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CHAPTER 007: MAYA

Auteur: Fave Scripts
last update Date de publication: 2026-06-18 05:56:31

„Maya!“, schrie er immer noch und hämmerte laut gegen die Tür. „Du wolltest die Tür nicht öffnen, oder? Du hast nur noch 48 Stunden! Ich gebe dir 48 Stunden, um dich schleunigst nach Hause zu schleppen, sonst bist du selbst schuld!“, drohte er.

Ich saß still auf dem kalten Boden, die Beine zusammengepresst, das Knie an die Brust gezogen. Jedes seiner donnernden Worte stach mir ins Herz. Ein tiefer, stechender Schmerz. Dann hörte ich seine Schritte, er war endlich fort. Langsam sank ich zu Boden.

Die Bilder blitzten vor meinem inneren Auge auf. Seine Lippen verschränkten sich mit Amilas. Seine Hand ruhte an ihrem unteren Rücken, als gehöre sie dorthin. So hatte er mich noch nie gehalten. So leidenschaftlich hatte er mich noch nie geküsst.

Er berührte mich kaum. Alles, was er tat, war, seine Krawatte in die eine Ecke zu werfen, seine Schuhe in die andere, dann positionierte er seine Kamera so, dass sie jede Szene einfangen konnte, in der ich mich an ihm rieb.

Nur so konnte ich ihn dazu bringen, meiner Mutter Geld zu schicken. Wenn ich ihm dieses alberne Vergnügen jemals verweigern würde, würde die Alte darunter leiden.

Aber da war er, seine Augen nur für sie weich, seine Hand presste ihren Körper an seine Härte. Ich wusste nie, was Ehe ist, denn ich war nur Gabriels Geldquelle, seine Sexsklavin.

Und jetzt? Jetzt, wo ich meine Freiheit will, erpresst er mich. Er ruiniert mich noch mehr. Ein lauter Schrei entfuhr mir, meine Stimme hallte laut in meinen Ohren wider, als ich mich auf dem kalten Boden ausstreckte. Meine Brust hob und senkte sich, meine Augen tränten.

******

Ein Druck gegen die Tür ließ mich erkennen, wo ich war. Mein Körper lag noch immer flach dagegen. Ich hatte die Zeit völlig aus den Augen verloren. Ich war direkt auf dem Boden eingeschlafen. Dann ein heftiger Stoß gegen die Tür, und ich sprang auf. Mir wurde schwindlig, ich wich zurück und hielt mich am Sofa fest.

Helles Licht strömte durch die offene Tür und blendete mich kurz. Evelyn trat ein.

„Meine Güte! Maya, was hast du nur mit dir gemacht?“ Sie stand da und musterte mich. „Du siehst so … schrecklich aus. Lagst du auf dem kalten Boden?“

Ich brachte kein Wort heraus. Ich bewegte mich und sank aufs Sofa. Ihre Handtasche fiel mit einem dumpfen Geräusch zu Boden. Dann hockte sie sich vor mich.

„Es ist wieder Gabriel, oder?“, fragte sie leise.

„Er war hier, Maya. Er bedroht mich … Er hat meine intimen Videos … Er hat mir 48 Stunden gegeben, um in die Villa zurückzukehren, sonst wird er die Klatschpresse in Aufruhr versetzen.“ Mein Kiefer spannte sich an.

„Dieser Mistkerl!“, fluchte sie. „Nun, bevor die 48 Stunden um sind, lass uns dich anziehen … Meine Firma hat heute Abend ein Geschäftsessen.“ Ihre Augen leuchteten bei dem letzten Satz auf.

„Unser neuer Chef … Er lädt alle Mitarbeiter zu einem Abendessen ein, um die hervorragende Arbeit zu würdigen, und es ist das erste Mal, dass er sich seit seinem Amtsantritt an die gesamte Belegschaft wendet. Wie du weißt, hat TerraNova den Preis als aufstrebendes Architekturbüro des Jahres gewonnen.“ Ihre Lippen verzogen sich zu einem strahlenden Lächeln.

„Oh, Evelyn“, sagte ich gedehnt. „Ich habe hier etwas Wichtigeres zu erledigen, und ist die Zeremonie nicht eigentlich nur für die Mitarbeiter deiner Firma?“ Meine Stimme klang brüchig, den Kopf auf der Couch zurückgelehnt.

„Das ist ja das Interessante!“, rief sie mit sprudelnder Stimme. „Wir dürfen eine Begleitperson mitbringen … Und sieh dich mal an, du siehst wirklich so aus, als bräuchtest du dringend Alkohol.“ Sie zog mich schon von der Couch.

„Lass uns ein bisschen Spaß haben … Gabriel braucht dich bestimmt so dringend, dass er nicht im Traum daran denken würde, ein Video zu veröffentlichen. Das würde er sich nie trauen!“, fügte sie hinzu.

Meine Knie zitterten, als Evelyn mich die Treppe hochführte.

„Kann ich nicht einfach zu Hause bleiben?“, murmelte ich.

„Auf keinen Fall!“, rief Evelyn unnachgiebig. „Außerdem habe ich schon mit der Personalchefin gesprochen. Du solltest anfangen, deine Kollegen kennenzulernen, findest du nicht?“, sprudelte sie hervor.

Bald stand ich vor dem riesigen Spiegel, in einem langen, schwarzen Samtkleid, das sanft meine Knöchel umspielte und hinten bis zur Taille reichte und meine Kurven zart betonte.

Die roten Riemchenpumps an meinen Füßen fingen das warme Licht im Raum ein, mein Haar war zu einem hohen Dutt hochgesteckt, sodass meine markanten Kieferpartien deutlich sichtbar waren. Glänzende Perlen schmiegen sich sanft an mein Schlüsselbein.

Dann griff ich nach der roten Clutch auf der Kommode. Für einen Moment sah ich aus, als hätte ich nichts zu befürchten. Ich konnte mich nicht erinnern, wann ich mich das letzte Mal so schick gemacht hatte. Ich hatte fast vergessen, wie ich in etwas anderem als Pyjama und Seidenhaube aussah.

Gabriel hatte mich nie für würdig gehalten, solche Veranstaltungen zu besuchen. Er war immer allein dabei, oder vielleicht mit Amila, während ich mich für das Wachstum derselben Firma abrackerte, aus der er mich entlassen hatte.

Ich schluckte schwer bei dem Gedanken daran. Evelyn hatte recht, ich würde mir den Abend nicht von ihm verderben lassen. Ich hatte ihm zu viel von mir gegeben, und alles, was er getan hatte, war, mich in den Dreck zu ziehen.

Ein kleines Lächeln huschte über meine Lippen. Ehrlich gesagt hatte ich nicht genau verstanden, wohin Evelyn gesagt hatte, aber als ich die Frau im Spiegel betrachtete, sagte ich mir, dass ich jetzt ein bisschen Spaß haben würde.

„Oh mein Gott!“, rief Evelyn begeistert, als sie die Tür aufstieß, ihr schwarzes Seidenkleid hinter ihr herwehend. „Bist du nicht eine Göttin, Maya?“ Sie stand direkt vor mir, die Augen glänzten.

Als wir endlich bei der Veranstaltung ankamen, hatten wir die Eröffnungsrede des CEOs bereits verpasst. Alles dank Evelyn, die unbedingt mein Make-up auftragen wollte und dabei über jeden kleinen Fortschritt schwärmte.

Der Saal war nun erfüllt von fröhlichen, gut gelaunten Menschen. Es war nicht einfach nur ein Geschäftsessen. Es war ein glamouröses Fest. Die Gäste schwebten ein und aus, ihre Gesichter glänzten im warmen Licht der Deckenbeleuchtung, ihre Lächeln waren überglücklich.

Leise Musik erklang aus unsichtbaren Lautsprechern, Paare wiegten sich Hand in Hand im Takt. Singles standen in einer Ecke, stießen mit ihren Gläsern an und lachten über Gott und die Welt, und ein betörender Duft erfüllte den Raum.

Mein Herz machte einen Sprung. Es tat gut, wieder unter Leute zu kommen, besonders unter Menschen aus dem gleichen Berufsfeld. Ich stand in einer Ecke und nippte an einem Glas Champagner, das mir Evelyn gereicht hatte. Sie schwebte durch die Menschenmenge und verteilte Luftküsse auf Wangen.

Dann spürte ich es: eine warme Hand, die sich um meinen Rücken legte. Gänsehaut überkam mich, ein intensiver Duft von Zedernholz und Zimt erfüllte meine Nase und stieg mir in die Lunge. Mein Herz raste. Wer war nur so kühn, mich so zu berühren? Ich ballte die Faust.

Mein Körper spannte sich sofort an, noch bevor ich mich umdrehte, stieg Irritation in mir auf. „Entschuldigen Sie …“

Dann drehte ich mich um. Die Worte verstummten.

Es war Williams. Ausgerechnet er! Ich blinzelte heftig. Williams Banks stand vor mir, in einem perfekten schwarzen Smoking. Sein Lächeln wurde breiter, als ich in seine dunkelblauen Augen blickte. Mir stockte der Atem, nur für einen Moment, als sich unsere Blicke trafen. Seine Hand bewegte sich nicht. Im Gegenteil, sie schien sich noch wohler zu fühlen, als hätte er jedes Recht, sie dort zu platzieren.

„Darf ich Sie zum Tanzen bitten?“, flüsterte er mir ins Ohr.

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