LOGIN„Der Sex war allerdings gut“, sagte Davina und riss mich mit ihrer unverblümten Bemerkung unsanft aus meinen Gedanken. „Nur der Sex?“ „Ja.“ Sie wiederholte es ohne die geringste Reue. „Nur der Sex.“ Davina kicherte, als hätte sie gerade nicht den kältesten Satz überhaupt von sich gegeben. „Was hast du erwartet? Dass ich wieder in deine Arme falle und dir meine Liebe gestehe?“ „Das habe ich nicht verlangt.“ „Gut“, murmelte sie. „Denn ich habe dir schon einmal mein Herz geschenkt, und du hast es mir in Stücke zerbrochen zurückgegeben.“ °°°°°°°°°° In einem Moment ging Davina mit einem strahlenden Lächeln den Gang entlang. Im nächsten sammelte sie mit blutenden Händen die Scherben dessen auf, was von ihrem Herzen übrig geblieben war. Die einzige Familie, die ihr noch geblieben war, war ihr auf grausame Weise von dem Mann genommen worden, den sie heiraten sollte – dem Mann, der ihr nichts als Liebe gezeigt und sie behandelt hatte, als wäre sie das Kostbarste auf der Welt. Er hatte sich verändert – er nahm sie gefangen und bestrafte sie für ein Verbrechen, von dem sie nicht einmal wusste, was es war. Doch Davina schwor Rache. Sie würde sich alles zurückholen, was er ihr genommen hatte, und ihn für seine Sünden bezahlen lassen, selbst wenn dies das Letzte war, was sie tat.
View MoreDAVINA Lucien ließ mich im Rudelhaus bleiben, und für ein paar Tage schien er mich zu ignorieren. Seine Worte beim letzten Frühstück verdrehten immer noch mein Herz, doch ich versuchte, darüber hinwegzukommen. Ich wusste, dass ich ihm früher einen Teil von mir gegeben hatte, aber jetzt musste ich das loslassen. Er sollte mich nicht mehr verletzen können. Ich hatte Schlimmeres gesehen – wie die Ermordung meines Vaters an dem Tag, der meine Hochzeit hätte sein sollen.Hier fühlte sich nichts mehr wie Zuhause an, nachdem ich gesehen hatte, wie das ganze Rudel sich gegen meinen Dad und mich gewandt hatte. Das Rudelhaus war zu einem goldenen Gefängnis geworden. Ich wanderte wie ein Geist durch die Hallen, ignoriert, vergessen, und doch beobachtet. Immer beobachtet.Es war mir nicht erlaubt, das Haus zu verlassen, einen Fuß hinauszusetzen. Das Haus, in dem ich aufgewachsen war, war irgendwie zu meinem eigenen Käfig geworden.Ich hatte es ein paar Mal versucht, doch ein oder zwei Wachen zog
DAVINA Ich saß in der Ecke des dunklen Raums, in dem man mich eingesperrt hatte. Im Keller unter dem Rudelhaus. Man hatte mich geschleift, misshandelt, und ich hatte die Sonne nicht gesehen – seit wie lange? Zwei Tage? Drei, vier? Ich hatte keine Ahnung. Ich hatte nicht geduscht und meine Kleidung nicht gewechselt. Ich war von mir selbst genervt. Es half nicht, dass ich ein weißes Kleid trug – mein Hochzeitskleid.Vor ein paar Tagen hätte ich mir nie vorgestellt, in dieser Lage zu sein. Ich war die Tochter des Alphas, die Prinzessin des Rudels. Ich war die Erbin, auch wenn Dad und ich beschlossen hatten, dass ich Lucien Alpha werden lassen würde.Ich wollte schreien, weinen und brüllen, doch stattdessen saß ich in dieser Ecke, die Knie an die Brust gezogen. Ich hatte all das schon getan, und niemand hatte auf mich gehört. Niemandem war es wichtig. Das war meine neue Realität. Mein Vater war tot, und ich musste einen Weg finden, allein zu überleben.Die Tür öffnete sich plötzlich, und
DAVINA Rowan und Kane schleiften Dad zum Hinrichtungsplatz, und Lucien schleifte mich mit, sein Griff um meine Arme fest, ganz anders als alles, was ich in Erinnerung hatte. Seine Finger gruben sich in meine Haut, fest genug, um blaue Flecken zu hinterlassen, doch ich schrie nicht auf. Nicht weil es nicht wehtat, sondern weil ich nicht glauben konnte, dass das geschah. Die Welt fühlte sich surreal an, als ginge ich durch einen Albtraum, aus dem ich nicht aufwachen konnte.Einen Moment lang erwog ich die Möglichkeit, dass er es nicht war, dass er von einem Dämon besessen war. Doch wie erklärte ich dann das Verhalten der anderen? Des Schamanen, der Krieger, der Ältesten, sogar der anwesenden Omegas.Das war nicht spontan. Es war ein langer, gut geplanter und kalkulierter Verrat.Als wir den Hinrichtungsplatz erreichten, stockte mir der Atem, als ich den Galgen erblickte. Meine Brust zog sich zusammen und mein Herz preßte sich zusammen. Sie wollten ihn hängen.Sie würden es nicht wagen.
DAVINA Ein Lächeln erhellte mein Gesicht, als mein Vater mich den Gang hinunterführte, um den Mann meines Lebens zu treffen, den Gamma meines Vaters – Lucien Bryant. Ich hatte von diesem Moment geträumt, solange ich mich erinnern konnte. Als Kind hatte ich immer die Augen auf ihn gerichtet, und ich war immer offen damit umgegangen. Er hatte meinen kindlichen Schwarm nie ernst genommen, nicht bevor ich mit der Universität fertig war. Jetzt, mit neunzehn – fast zwanzig – war ich eine erwachsene Frau mit einem Abschluss. Nicht länger die Alpha-Tochter, die einfach mitlief. Und Lucien gehörte mir. Nun ja, fast. Ich hatte die Initiative ergriffen. Ihn zu Spaziergängen mitgenommen, ihn in lange Gespräche gedrängt, sogar unser erstes Date geplant. Langsam ließ er mich an sich heran. Und die Göttin wusste, wie sehr ich die Zeit mit ihm schätzte. Er gab die wärmsten Umarmungen und die sanftesten Küsse. Seine Berührungen – schon ein Streifen seiner Finger über meine Haut setzte meinen Kö











