LOGINMariana Ivy Sabastian wächst in einer Familie auf, die von Macht und Ehrgeiz beherrscht wird. Ihre Mutter Isabella zwingt sie, ihre Gefühle zu unterdrücken und nach Stärke zu streben, während sie ständig mit ihrer jüngeren Schwester Melody verglichen wird. Als Isabella ihren nahenden Tod verkündet, glaubt Mariana, endlich frei zu sein. Stattdessen werden die beiden Schwestern einem geheimnisvollen Vormund übergeben, der sie zu gefürchteten Erbinnen ausbilden soll. Während ihrer harten Ausbildung entwickelt sich ein erbitterter Machtkampf. Im Verborgenen verfolgt Romano Sabastian jedoch seine eigenen Pläne und nutzt die Ausbildung der Mädchen, um die Kontrolle über das Goldene Reich an sich zu reißen. Gleichzeitig sorgt ein Liebesdreieck zwischen Mariana, Melody und Adriano Messimo für Spannungen, die ihre Loyalität auf die Probe stellen. Melodys Nachforschungen über Adriano bringen gefährliche Geheimnisse ans Licht und lösen eine Kette von Verrat, Chaos und Krieg aus. Romano schlägt zu, Adriano wird zur Flucht gezwungen und die Schwestern geraten in Gefangenschaft. Dort erfahren sie schockierende Wahrheiten über ihre Familie und erkennen, dass die Romanos bereits die Herrschaft über Italien übernommen haben. Als ihr Bruder Michael von ihrem Schicksal erfährt, stellt er sich gegen Romano. Er hilft seinen Schwestern bei der Flucht und kämpft an ihrer Seite, bezahlt seinen Mut jedoch mit dem Leben. Sein Tod entfacht den letzten Kampf. Getrieben von Rache jagt Romano Mariana, doch sie stellt sich ihm gemeinsam mit Melody entgegen. Nach einer erbitterten Schlacht besiegen die Schwestern sowohl Romano als auch ihre Tante Stacy und beenden deren Herrschaft endgültig. Mit dem Sieg beginnt eine neue Ära: Das Goldene Reich wird erstmals von zwei Erbinnen regiert. Adriano kehrt zurück, bereut seine Fehler und ist entschlossen, Verantwortung für sein Kind zu übernehmen und gemeinsam mit Mariana eine neue Zukunft aufzubauen.
View MoreMariana Ivy Sebastian wurde in eine der reichsten und angesehensten Familien Italiens hineingeboren.
Die Familie Sebastian, in ganz Europa auch als „Die Gold-Familie“ bekannt, hatte über Jahre hinweg Imperien aufgebaut, die sich über das Bankwesen, die Luxusmode, den Immobiliensektor und internationale Investitionen erstreckten. Die Zeitungen wollten sie stets in ihren Schlagzeilen haben, Politiker suchten ihre Zustimmung, bevor eine Entscheidung getroffen wurde, und die Gesellschaft beneidete sie. Für die Außenwelt waren sie der Inbegriff von „Perfektion“. Doch hinter den Kulissen ging diese Perfektion auf Kosten der Menschlichkeit und des Lebens von Menschen. Im Haushalt der Sebastians zählte der Ruf mehr als das Glück, und der Name „Gold“ musste „makellos“ bleiben. Eine Familie, in der Macht mehr zählte als Zuneigung. Schwäche galt als unverzeihliche Tat – das war der Ort, an dem Mariana geboren wurde, doch all das entsprach keineswegs Marianas Wünschen. Sie träumte nicht davon, Milliarden zu erben. Die Titel ihrer Familie oder die Bewunderung der Öffentlichkeit waren ihr egal. Alles, was sie sich jemals gewünscht hatte, war ein friedliches Zuhause, in dem Lachen das Schreien ersetzte und Liebe mehr zählte als Erwartungen. Doch das Schicksal ist seit jeher etwas, gegen das man nicht ankämpfen kann.Als Mariana drei Jahre alt wurde, wurde Frau Sebastian erneut schwanger, und jeden Tag betete sie um ein weiteres Mädchen.
Neun Monate später brachte sie Zwillinge zur Welt.
Melody und Michael. Sie war glücklich – zumindest war sie sich nun sicher, dass sie dieses Kind zur Erbin erziehen würde, die Mariana nicht war. Obwohl beide Kinder in der Familie willkommen waren, richtete sich die Aufmerksamkeit aller schon bald auf Melody. Der Grund dafür war einfach. Seit Generationen erbten nur Frauen die Führung der Familie Gold. Jedes Imperium, jedes Unternehmen, jedes Quäntchen Macht wurde stets von der Mutter an die Tochter weitergegeben. Michael würde immer ein Sebastian bleiben. Melody würde eines Tages über alles herrschen – so dachte Isabella zumindest. Von Anfang an widmete Frau Sebastian ihre ganze Aufmerksamkeit der Aufgabe, Melody zur perfekten Erbin zu formen. Sie besorgte ihr die besten Privatlehrer. Schickte sie auf die besten Schulen. Ließ sie strenge Etikettekurse besuchen. Jede Leistung von Melody wurde großartig gefeiert. Und jeder ihrer Erfolge belohnt. Währenddessen wurde Mariana zurückgelassen oder weinte still hinter verschlossenen Türen. Auch sie erzielte hervorragende Noten, doch diese wurden ignoriert. Sie spielt wunderschön Klavier, doch niemand applaudiert ihr. Man wartet nur darauf, dass sie stolpert – dann würde man sich für immer an diesen Fehler erinnern. Im Laufe der Jahre wurde die Kluft zwischen den Schwestern immer größer. Nicht, weil Mariana Melody hasst, sondern weil ihre Mutter dafür gesorgt hat, dass sie jedes Quäntchen Liebe, das in Melodys Herz übrig war, für sich beanspruchte. Egal, wie sehr Mariana sich auch bemühte, eine gute Schwester zu sein, Melody wies sie zurück – alles, was ihr wichtig war, war, von ihrer Mutter gelobt zu werden.Hinter all der Grausamkeit und Boshaftigkeit von Frau Sebastian verbarg sie sechzehn Jahre lang ihre Diagnose. Denn auch ihre Mutter war bis zu ihrem Tod eine Erbin gewesen. Daher würde sie es niemandem gestatten, ihr Mitgefühl für ihr Schicksal zu zeigen.
Und diese Wahrheit ist nur ihren Ärzten bekannt. Nämlich die Tatsache, dass sie im Sterben lag. Die teuren Behandlungen hatten ihr Leben zwar verlängert, konnten es aber nicht retten. Anstatt ihre verbleibenden Jahre damit zu verbringen, sich zu erholen oder nach Heilmitteln zu suchen, wurde Isabella noch gemeiner und rücksichtsloser und beschloss stattdessen, das Training der Mädchen zu verdoppeln. Sie war mehr davon besessen, die nächste Erbin vorzubereiten, als sich um ihre Kinder zu kümmern. Sie wollte, dass Melody furchtlos, gnadenlos und unantastbar wurde. Diese Eigenschaften waren es, die für Isabella eine Erbin ausmachten. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde Mariana zum perfekten Opfer. Jede Beleidigung war ein Sprungbrett für Melodys Herzlosigkeit. Und jede Demütigung erinnerte Mariana daran, dass Freundlichkeit in der Familie Gold keinen Platz hatte. Frau Sebastian glaubte, dass Schmerz Stärke schaffe, während Liebe der Weg zur Schwäche sei. Bevor der Tod sie holen würde, wollte sie jede Spur von Sanftmut aus ihrer Blutlinie tilgen – und das schloss beide Mädchen mit ein.Stunden später saß Mariana immer noch zusammengerollt neben dem großen Fenster in ihrem Schlafzimmer.
Draußen malte der Abendregen silberne Linien auf das Glas. Momente wie diese waren für Mariana von unschätzbarem Wert. Sie konnte Familien sehen, die gemeinsam durch die Straßen gingen; manche versuchten, nicht nass zu werden, während andere den Regenguss genossen. Eltern machten sich Sorgen um die Sicherheit ihrer Kinder. Paare lachten unter gemeinsamen Regenschirmen. Für einen kurzen Moment stellte sie sich vor, sie wäre unter ihnen. Ohne Villa, ohne Vermögen. Ohne Erwartungen. Momente, einfach nur voller Wärme. Momente der Liebe. Eine einzelne Träne rollte ihr über die Wange, und sie wischte sie schnell weg. „Das ist nicht das erste Mal“, flüsterte sie sich selbst zu. Schon mehrmals zuvor hatte ihre Mutter sie aus dem Haus geworfen, damit sie ihre sogenannten „schönsten Momente“ erleben sollte, doch für Mariana hatten sie sich als das Gegenteil herausgestellt. Sie erinnerte sich daran, unter verlassenen Gebäuden geschlafen zu haben. Sie erinnerte sich auch an den Hunger, der ihren Magen zusammenzog, bis sie sich in den Schlaf weinte. Sie erinnerte sich auch an die Fremden, hinter deren Lächeln sich gefährliche Absichten verbargen. Ganz zu schweigen von den kalten Morgenstunden. Für Touristen waren die Straßen Italiens wunderschön. Aber für ein verängstigtes junges Mädchen waren sie furchterregend. Und doch irgendwie … Sie blieb lieber dort, denn nach Hause zurückzukehren hatte immer mehr wehgetan. Mariana wischte sich die Tränen ab und stand langsam auf. Sie ging zum Spiegel und musterte ihr Spiegelbild. Die junge Frau, die sie dort anblickte, wirkte zerbrechlich. Gebrochen. Besiegt. Doch tief in ihrem Inneren veränderte sich etwas, und das war ihr Eifer. Vielleicht hatte ihre Mutter mit ihrer Logik immer recht gehabt, dass Freundlichkeit allein ihr niemals helfen würde, zu überleben oder sie irgendwohin zu bringen. Wenn diese Familie nur Stärke respektierte … Wenn Grausamkeit die einzige Sprache war, die innerhalb dieser Mauern gesprochen wurde … Dann würde sie lernen, diese fließend zu sprechen, denn auch sie ist eine Sabastian. Diese süße, gehorsame Mariana Ivy Sebastian würde verschwinden. An ihrer Stelle würde eine Frau entstehen, die niemand jemals manipulieren kann. Niemand könnte sie demütigen. Und niemand könnte sie jemals zerstören. Sie blickte direkt in ihre eigene Seele, während diese Versprechen immer weiter aus ihr strömten. Ihre Augen hielten all diese stillen Versprechen fest. „Eines Tages wird jeder, der mich als schwach bezeichnet hat, es bereuen.“ Als ob die Welt zuhörte, rollte ein schweres Donnergrollen über den dunklen italienischen Himmel. Im Inneren der Sebastian-Villa begann eine neue Mariana zu erwachen.NORDITALIENSeit dem Duell zwischen Mariana und Melody waren Monate vergangen. Die Anspannung, die einst jeden Winkel der Villa erfüllt hatte, hatte sich langsam gelegt, doch die Lage war noch immer weit davon entfernt, normal zu sein.Es hatte keine Feierlichkeiten gegeben.Keine Feste.Keine wirklich glücklichen Momente. Die Familie Gold war zu sehr auf das Training, den Untergrund und die wachsende Bedrohung durch die Romanos konzentriert.Doch an diesem Abend hatte die Godmother beschlossen, dass alle eine Auszeit brauchten. Sie organisierte eine kleine Feier für die Mitglieder der Familie Gold und die Menschen, die in der Villa lebten.Mitten auf dem Feld wurde ein großes Feuer entzündet, um das sich alle Anwesenden versammelten. Ausnahmsweise gab es einmal seit langer Zeit keine Hierarchie. Niemand saß über einem anderen.Lady Gaia saß neben Lady Alessia, während Adriano unter den Gangstern saß. Sogar die Wachen hatten sich mit ihnen entspannt. Das bedeutete jedoch nicht, dass s
DIE KRANKENSTATIONDas gleichmäßige Piepen des Geräts neben Michaels Bett erfüllte die Stille auf der Krankenstation.Piep.Piep.Piep.Die Krankenschwester hatte gerade seine Vitalwerte überprüft, als sie sich umdrehte, um zu gehen.Da … packte plötzlich eine Hand ihr Handgelenk, und sie erstarrte für einen Moment. Dann blickte sie langsam nach unten. Michaels Finger umschlossen schwach ihr Handgelenk.Seine Augen waren kaum geöffnet.„Hilfe …“, flüsterte er, seine Stimme war kaum zu hören. Die Augen der Krankenschwester weiteten sich.„Michael?“ Der Name entfuhr ihr vor Überraschung. Sie rannte sofort los, um den Arzt zu holen. Innerhalb weniger Minuten herrschte auf der einst so stillen Station reges Treiben. Ärzte und Krankenschwestern eilten zu seinem Bett, als Michael langsam die Augen öffnete. Nachdem er wochenlang bewusstlos gelegen hatte und sich von seinen Verletzungen erholt hatte, war Michael endlich wach. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer auf dem Romano-An
DAS ROMANO-ANWESENAn jenem Abend herrschte auf dem Romano-Anwesen reges Musikleben. Laute Musik hallte durch die Villa, während Gelächter die Säle erfüllte. Auf den Tischen standen teure Getränke, und mehrere Frauen waren eingeladen worden, um die Party in Schwung zu halten.Doch die Feier galt nicht allen, die bei den Romanos zu Gast waren, sondern nur einer einzigen Person: SABASTIAN ROMANO.Zumindest dachten das alle. In Wirklichkeit feierte Sabastian jedoch nicht, sondern ging unter. Seit sein Vater in seinem Büro jene Worte gesprochen hatte, hatte sich etwas in ihm verändert.„Wenn du willst, dass Stella zu uns gehört, muss sie mich heiraten.“Diese Worte gingen ihm immer wieder durch den Kopf. Sie hatten sich nun vollständig in seinem Kopf festgesetzt. Sabastian konnte immer noch nicht verstehen, wie sein Vater ihm das antun konnte.Er hatte von Stella gewusst. Von Beginn an, seit Sabastians Beziehung zu ihr begonnen hatte, hatte der Patriarch immer davon gewusst. Er hatte beob
NORDITALIENDie Nachmittagssonne stand hoch am Himmel über Norditalien, als Melody allein über das Anwesen schlenderte. Sie hatte gerade eine ihrer Trainingseinheiten beendet, als jemand ihre Aufmerksamkeit auf sich zog.Es war Mariana.Ihre ältere Schwester kam in ihrem üblichen Trainingsanzug auf das Trainingsfeld zu. Ihr Haar war zusammengebunden, und ihr Gesichtsausdruck war nicht zu deuten.Melody blieb für ein paar Sekunden stehen, beobachtete einfach nur, wie sich ihre Schwester bewegte, und überlegte sich verschiedene Möglichkeiten, sie zu ärgern. Dann kam ihr eine verrückte Idee.Sie lächelte.„Hey, Mariana!“, rief sie, und Mariana blieb stehen, die Augenbrauen zusammengezogen. Einen Moment lang fragte sie sich, ob sie Melodys Stimme sich nur eingebildet hatte.Sie konnte sich nicht daran erinnern, wann Melody sie das letzte Mal bei ihrem Namen angesprochen hatte, ohne dass Hass oder Verachtung in ihrer Stimme mitschwangen.Mariana blickte über ihre Schulter und wollte sie ig












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