MasukElena hatte inzwischen ein sehr ungutes Gefühl.Irgendetwas sagte ihr, dass es der Frau gar nicht in erster Linie um Tina ging. Vielleicht war Elena selbst das eigentliche Ziel.Dabei kannten sie sich nicht einmal.„Oder bist du einfach jemand, der wahllos auf andere losgeht, sobald dir etwas nicht passt?“Das Gesicht der Frau im roten Kleid verzog sich vor Wut. Die geschwollene Wange war inzwischen nicht nur rot, sondern bereits dunkel verfärbt.„Hör auf, solchen Unsinn zu erzählen. Sie hat ihren Eyeliner auf mein Kleid gespritzt und es ruiniert.“„Das stimmt nicht!“Tina widersprach sofort.Sie erklärte hastig, dass der Eyeliner nur neben ihr am Waschbecken gelegen hatte und gar nicht ihr gehörte. Trotzdem hatte die Frau darauf bestanden, dass Tina die Flüssigkeit auf ihr Kleid gespritzt hatte.Tinas Erklärungen interessierten sie nicht.Stattdessen hatte sie sofort 18.000 Euro Schadensersatz verlangt.So viel Geld hatte Tina natürlich nicht.Daraufhin hatte die Frau sie geohrfeigt.
Lia folgte Elena bis zu den Toiletten.Dort sahen sie Tina, die von einer stark geschminkten Frau am Arm festgehalten wurde. Die Frau wirkte nicht im Geringsten bereit, sie gehen zu lassen.„Das Kleid kostet über 10.000 Euro. Das ersetzt du mir sofort.“„Wie kommt jemand wie du überhaupt auf so einen Empfang? Wenn du heute nicht zahlst, gehst du hier nirgendwohin!“Die Frau hatte ein auffallend hübsches, sehr feminin geschminktes Gesicht und trug ein leuchtend rotes Abendkleid.Ihr Make-up war makellos, doch die stark betonten Gesichtszüge ließen sie eher künstlich als elegant wirken und verliehen ihrer Miene etwas Gehässiges.Tina war ohnehin nicht besonders schlagfertig. Als sie dann auch noch den Preis des Kleides hörte, brachte sie kaum noch einen vollständigen Satz heraus.„Ich war das nicht ...“Sie versuchte ihren Arm zurückzuziehen, kam aber nicht los. Die Frau hielt sie erstaunlich fest. Außerdem standen noch drei weitere Frauen um sie herum und versperrten ihr den Weg. Offens
Lia zog Tina halb im Scherz auf.„Wovor hast du denn Angst? Theodor ist doch da. Wenn er nicht ordentlich auf dich aufpasst, verpasst du ihm eben eine.“Tina riss die Augen auf.Keine Chance.Theodor war ihr Chef. Sie würde sich niemals trauen, ihm eine zu verpassen.Katharina begrüßte die anderen mit ruhiger, freundlicher Stimme.„Ich wusste gar nicht, dass heute so viele von euch kommen. Dann bin ich ja in guter Gesellschaft.“Die Blicke der anderen wanderten zu ihr.Elena blieb kühl. Sie wusste nur zu gut, was sich hinter Katharinas ruhiger, souveräner Fassade verbarg.Tina kannte sie kaum und blieb einfach neben Elena stehen, ohne sich einzumischen.Lia dachte ähnlich wie Elena. Schon bei Maras letztem Skandal hatte sie vermutet, dass Katharina etwas damit zu tun hatte. Und auch diesmal war offensichtlich jemand im Hintergrund aktiv gewesen.Nach allem, was Lia über die Jahre im Geschäftsleben erlebt hatte, traute sie Katharina durchaus zu, ihre Finger im Spiel zu haben.Elena, Lia
Die Umstehenden verstanden sofort.Ach so war das also.Sie hatten schon gedacht, zwischen Elena und Stefan gäbe es tatsächlich irgendeine Geschichte.Elena nutzte die Gelegenheit und lächelte Felix sanft an.„Dann muss ich dir wohl dafür danken, dass du so entspannt damit umgehst, dass ich die Sache mit Stefan noch zu Ende bringe.“„Dafür koche ich dir demnächst etwas richtig Gutes.“Felix’ dunkler Blick wurde sofort weich.„Du musst doch nicht selbst kochen. Das mache ich. Sag mir einfach, worauf du Lust hast.“Die beiden redeten miteinander, als wäre niemand sonst im Raum. Die Vertrautheit zwischen ihnen war so selbstverständlich, dass einige der Umstehenden neidisch zusahen.Stefans Blick verdunkelte sich und wurde kalt, beinahe bedrohlich.Lia bemerkte seine schlechte Stimmung sofort, und ein ungutes Gefühl beschlich sie.Konnte es wirklich sein, dass er etwas für Elena empfand?In diesem Moment kam Günther Heinemann die Treppe herunter und begrüßte die Neuankömmlinge persönlich m
Sebastian zog die Brauen zusammen, seine Miene wurde deutlich kälter.Er brauchte einen Moment, um sich wieder zu sammeln, bevor er seiner Großmutter schließlich antwortete.„Du machst dir einfach zu viele Gedanken. Schon dich ein bisschen und reg dich nicht ständig über alles auf. Dann bleibst du uns noch lange erhalten.“Am Abend gegen acht erschien Elena mit Stefan beim Empfang der Familie Heinemann.Elena trug ein schlichtes weißes Satinkleid und hatte sich bewusst zurückhaltend gestylt. Gerade dadurch wirkte sie umso eleganter und strahlender.Stefan war groß, breitschultrig und hatte eine starke Präsenz. Als die beiden gemeinsam den Saal betraten, zogen sie sofort die Blicke auf sich.Mehrere Gäste sahen überrascht zu ihnen herüber.In ihrem Umfeld wusste inzwischen jeder, dass Elena und Felix bald ihre Hochzeit feiern würden. Die Einladungen und Gastgeschenke waren längst verschickt.Dass Elena ausgerechnet an Stefans Seite auftauchte, sorgte deshalb sofort für Gesprächsstoff.„
„Und erinnerst du dich noch daran, worüber wir damals gesprochen haben? Warum Elena überhaupt mit Adrian zusammen war?“„Felix, ich habe langsam das Gefühl, dass es da etwas gibt, das dir bisher entgangen ist.“Je öfter er darüber nachdachte, desto merkwürdiger kam ihm die ganze Sache vor.Felix ließ sich äußerlich nichts anmerken, doch sein Blick wurde nachdenklicher.„Dann finden wir Philipp und fragen ihn selbst.“„Gut.“Theodor schlug sich zustimmend aufs Knie. Sie waren offenbar auf denselben Gedanken gekommen.Felix verlor keine Zeit. Er wies Marius an, Philipps Aufenthaltsort herauszufinden und Adrian ebenfalls herzubringen.In den vergangenen Wochen hatte Felix sich vor allem auf die Suche nach Gregor konzentriert. Adrian hatte er bewusst noch nicht angerührt, weil er hoffte, über ihn irgendwann an Gregor heranzukommen.Marius nahm die Anweisungen entgegen und verließ das Büro.Kurz bevor Theodor ebenfalls ging, erfuhr er noch, dass Felix am Abend Lia zum Empfang begleiten soll
Elena erstarrte, ihr Herz schlug immer schneller.In dem Moment, als Felix sich noch einmal zu ihr hinunterbeugte, um sie zu küssen, begann ihr Körper unwillkürlich zu zittern.Als er ihre Reaktion bemerkte, hielt Felix inne. In seinen dunklen Augen lag deutlich sichtbare Beherrschung.„Na? Hast du
Die spöttische Stimme am anderen Ende der Leitung drang in ihr Ohr. Erst nach einigen Sekunden fand Elena ihre Fassung wieder. „Felix, dein Bruder hat mich gerade nach Strich und Faden verarscht und jetzt bist du dran, ja?“Am Telefon war Felix Stein, Adrians leiblicher Bruder.Als Elena damals mit
„Sag mal, Adrian, heute wolltest du doch mit Elena zum Standesamt. Hast du keine Angst, dass sie ausrastet, wenn du nicht hingehst?“„Ach was, Elena hängt doch an ihm wie eine Klette. Selbst wenn sie kapiert, dass er nur wegen Nina nicht hingegangen ist, schluckt sie das trotzdem.“„Eben. Gegen Nina
Am anderen Ende der Leitung wurde aufgelegt.Für einen Moment wurde Adrian die Brust eng. Unruhe und blanke Wut flackerten in ihm auf, ausgelöst von der Männerstimme, die er eben im Hintergrund gehört hatte.Hat Elena sich schon einen neuen Mann gesucht?Doch kurz darauf entwich ihm nur ein verächtl







