Share

Kapitel sechzig

last update publish date: 2026-10-13 04:33:06

Wren's Perspektive

Edwin sprach zuerst. Ich hatte die Stimme meines Vaters noch nie öffentlich zittern gehört, und jetzt zitterte sie, dünn und kratzig, als müsste jedes Wort aus irgendwo tief heraufgezogen werden. „Das Kind war meine Mutter.“

Niemand in der Halle atmete. „Sie war vierzehn“, sagte er. „Der Rat steckte sie in das Haus meines Vaters mit dem Befehl, nie darüber zu sprechen, was sie war. Sie lebte und starb als Ashby und weckte das Geschenk nie ein einziges Mal. Man sagte es mir m
Continue to read this book for free
Scan code to download App
Locked Chapter

Latest chapter

  • Verbotener Gefährte, Schicksalhafte Sünde   kapitel 62

    Kade hat mich zuerst gefragt. Darüber habe ich später immer wieder nachgedacht.Er fand mich auf den Stufen vor der großen Halle. Der gesamte Rat wartete hinter den Türen. Er gab keinen Befehl. Er stand eine Stufe tiefer, sodass unsere Augen auf derselben Höhe zusammentrafen. „Ich möchte dir einen Platz in diesem Raum geben“, sagte er. „An meiner linken Seite. Nicht als Mate. Du weißt, dass ich dieses Wort noch nicht aussprechen kann. Nur als diejenige, die von Ashwood aus weit sieht. Du kannst Nein sagen.“„Was bewirkt der Platz?“„Es bedeutet, dass du da bist und sprechen kannst, wenn der Rat über Gefahr spricht. Es bedeutet, dass niemand über dich reden kann, ohne dass du es hörst.“ Seine Stimme wurde rau. „Es bedeutet, dass sie aufhören, Dinge über dich zu entscheiden, während du auf einem Küchenboden liegst.“Ich dachte an zehn Jahre voller Morgen. Ich dachte an den hölzernen Wolf in meiner Tasche. „Ich werde sitzen“, sagte ich. „Aber wenn ich etwas zu sagen habe, werde ich es sa

  • Verbotener Gefährte, Schicksalhafte Sünde   Kapitel einundsechzig

    Wren’s PerspektiveMein Vater wartete in der Küche, als ich bei Tagesanbruch die Treppe herunterkam. Er saß am langen Tisch, beide Hände flach auf dem Holz, und wirkte ein ganzes Jahrzehnt älter als gestern.„Ich bin die ganze Nacht wach geblieben“, sagte er. „Ich dachte, vielleicht würdest du dich weigern, mir gegenüberzutreten.“„Ich kann nicht sagen, ob ich es will.“ Ich blieb in der Nähe der Tür stehen. „Doch hier stehe ich.“Er nickte behutsam. Dann schob er einen Gegenstand über den Tisch zu mir. Es war ein winziger Wolf aus blassem Holz, nicht größer als mein Daumen, und ein Auge war weit geöffnet eingeschnitten.„Das gehörte meiner Mutter. Sie hat es ihr ganzes Leben lang in einer Schublade versteckt.“ Seine Stimme zitterte. „In der Nacht vor ihrem Tod hat sie mir befohlen, es dem ersten Mädchen in unserer Blutlinie zu geben, dessen Wolf nie erschienen ist. Sie behauptete, dieses Mädchen würde weiter blicken als der Rest von uns.“Ich hob ihn auf. Die Wärme seiner Handfläche h

  • Verbotener Gefährte, Schicksalhafte Sünde   kapitel sechzig

    Wren’s Sicht Einen Moment lang bewegte sich niemand. Vivian stand da, die Hände noch vor sich verknotet, und die Farbe wich so vollständig aus ihrem Gesicht, dass ich dachte, sie könnte fallen. „Celeste“, sagte sie. „Liebling, du solltest nicht hier sein.“ „Nenn mich nicht so.“ Celeste drückte die Tür mit zwei Fingern auf und trat ein. Der Wächter schwebte an der Schwelle, und sie sah ihn nicht an. Sie trug noch das schlichte graue Kleid, das ihr der Befehl des Rates angelegt hatte, ohne Schmuck und mit flach gestecktem Haar, und sie hatte nie mehr wie eine Frau ausgesehen, die jemanden mit einem einzigen Satz ruinieren konnte. „Ich habe dich gebeten, es noch einmal zu sagen. Sag, dass ich die Lampe war.“ „Es war nie dazu gedacht, dich zu verletzen.“ Vivians Stimme brach. „Alles, was ich getan habe, war, um deine Schwester am Leben zu halten.“ „Und was war ich?“ Celeste lachte, kurz und trocken. „Jedes Lächeln, das du mir beigebracht hast, war eine Lektion, und jede Lektion war e

  • Verbotener Gefährte, Schicksalhafte Sünde   Kapitel sechzig

    Wren's Perspektive Edwin sprach zuerst. Ich hatte die Stimme meines Vaters noch nie öffentlich zittern gehört, und jetzt zitterte sie, dünn und kratzig, als müsste jedes Wort aus irgendwo tief heraufgezogen werden. „Das Kind war meine Mutter.“Niemand in der Halle atmete. „Sie war vierzehn“, sagte er. „Der Rat steckte sie in das Haus meines Vaters mit dem Befehl, nie darüber zu sprechen, was sie war. Sie lebte und starb als Ashby und weckte das Geschenk nie ein einziges Mal. Man sagte es mir mit neunzehn, und ich schwor den Eid auf den Knien.“ Er sah mich zum ersten Mal an, seit wir eingetreten waren, und seine Augen waren feucht. „Als dein Wolf nicht kam, Wren, wusste ich, wofür der Eid war.“„Du wusstest es.“ Meine Stimme klang weit weg. „Jeden Morgen, den ich diesen Küchenboden auf den Knien schrubbte, wusstest du es.“„Ich wusste es.“ Er sah nicht weg, und das war irgendwie schlimmer, als wenn er es getan hätte. Neben mir zog Kade meine Hand fester, und ich verstand, dass er sich

  • Verbotener Gefährte, Schicksalhafte Sünde   Kapitel achtundfünfzig

    Wren’s SichtDie Stille zog sich lange hin. Ich stand im Türrahmen von Odettes Zimmer, während der leere Raum aus jener Vision noch in meinem Geist brannte. Kade hielt meine Hand so fest, dass seine Knöchel weiß wurden.„Deine Mutter, dein Vater oder deine Schwester“, sagte er schließlich. „Das sind die einzigen, die es sein können.“„Ein Loch zeigt, dass die Person Familie ist“, sagte ich. Meine Stimme klang zu klein. „Es kann mir nicht zeigen, welche.“„Dann werde ich alle drei beobachten lassen, und keiner von ihnen wird es wissen“, sagte Grier. Er rieb die vernarbte Haut auf seinem Gesicht. „Mach es leise, Kade. Wenn einer von ihnen der Verräter ist, will ich sehen, wohin er geht, bevor er merkt, dass ich zusehe.“Odette sagte nichts. Sie ging zu ihrem Regal, nahm eine Dose mit grauer Pulver und kniete sich vor mir nieder, die Ärmel hochgeschoben. „Gib mir dieses Handgelenk. Bevor irgendjemand geht, muss ich etwas zurücknehmen.“„Was zurücknehmen?“, fragte Kade.„Was ich dir über

  • Verbotener Gefährte, Schicksalhafte Sünde   Kapitel siebenundfünfzig

    Hier ist die Übersetzung des Textes ins Deutsche:Kade trug mich zurück über das Salz, als wäre ich etwas, das auslaufen könnte. Er setzte mich auf Odettes schmales Bett, kniete vor mir nieder, nahm beide meine Hände in die seinen, und ich merkte, dass er stärker zitterte als ich.„Der Sog ist hier drinnen schwächer“, sagte Odette. Sie kniete bereits am Herd und versuchte, das tote Feuer wieder zum Leben zu erwecken, obwohl ihre Finger noch zitterten. „Das Salz und Eisen, das ich um diese Hütte gelegt habe, verlangsamen ihn. Solange Wren drinnen bleibt, kann er sie nicht zum Bach ziehen.“„Bis zum Mondaufgang“, sagte Kade.„Bis zum Mondaufgang.“ Sie setzte sich auf ihre Fersen zurück. „Das bedeutet, ich habe bis dahin Zeit, euch zu erzählen, was ich euch vor Jahren hätte sagen sollen.“Ich wollte etwas Scharfes sagen. Stattdessen kam heraus: „Fang von vorne an.“„Vor sechzig Jahren gab es in Ashwood einen Haushalt namens die Farsights.“ Odette starrte in die neuen Flammen. „Sie hatten

More Chapters
Explore and read good novels for free
Free access to a vast number of good novels on GoodNovel app. Download the books you like and read anywhere & anytime.
Read books for free on the app
SCAN CODE TO READ ON APP
DMCA.com Protection Status