LOGINXenas Sicht„Es ist nicht nur ein Kabel“, sagte Hannah über den Lautsprecher, die Datei war bereits auf dem Laptop zwischen Dante und mir am Küchentisch geöffnet. „Es sind vier. Alle so dünn, dass sie nichts Automatisches auslösen. Alle verlaufen über den Ashgrove-Meridian, bevor sie ankommen.“"Zeig mir die Daten", sagte ich.Hannah erklärte uns die Zahlen, während Dante scrollte – März 2019, Juni 2019, Oktober 2019, Februar 2020. Vier Zahlungen im Abstand von sechs Wochen bis vier Monaten, jede einzelne landete auf einem Konto unter einem Namen, der sich schließlich, drei Muscheln tief, zu Diana zurückverfolgen ließ.„Das ist keine einmalige Sache“, sagte Dante leise. „Das ist eine regelmäßige Leistung.“Ein Retainer bedeutet, dass jemand für etwas Laufendes bezahlt.Ich zwang mich, immer wieder auf den Bildschirm zu schauen, anstatt einen von ihnen anzusehen, denn wegzuschauen, fühlte sich an, als würde ich es später bereuen.„Wer ist die Quelle?“, fragte ich. „Wo hat der Ashgrove-
Xenas Sicht„Du blutest“, sagte Dante, noch bevor er mich begrüßt hatte und bevor ich ganz durch die Tür war.„Nein.“ Ich sah trotzdem auf meine Hand hinunter – nichts da, nur die Stelle, wo ich den Riemen meiner Tasche so fest umklammert hatte, dass ein Abdruck zurückblieb, kein Blut, nur Druck. „Mir geht’s gut, Dante.“„Du siehst nicht gut aus.“ Er war bereits auf dem Weg durch die Küche, und als er mich erreichte, zog er mich nicht in irgendetwas Dramatisches hinein, sondern legte mir einfach beide Hände auf die Schultern und sah mich an, um nach Schäden zu suchen, die er von der anderen Seite des Raumes aus nicht sehen konnte.„Ich bin nicht verletzt. Ich bin nur –“ Mir fehlte noch das Wort. „Erfüllt. Von Dingen, die ich heute Morgen noch nicht hatte.“„Setz dich. Erzähl mir.“Ich setzte mich. Er zog den Stuhl so, dass er neben mir saß, was mir mehr über seine Gedanken verriet als alles, was er hätte sagen können.„Er hat es ganz offen zugegeben“, sagte ich. „Das Fenster, Reeves,
Xenas Sichtweise„Du lügst“, sagte ich, obwohl ich es selbst kaum glauben konnte. Niemand hatte sich eine so präzise Lüge ausgedacht. Niemand hatte einem als Einstiegsstrategie den blinden Fleck eines Bundesrichters präsentiert, es sei denn, er meinte es genau so, wie er es genannt hatte.„Bin ich nicht.“ Victor zuckte nicht mit der Wimper. „Überprüfen Sie es selbst, wenn Sie mir nicht trauen. Grundbucheinträge von Cook County, 1887, Parzelle 411 bis 414. Der Name Osei wird anders geschrieben – Ossei, mit einem S –, aber es ist dieselbe Familie. Ein Fehler des Einwanderungsbeamten, nie korrigiert. Niemand hat lange genug danach gesucht, weil niemand einen Grund dazu hatte.“„Außer dir.“„Außer mir.“ Er sagte es ohne Stolz. „Ich hatte vierzig Jahre lang nichts anderes zu tun, als alte Zeitungen zu lesen.“Herald bewegte sich an der Tür, die erste Bewegung, die er seit meinem Hinsetzen gemacht hatte. „Erzähl ihr von Diana.“Es wurde ein Grad kälter im Raum. Victors Hände, die die ganze
Xenas SichtweiseDie Lobby war leer, bis auf einen Mann hinter dem Sicherheitsschalter, der nicht aufblickte, als ich hereinkam. Das verriet mir, dass Herald bereits alles geregelt hatte. Niemand hielt mich am Aufzug auf. Niemand verlangte von mir eine Unterschrift. Diese Art von Stille hatte ihren Preis, und mir wurde beim Betreten klar, dass ich mich in einem kleinen Teil der Maschinerie befand, die ich drei Monate lang versucht hatte zu demontieren.Der Aufzug öffnete sich direkt zum vierzehnten Stock.Herald wartete mit verschränkten Armen im Flur. Sein Anzug saß wie angegossen, anders als Adrians Anzug es je getan hatte – als hätte er sich seine Haltung selbst angeeignet, sie sich angeeignet, anstatt sie geerbt zu haben. Drei Jahre, in denen er jemand anderes gewesen war, hatten Spuren in seiner Haltung hinterlassen.„Du bist gekommen“, sagte er.„Du klingst überrascht.“„Bin ich nicht. Ich hab’s dir doch gesagt.“ Er schloss zu mir auf, nicht ganz vorne, nicht ganz hinter mir. „E
Xenas SichtweiseIch rief ihn an, bevor ich meinen Mantel anzog. Hätte ich noch länger gewartet, hätte ich ihn gar nicht mehr angerufen.Er nahm beim zweiten Klingeln ab. „Hey.“ Nur das, warm und halb verschlafen, als hätte er nicht die ganze Nacht wach gesessen und auf etwas gewartet.„Ich muss Ihnen etwas sagen und bitte Sie, mich ausreden zu lassen, bevor Sie etwas sagen.“Seine Stimme versagte augenblicklich. „Xena.“„Adrian hat mich angerufen. Victor ist in einem Zimmer im West Loop. Herald hat ihn dort. Er redet erst, wenn ich es ihm erlaube, und er fragt nach mir. Nicht nach dir. Nach mir.“Stille in der Leitung. Ich konnte hören, wie er sich bewegte – vielleicht eine Tür, oder einen Stuhl, der zurückgeschoben wurde.„Du gehst nicht allein“, sagte er.„Ich habe ihm meine Bedingungen bereits mitgeteilt. Herald bleibt im Zimmer. Ich kann gehen, wann immer ich will. Ich bringe die Briefe, und niemand außer mir rührt sie an.“ Meine Stimme blieb ruhig, so wie ich es in Gedanken geüb
Xenas SichtweiseMein Telefon klingelte bereits, als ich es vom Tresen nahm.„Leg nicht auf“, sagte Adrian, noch bevor ich „Hallo“ gesagt hatte.„Das hatte ich nicht vor.“ Ich log. Mein Daumen war nur einen halben Zoll vom roten Kreis entfernt gewesen.„Er ist im Raum. Der Herald hat ihn im West Loop-Gebäude, im Konferenzraum im dritten Stock, untergebracht, und er hat kein Wort gesagt, seit wir ihn hereingebracht haben. Er hat ausdrücklich nach Ihnen gefragt. Er sagte, er würde erst sprechen, wenn Sie ihm das erlauben.“Ich setzte mich an den Küchentisch, an dem der Wasserring von Dantes Glas noch sichtbar war, wenn ich ihn gegen das Licht hielt. Ich hielt ihn nicht gegen das Licht.„Victor hat den Tod meines Vaters arrangiert“, sagte ich. „Sie verstehen doch, dass das der Mann ist, dem Sie mich gegenübersetzen lassen wollen.“„Ich verstehe es besser, als du denkst.“ Adrians Stimme klang schärfer als je zuvor. „Herald hat mir heute die Lücken in meinem Kalender gezeigt. Acht Monate m







