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CHAPTER 003: MAYA

Auteur: Fave Scripts
last update Date de publication: 2026-06-15 22:44:36

Lautes Lachen weckte mich. Ich hatte letzte Nacht nicht früh geschlafen. Ich hatte bis in die frühen Morgenstunden an dem UrbanAxis-Immobilienprojekt gearbeitet.

Gabriel hatte betont, wie wichtig es sei, die erste Skizze bis zum Morgen zu schicken. Als ich das Projekt endlich fertigstellte, war es weit nach zwei Uhr morgens.

Ich richtete mich auf. Skizzenbrett, Karton und Lineale lagen am Fußende des Bettes. Ich nahm sie und legte sie auf den Schreibtisch, der mir als Arbeitsplatz diente.

Dann neigte ich den Kopf. Über mir ragte das Fenster auf. Ich riss die Vorhänge beiseite. Mein Blick fiel auf sie. Sie lachten, als ob sich die ganze Welt vor ihnen verneigen würde. Ich rückte näher und lehnte mich an den Fensterrahmen.

Gabriel, in einem weißen Unterhemd, so durchnässt, dass man seine Brust deutlich sehen konnte, lachte am lautesten.

Er hatte einen Gartenschlauch in der Hand und bespritzte Amila mit Wasser, anstatt die Blumenreihen vor ihnen zu gießen.

Amila wischte sich mit einer Hand übers Gesicht und konterte mit dem Gartenschlauch in der anderen. Ihre kleine Tochter Hannah rannte in ihrem rosa Badeanzug, ebenfalls klatschnass, herum.

Mir sank das Herz in die Hose, als ich da stand und meinen Mann so mit seiner vermeintlichen Cousine spielen sah. Ihr kastanienbraunes Haar klebte an ihren nackten Schultern, ihr Sommerkleid war fast durchsichtig. Es fühlte sich an, als würde mir ein Messer tief ins Herz gerammt und blitzschnell darin gedreht.

Ich hatte Gabriel noch nie so glücklich gesehen. Das einzige Mal, dass er mich richtig anlächelte, war, als ich ihm das erste Mal von meiner Schwangerschaft erzählte. Ich hatte den Schwangerschaftstest auf einen Teller gelegt, ihn wie Essen abgedeckt und auf seine Ankunft gewartet. Doch all diese Lächeln waren mit der Schwangerschaft verschwunden.

Ich hatte in der achten Woche eine Fehlgeburt. Der Arzt sagte, es gäbe keine bekannte Ursache. Das Baby wäre vielleicht drei Jahre alt gewesen, wenn ich nicht die Fehlgeburt gehabt hätte. Nur ein bisschen jünger als Hannah.

Monatelang weinte ich bitterlich. Dann, an einem sonnigen Nachmittag, war der Test wieder positiv. Ich war überglücklich. Endlich würde ich Mutter werden, und Gabriel würde endlich Vater werden. Doch als ich ihm die Neuigkeit mitteilte, weiteten sich nur seine Augen. Sein Mund blieb zu einem schmalen Strich verzogen.

„Bist du nicht… aufgeregt?“, fragte ich. Schockiert über seine kalte Reaktion.

„Was soll das denn? Warst du denn noch nie schwanger? Was ist denn jetzt passiert?“, lallte er und stieß den Stuhl so heftig unter sich, dass er laut über den Boden schabte.

Mein Herz zerbrach, als ich ihm nachsah, wie er die Treppe hinaufstieg. Nichts ergab einen Sinn. Aber dann hatte er Recht. Zwei Monate später wachte ich auf, und das ganze Laken war voller Blut. Ich hatte wieder eine Fehlgeburt.

George wollte mich nicht mehr anfassen. Er sagte, es hätte keinen Sinn. Was solle es bringen, ein Baby zu bekommen, das ich sowieso wieder verlieren würde?

Auch seine Mutter hatte mich abgewiesen, als ich sie um Hilfe bat. Ich ergab mich meinem Schicksal und näherte mich seinem Bett nur noch, wenn er Lust dazu hatte, meistens an Abenden, an denen er betrunken nach Hause kam. Sex war zur Pflicht geworden. Er prallte nur noch wie ein leerer Sack auf mir.

Ich stand da, die Vorhänge fest umklammert, und sah ihnen zu, wie sie herumtollten wie die perfekte, intakte Familie, die ich ihm nie bieten konnte. Ich schluckte schwer. Tränen stiegen mir in die Augen. Ich wischte sie mir weg.

Niemals! Ich hatte genug davon, ihm nachzutrauern. Selbst diese neue Entwicklung – Amila, eine Frau mit Kind, die mit uns unter einem Dach lebte – würde mich nicht aus der Ruhe bringen.

Ich stolzierte zum Kleiderschrank, riss die Tür auf und zog die Scheidungspapiere heraus. Evelyn hatte mich dazu gezwungen. Sie hatte auch den Anwalt gefunden. Es ging ziemlich schnell, aber ich hatte die Papiere tief in meiner Kiste versteckt gehalten. Evelyns Worte hallten mir noch immer nach.

„Das ist der Gipfel, Maya“, sagte sie. „Du kannst nicht länger seiner Frau Rede und Antwort stehen, während er mit seiner Assistentin durch die Stadt tingelt.“

Ich hatte ihn erwischt, wie er seine Assistentin in seinem Büro von hinten vögelte. Er hatte Besserung gelobt. Er hatte mich angefleht, er hatte mich gebeten, an die Firma zu denken.

Ehrlich gesagt, dachte ich an die Firma. Mr. Magnus’ harte Arbeit wäre umsonst gewesen, wenn ich nicht bliebe. Der Alte würde sich im Grabe umdrehen.

Ich brauchte meine Ehe immer noch. Ich liebte meinen Mann immer noch. Paare streiten und versöhnen sich.

Aber jetzt, als ich vor dem Kleiderschrank stand, hallte Gabriels kindliches Kichern in meinem Kopf wider. Ich wusste, es war an der Zeit, mir die Wahrheit einzugestehen, vor der ich so lange geflohen war. Gabriel hatte mich nie geliebt. Er hatte diese Ehe nie gewollt.

Aber der Gedanke, ihn zu verlassen, war zu teuer. Ich würde wieder ganz unten anfangen. Ich hatte keine Arbeit, um mich zu ernähren. Meine Mutter profitierte immer noch von der Firma; Mr. Magnus Steele hatte sie nach der Operation wieder eingestellt. Gabriel würde nicht zögern, ihren Namen von der Liste zu streichen, sobald ich das Haus verließ.

Die Papiere zitterten in meinen Händen. Die gepunkteten Linien starrten mich leer und heilig an. Aber ich hatte es satt, die Geliebte in meinem eigenen Zuhause zu sein.

Erst gestern Abend beim Abendessen hatten Gabriel und Amila mich gemieden wie die Pest; sie ignorierten alles, was ich zum Gespräch beitrug. Amila schnaubte verächtlich und tat so, als hätte niemand gesprochen.

Ich stand einfach nur im Zimmer. Die Uhr auf dem Nachttisch tickte viel zu laut, es war das einzige Geräusch im Raum. Ich atmete unzählige Male aus und befreite mich von der Schwere, die mir in der Brust lag. Ich hörte seine Schritte, die sich der Tür im Flur näherten.

Aber ich hatte beschlossen, es dabei zu belassen. Ich würde mich noch nicht unter Druck setzen lassen. In wenigen Stunden war mein Geburtstag, und das Letzte, was ich wollte, war, mich aufzuregen.

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