.Ich hatte die letzten Tage damit verbracht, mir zu sagen, auf das Familientreffen zu warten, aber jetzt war ich fertig mit Warten. Wenn Aria in dieses Haus zurückkehrte, musste ich meine Entscheidung klar machen, bevor jemand sie für mich ändern konnte.Ich fand die Blackridge-Luna im westlichen Korridor.Sie drehte sich um, als sie meine Schritte hörte.„Malia?“„Bitte Luna, wann findet das Treffen statt.“Ihre Brauen zogen sich zusammen. „Das Treffen?“„Das, über das wir gesprochen haben. Ich will es morgen.“Sie musterte mich sorgfältig.„Warum die plötzliche Dringlichkeit?“„Weil Aria in mein Zimmer zieht.“Ihr Ausdruck änderte sich.„Du hast gehört?“„Ja und es ist nicht fair.“Sie seufzte. „Malia, du musst verstehen, dass—“„Nein.“ Ich schüttelte den Kopf. „I
Ich blieb länger in meinem Zimmer, als ich sollte, nach dem Gespräch mit der Luna.Die Worte der beiden Dienerinnen kreisten noch in meinem Kopf.Einige von ihnen fingen an, mich zu akzeptieren.Einige nannten mich immer noch den Ersatz.Ich wusste nicht, welches mich mehr störte.Die Nacht hatte sich vollständig über Blackridge gelegt, als ein Klopfen an meiner Tür kam.Ich öffnete sie.Eine junge Dienerin stand da mit gesenkten Augen.„Luna Malia. Alpha Deucalion bittet um Ihre Anwesenheit in seinem Zimmer.“Mein Magen zog sich zusammen.„Jetzt?“„Ja.“Ich schloss die Tür einen Moment und drückte meine Hand gegen die unvollständige Markierung. Sie schmerzte immer noch. Dann folgte ich ihr den langen Korridor hinunter.Deucalions Tür war bereits offen.Er stand in der Nähe des Fensters mit dem Rücken zu mir, oberkörperfrei, das Mondlicht schnitt über die harten Linien seiner Schultern.Die Dienerin ging leise.Ich trat ein. Er drehte sich nicht sofort um. „Schließ die Tür.“Ich tat e
„Ich will raus.“Die Worte hingen zwischen uns.Die Blackridge-Luna antwortete nicht sofort. Sie musterte mein Gesicht, als versuche sie zu entscheiden, ob ich aus Wut sprach oder ob ich jedes Wort wirklich meinte.Ich hielt ihren Blick.„Ich weiß, dass diese Ehe mir aufgezwungen wurde“, sagte ich leise. „Ich habe nie danach gefragt. Deucalion wollte mich auch nie. Die Bindung ist unvollständig, und sie tut uns beiden weh. Also warum sollten wir weitermachen?“Ihr Ausdruck änderte sich leicht.„Du meinst es ernst.“„Ja.“Sie ging zum Fenster und stand dort einen Moment.Dann drehte sie sich zu mir um.„Ich werde diese Entscheidung nicht allein treffen, Malia. Ein Familientreffen wird einberufen. Deine Bitte wird vom Alpha, Deucalion, den Ältesten und deinen Eltern besprochen.“Ein seltsames Gefühl breitete sich in mir aus.Hoffnung.Es war klein, aber es war da.„Wann wird das Treffen stattfinden?“„Bald. Das verspreche ich dir.“Zum ersten Mal seit ich Blackridge betreten hatte, fühl
„Du wirst das bereuen, Malia. Das verspreche ich dir.“Arias Worte hingen lange in der Luft, nachdem sie sie gesagt hatte.Sie stand ein paar Schritte entfernt, ihre Augen auf mich gerichtet mit einem Hass, den ich nie zuvor gesehen hatte.Das war anders.Zum ersten Mal in meinem Leben fühlte ich mich von meiner eigenen jüngeren Schwester bedroht.Ich wollte ihr sagen, dass ich das nie verlangt hatte. Dass ich hierher geschleppt worden war, weil unsere Eltern entschieden hatten, dass ich leichter zu opfern sei.Aber ich war zu müde.Mein Körper schmerzte, mein Nacken brannte, und mein Geist versuchte immer noch zu verstehen, wie eine Nacht so viel zerstören konnte.Der älteste Älteste hob die Hand.„Das ist genug. Die Zeremonie ist vorbei. Alle kehrt in eure Häuser zurück.“Die Menge begann sich langsam zu bewegen.Geflüster folgte mir aus jeder Richtung.Arias Eltern eilten zu ihr. Meine Mutter griff ihren Arm, während mein Vater versuchte, mit ihr zu sprechen. Sie riss sich los und











