LOGINDie gefährlichste Person in einer Verschwörung war oft diejenige, deren Name niemals in den Dokumenten auftauchte.
Sienna las die wiedergefundene Genehmigung erneut und betrachtete anschließend den separaten Verweis, der ihr beigefügt war. Evelyn Thorne hatte die Überprüfung von Daniel Hales Eigentumsanteil genehmigt. Jemand außerhalb von Thorne Global hatte eine weitere Anweisung erteilt, die mit demselben Vorgang zusammenhing. Doch wer hatte diesDas Foto war noch immer auf Siennas Handy geöffnet, als Adrian schließlich das Schweigen brach. „Glaubst du, Samuel war in diesem Gebäude?“ Sienna vergrößerte das Bild erneut und betrachtete den schmalen Korridor sowie die dunkle Holztür an dessen Ende. „Ich glaube, jemand möchte, dass wir das glauben.“ „Das ist keine Antwort.“ „Es ist die einzige ehrliche, die ich dir geben kann.“ Sie senkte das Handy. Eine anonyme Nachricht konnte eine Warnung, eine Lüge oder der Versuch sein, sie zu einer Schlussfolgerung zu drängen, die jemand anderes längst für sie ausgewählt hatte. Solange sie keine Beweise hatten, würde sie nicht zulassen, dass ein Fremder bestimmte, was sie glauben sollte. Adrian warf einen Blick auf den Bildschirm. „Wenn Samuel noch am Leben war, warum sollte er sich versteckt halten?“ „Vielleicht hat er sich gar nicht verstec
Graham Pikes Name war in den Kurierunterlagen aufgetaucht, doch Sienna ließ der Gedanke nicht los, auf wessen Anweisung er gehandelt hatte.Sie stand am Fenster des Arbeitszimmers und las erneut die letzte Zeile von Marcus’ Bericht.Zusätzlicher Ansprechpartner: Graham Pike.Samuel Voss galt nach einem Bootsunfall als tot. Und doch hatte jemand ein vertrauliches Dokument in seinem Namen entgegengenommen. Pike war in diese Angelegenheit verwickelt.Es gab zu viele Möglichkeiten, und keine davon ließ sich einfach ausschließen.Hinter ihr stellte Adrian ein Glas Wasser auf den Schreibtisch.„Wie lange liest du das schon?“„Lange genug, um zu erkennen, dass wir immer noch nicht wissen, wer das Dokument abgeholt hat.“„Wir wissen, dass Pike damit in Verbindung stand.“„Das ist nicht dasselbe.“Adrian zog einen Stuhl hervor. „Was hast du vor?“Sienna wandte sich vom Fenster ab.„Ich
Samuel Voss sollte tot sein.Und doch hatte jemand in seinem Namen ein Dokument entgegengenommen.Sienna starrte auf die gescannte Empfangsbestätigung auf ihrem Laptop. Ihre Finger ruhten auf der Tischkante.Adrian stand hinter ihr.„Könnte es die Unterschrift von jemand anderem sein?“„Genau das werden wir herausfinden.“„Du hast seinen Namen sofort erkannt.“„Ich erinnere mich an seine Handschrift aus der alten Korrespondenz meines Vaters. Aber eine Unterschrift wiederzuerkennen, ist nicht dasselbe, wie beweisen zu können, wer sie geschrieben hat.“Adrian zog einen Stuhl heran.„Meine Mutter wusste etwas darüber.“„Sie wusste genug, um die Abholung des Dokuments zu veranlassen.“„Und sie hat sich geweigert, uns zu sagen, wer es abgeholt hat.“Sienna wandte sich ihm zu.„Dann finden wir es selbst heraus.“Sie nahm ihr Handy und rief Marcus an.„Ich möchte die vollständigen Zustell- und Übergabeunterlagen der Anwaltskanzlei. Alles, was mit dieser Empfangsbestätigung zusammenhängt. Das
Das Beängstigendste war nicht, dass jemand Adrians Namen benutzt hatte. Sondern dass diese Person genau gewusst hatte, wann er noch zu jung gewesen war, um es zu hinterfragen. Sienna beobachtete, wie er mit dem Handy noch immer in der Hand nach dem Anruf von Marcus durch die Bibliothek auf und ab ging. „Sag etwas“, forderte sie ihn schließlich auf. Adrian blieb stehen. „Was soll ich sagen? Dass ich nicht verstehe, wie mein Name auf einem Dokument gelandet ist, das ich nie angefordert habe?“ „Ich möchte, dass du gründlich nachdenkst. Wer kümmerte sich um die rechtlichen Angelegenheiten deines Vaters, als er starb?“ „Meine Mutter.“ „Hat sie dich jemals gebeten, etwas zu unterschreiben?“ Er wandte den Blick ab. „Ich war siebzehn, Sienna. Ich hatte gerade meinen Vater verloren. An
Die Unterschrift eines Toten konnte beinahe alles genehmigen, wenn die richtige Person wusste, wie sie sie einsetzen musste.Sienna starrte auf das Dokument auf ihrem Handy. Das Datum neben Edmund Thornes Unterschrift ließ sie einfach nicht los.Adrian stand ihr gegenüber. Sein Gesichtsausdruck war angespannt.„Das kann nicht stimmen.“„Dann müssen wir herausfinden, warum es so aussieht.“„Mein Vater war tot. Er konnte nichts mehr genehmigen.“„Seine Handschrift könnte echt sein, Adrian. Das bedeutet aber nicht, dass er genau dieses Dokument an diesem Datum unterschrieben hat.“Er sah sie an.„Du vermutest, dass jemand seine Unterschrift kopiert hat?“„Ich ziehe mehrere Möglichkeiten in Betracht. Jemand könnte ein früher unterschriebenes Dokument verwendet, seine Unterschrift auf eine separate Anweisung übertragen oder das Datum manipuliert haben. Solange wir das Original nicht untersucht haben, wissen
Die Unterschrift war vertraut. Ihre Bedeutung hingegen nicht.Sienna starrte auf das Foto auf ihrem Handy und betrachtete Evelyn Thornes Handschrift unter der Anweisung, ein privates Treffen auf dem Anwesen zu organisieren, auf dem Edmund gestorben war.Adrian stand ihr gegenüber. Sein Gesichtsausdruck war unergründlich.„Sie hat an dem Tag, an dem mein Vater starb, dort ein Treffen arrangiert“, sagte er.„Das scheint das Dokument zumindest nahezulegen.“„Glaubst du, sie wusste, was passieren würde?“„Ich glaube, wir müssen erst herausfinden, was genau sie genehmigt hat, bevor wir irgendjemanden beschuldigen.“Er lachte freudlos.„Du verlangst von mir, ruhig und vernünftig zu bleiben, obwohl dieses Dokument meine Mutter mitten in die letzten Stunden meines Vaters rückt.“„Ich bitte dich nur, nicht denselben Fehler zu machen wie vor siebzehn Jahren. Akzeptiere keine Erklärung, nur weil sie von jemandem k







