Share

Kapitel 7

Author: Aurora
Am anderen Ende der Leitung wurde aufgelegt.

Für einen Moment wurde es Adrian eng in der Brust. Unruhe und blanke Wut flackerten in ihm auf, ausgelöst von der Männerstimme, die er eben im Hintergrund gehört hatte.

Hat Elena sich schon einen neuen Mann gesucht?

Doch kurz darauf entwich ihm nur ein verächtliches Schnauben.

Um ihn zu bestrafen, war ihr offenbar jedes Mittel recht.

Sie war noch immer so verwöhnt und eigensinnig wie früher und setzte jetzt alle möglichen Tricks ein, nur um Nina aus dem Weg zu räumen.

...

Zur selben Zeit in der Villa.

„Aufgelegt.“ Felix reichte Elena das Handy zurück, sein dunkler Blick suchte prüfend ihr Gesicht.

„Bist du mir böse wegen dem, was ich eben am Telefon gesagt habe?“

Elena schüttelte den Kopf.

„Nein“, sagte sie.

Die Kälte in Felix’ Augen wurde weicher, seine Mundwinkel hoben sich kaum merklich.

„Gut. Du bist reifer geworden.“

Er hob die Hand und fuhr ihr kurz durch die Haare.

Elena senkte den Kopf ein wenig und hob dann langsam die Lider.

Sie blickte direkt in ein Paar dunkler, lächelnder Augen, die mit der früheren eisigen Distanz nicht mehr viel gemein hatten.

Im Moment wirkte er eher wie ein großer Bruder, voller stiller Fürsorge.

Elena spürte, wie etwas in ihrer Brust stockte.

Wahrscheinlich tut es ihm einfach leid, was Adrian mir angetan hat. Vielleicht empfindet er Mitleid und will es wieder gutmachen.

Trotzdem wurde ihr nicht klar, warum Felix sie ausgerechnet heiraten wollte, auch wenn er ihr einen Grund genannt hatte.

„Felix Stein, ich brauche deine Hilfe“, sagte sie leise, nachdem sie sich aus ihren Gedanken gerissen hatte.

Sie dachte daran, dass Adrian sicher schon versucht hatte, sie in ihrer Wohnung zu finden. Sie wollte ihm auf keinen Fall noch einmal begegnen.

Felix’ Brauen zuckten kaum merklich. „Wie hast du mich gerade genannt?“

Elena blinzelte, war einen Moment lang irritiert, und versuchte es vorsichtig anders.

„Felix?“

Ihre Stimme klang weich, in ihrem Blick lag ein Hauch unsicherer Nachfrage. Sie wirkte wie eine scheue kleine Katze.

Felix brachte es nicht übers Herz, sie weiter in die Enge zu treiben. Seine Stirn entspannte sich.

„Sag mir, worum es geht.“

Elena atmete unmerklich auf.

„Ich möchte meine Wohnung verkaufen. Kannst du mir helfen, das zu regeln?“

„Natürlich.

In Felix’ Augen blitzte kurz ein anderer Ausdruck auf.

„Ich lasse Marius alles Nötige in die Wege leiten.“

Elena lächelte.

„Danke.“

Das Licht von der Decke umhüllte sie, ließ ihre Züge weich und friedlich wirken.

Ihre helle Haut schien im Licht fast zu leuchten, ihr Lächeln war so strahlend, dass es einem mit einem Blick die schlechte Laune nehmen konnte.

Felix’ Blick wurde einen Moment lang schärfer.

Doch Elena war bereits aus dem Schlafzimmer gegangen und bekam nicht mit, wie ungewöhnlich warm und intensiv er sie ansah.

Felix kümmerte sich sofort darum.

Schon nach wenigen Tagen hatte er einen Käufer gefunden und den Verkauf der Wohnung zügig abgewickelt.

Elena musste noch einige wichtige Dinge einpacken, Felix fuhr sie persönlich hin.

Kaum waren sie ausgestiegen, bekam Felix einen Anruf.

Er hörte zu, antwortete mit einem knappen „Ja, verstanden“, aber seine Augenbrauen zogen sich zusammen.

Er beendete das Gespräch und schloss die Finger um das Telefon. „Eine dringende Sache.“

Sein warmer Blick glitt zu Elenas Gesicht.

„Ich muss das kurz klären. Schaffst du es, allein nach oben zu gehen?“

Elena nickte. „Klar. Fahr nur, ich brauche sowieso länger zum Packen.“

„Bist du dir sicher, dass du allein zurechtkommst?“ Felix wirkte deutlich unruhig.

„Ich bin doch kein kleines Kind mehr, wirklich. Es ist in Ordnung, fahr schon.“

Elena lachte leise und antwortete brav.

Je länger Elena Felix beobachtete, desto aufmerksamer und sanfter erschien er ihr. Er wirkte überhaupt nicht mehr wie der Mann, der früher bei jeder Gelegenheit gegen sie gestichelt hatte und ihr nie ein freundliches Gesicht gezeigt hatte.

Felix brummte nur leise, seine schmalen Augen verengten sich, als er sie ansah. Die Linie seiner Lippen war schön, seine Worte jedoch alles andere als sanft.

„Du bist kein Kind, nur leichter zu täuschen als eins.“

„...“

Elena fehlten die Worte.

Felix stieg wieder ins Auto und fuhr davon, während sie in das Haus zurückkehrte, in dem sie seit zwei Wochen nicht mehr gewesen war.

Ein leiser Piepton ertönte, als der Fingerabdruckscanner das Schloss freigab. Elena wollte die Tür aufstoßen, da hörte sie den Wachmann.

„Frau Weiß?“

Elena blieb stehen und drehte sich um.

Der Sicherheitsmann kam mit einem breiten Lächeln auf sie zu. „Frau Weiß, gut, dass Sie wieder da sind. In den letzten Tagen war immer wieder jemand hier und hat nach Ihnen gefragt. Er war ordentlich gekleidet, wirkte ganz seriös, aber er hat so laut an Ihre Tür geklopft, dass sich andere Bewohner schon beschwert haben.“

Bei seiner Beschreibung dachte Elena sofort an eine Person.

Adrian Stein.

Er war hier kaum je aufgetaucht, es war also kein Wunder, dass der Sicherheitsmann ihn nicht kannte.

Früher war sie es gewesen, die ständig an ihm hing.

Drei Jahre lang war es fast immer so gewesen, dass sie zu ihm gefahren war.

Selbst wenn sie zu Hause gewesen war und er sich betrunken hatte, war sie mitten in der Nacht zu ihm geeilt, um ihm eine Suppe gegen den Kater zu kochen.

Und jedes Mal, wenn sie sich gestritten hatten, reichten ein paar halbherzige beruhigende Worte von Adrian, ihr ganzer Ärger war wie weggeblasen.

Sie stand sogar wegen eines einzigen Satzes von ihm eine Stunde früher auf, nur um ihn rechtzeitig anzurufen und aus dem Bett zu scheuchen.

Seine Freunde hatten sie reihenweise ausgelacht und sie eine Klette genannt, die einfach nicht loslässt.

Hinter ihrem Rücken gingen sie noch weiter und spotteten, sie sei wie ein Hündchen, das ihm ständig hinterherläuft und sich anbiedert.

Alle waren sich einig, dass Elena ohne Adrian nicht konnte.

Ja.

In den letzten fünf Jahren hatte das gestimmt.

„Schon gut, ich habe es verstanden.“ Elena neigte entschuldigend den Kopf. „Die Wohnung ist inzwischen verkauft. Wenn der Mann wieder auftaucht, können Sie ihn einfach wegschicken.“

Der Sicherheitsmann, dem sie hübsch und freundlich vorkam, winkte nur ab. Das sei kein Problem. Falls Elena beim Umzug Hilfe brauchte, konnte sie sich einfach bei ihm melden.

Elena bedankte sich höflich und ging hinauf, um ihre Sachen zu packen.

Im Ankleidezimmer stapelten sich Markenhandtaschen und Kleidung, die Adrian ihr geschenkt hatte.

Sie packte alles ordentlich zusammen, vereinbarte einen Termin für eine Abholung und ließ die Kisten an Adrians Adresse schicken.

Als sie fertig war und sich umsah, stellte sie fest, dass von den Dingen, die wirklich ihr gehörten und die sie noch brauchen würde, nur ein paar Kleidungsstücke, ihr Desktop im Arbeitszimmer, ein gutes Dutzend Tastaturen und ein wandfüllendes Regal mit Büchern und Romanen übrig waren.

Elena räumte alles sorgfältig zusammen. Als sie schließlich auf die Uhr sah, waren bereits zwei Stunden vergangen.

Schon so lange.

Elena war gerade dabei, Felix anzurufen, als plötzlich die Türklingel ertönte.

Sie dachte im ersten Moment, er sei schon da, ging mit dem Handy am Ohr zur Tür und öffnete.

„Was für ein Zufall, ich war gerade noch beschäftigt ...“

Doch in dem Moment, in dem sich die Tür öffnete und sie sah, wer draußen stand, brach ihr Satz ab. Ihr Gesicht wurde auf einen Schlag kalt.

„Was willst du hier?“

Sie nahm das Handy vom Ohr, ohne zu bemerken, dass die Verbindung noch bestand.

Adrian stand vor ihr, das Gesicht düster.

„Du machst jetzt seit zwei Wochen Theater, blockierst meine Anrufe und meine Nachrichten, und nun lässt du dich endlich mal wieder blicken?“

Elena runzelte die Stirn.

„Das hier ist meine Wohnung. Ich glaube nicht, dass es dich etwas angeht, wann ich hier auftauche.“

In Adrians Augen flackerte ungeduldiger Zorn auf.

„Elena, jedes Theater hat seine Grenzen. Übertreib es nicht!“

Zur selben Zeit im Konferenzraum der Stein-Gruppe.

Eine Minute zuvor war Elenas Name auf seinem Display erschienen und seine Mundwinkel hatten sich wie von selbst gehoben.

Doch als er hörte, was Adrian am Telefon von sich gab, verfinsterte sich sein Gesicht. In seinen dunklen Augen erschien ein harter Ausdruck.

Felix erhob sich abrupt, verließ mit schnellen Schritten das Gebäude und stieg ins Auto.

„Fahr sofort zu meiner Frau.“

...

Adrian biss die Zähne zusammen. „Warum kannst du Nina eigentlich so wenig ausstehen? Sie ist meine Schwester. Wenn wir heiraten, ist sie auch danach deine Schwester!“

Elena sah ihn eiskalt an.

„Ich habe keine so schamlose Schwester. Wenn du sie so sehr liebst, dann tausch doch die Rollen. Heirate sie, mach aus deiner Schwester deine Frau. Ihr seid nicht einmal blutsverwandt, also spricht doch nichts dagegen.“

„Elena!“ Adrians Gesicht war so dunkel, als hätte man Tinte darüber ausgegossen. Er presste die Worte zwischen den Zähnen hervor.

„Musst du immer so giftig sein? Kannst du dich nicht einmal so benehmen wie Nina, die wenigstens vernünftig ist? Du hast sie schon vor drei Jahren dazu gebracht, von zu Hause wegzugehen. Willst du sie jetzt auch noch in den Tod treiben, bevor du Ruhe gibst?“
Continue to read this book for free
Scan code to download App
Comments (5)
goodnovel comment avatar
Edeltraud Hummen
Ich war schon bei über 2 Hundert Kapitel und jetzt bin ich plötzlich bei Kapitel 8 und soll wieder mit neu Freischalten Ich habe schon 3 mal Freigeschaltet und schon bestimmt über 80,00€ bezahlt. Ich möchte da weiter lesen wo ich gestern Abend aufgehört habe. Ansonsten werde ich diese App löschen
goodnovel comment avatar
Agnes
Warum kann man es nicht weiter zu Ende lesen?
goodnovel comment avatar
Sternchen
Bisher sehr spannend!
VIEW ALL COMMENTS

Latest chapter

  • Verliebt in den falschen Bruder   Kapitel 980

    Felix hatte bereits eine Reihe von Einladungen anfertigen lassen, die Marius inzwischen an die Gäste verteilt hatte. Die kleinen Gastgeschenke hatte Elena selbst ausgesucht, ebenso die edlen, liebevoll zusammengestellten Geschenkboxen.Kaum zwei Tage nachdem die Einladungen verschickt worden waren, stand Elenas Handy praktisch nicht mehr still.Bekannte aus ihrem Umfeld ebenso wie Geschäftspartner riefen an, um ihr zu gratulieren.So sehr sie sich über die Hochzeit freute, irgendwann konnte Elena kaum noch ein Telefon klingeln hören.Dann meldete sich Maras Agentin und bat sie um Hilfe. Mara hatte Ärger.Jens, der das Gespräch mitbekam, wurde sofort nervös.„Was ist mit Mara passiert?“Elena warf ihm einen irritierten Seitenblick zu. Warum war er denn gleich so angespannt?„Ihre Eltern sind aufgetaucht. Seit zwei Tagen machen sie bei ihrer Agentur Theater und Mara kommt kaum noch zum Arbeiten.“„Dann fahren wir hin.“Jens wurde sofort ernst und machte sich mit Elena auf den Weg.Unterw

  • Verliebt in den falschen Bruder   Kapitel 979

    „Was machst du hier?“Elena sah ihn kühl an, deutlich auf der Hut.Stefan hatte eine Hand in der Hosentasche seines Anzugs. Der dunkelcamel­farbene Mantel über seinen Schultern ließ ihn noch größer und präsenter wirken, und auf seinem harten Gesicht lag ein schwer zu deutendes Lächeln.„Ich fahre nach Hause. Ist das neuerdings verdächtig?“Nach Hause?Elena sah ihn misstrauisch an.„Du wohnst hier?“„Überrascht dich das so sehr?“Stefan beugte sich leicht zu ihr hinunter und hob eine Braue. Sein Blick blieb prüfend auf ihr liegen, und allein seine Nähe hatte etwas Bedrängendes.Einer von Elenas Sicherheitsleuten machte bereits einen Schritt nach vorn, doch sie hob die Hand und hielt ihn zurück.Stefans Blick gefiel ihr nicht, trotzdem wich sie keinen Zentimeter zurück.„Sag bloß nicht, du hast dir ausgerechnet hier eine Wohnung gekauft, weil du weißt, dass ich hier wohne.“Sie sagte es absichtlich so direkt.Stefan stieß ein kurzes Lachen aus.„Du hältst dich ja für ziemlich wichtig.“

  • Verliebt in den falschen Bruder   Kapitel 978

    Ganz persönlich hoffte Elena inzwischen, dass Sebastian Mara nicht weiter in diese Sache hineinzog. Am Ende würde Mara sonst nur noch mehr darunter leiden.Felix antwortete lediglich mit einem leisen „Mhm“ und mischte sich nicht weiter in die Angelegenheit der beiden ein.„Fährst du jetzt noch ins Büro?“Damit war das Thema für ihn erledigt.„Nein, ich fahre direkt nach Hause. Ich bin etwas müde.“Elena hatte sich zwar nicht noch einmal übergeben, fühlte sich aber weiterhin leicht unwohl.„Gut. Ruh dich aus. Ich versuche heute Abend früher nach Hause zu kommen.“„Okay.“Nachdem sie aufgelegt hatte, öffnete Elena eine Flasche Wasser mit Kohlensäure und trank ein paar Schlucke. Danach fühlte sie sich etwas besser.Kurz darauf erreichte sie ihr Zuhause.Sie schickte Jens nach Hause, doch kaum war sein Wagen davongefahren, hörte sie hinter sich eine vertraute Stimme.„Elena.“Sie blieb stehen und drehte sich um.Adrian stand einige Meter entfernt in einem schwarzen Trainingsanzug. Er war d

  • Verliebt in den falschen Bruder   Kapitel 977

    Mara erschrak und folgte Elena sofort. Sie legte ihr eine Hand auf den Rücken und strich beruhigend darüber.„Was ist denn los? Dir ging es doch eben noch gut. War vielleicht etwas mit dem Essen?“Elena spürte noch die Säure im Hals, fühlte sich nach dem Würgen aber schon etwas besser. Sie spülte, richtete sich auf und winkte ab.„Mir ist nur plötzlich schlecht geworden. Sobald ich den Geruch in der Nase hatte, musste ich würgen.“Mara sah sie besorgt an.„Willst du lieber zum Arzt? Nicht, dass mit deinem Magen etwas ist.“Elena ging zum Waschbecken, wusch sich die Hände und spülte den Mund aus.„Ich glaube nicht. Wahrscheinlich ist mein Magen heute einfach empfindlich. Mach dir keine Sorgen.“„Ganz sicher?“Mara blieb skeptisch.„Ganz sicher.“Elena lächelte leicht.„Komm, wir gehen wieder zurück.“Erst als Mara sah, dass Elena tatsächlich wieder ganz normal wirkte, gab sie nach.Zurück am Tisch zeigte Elena keine weiteren Beschwerden, rührte die Foie gras allerdings nicht mehr an.Ma

  • Verliebt in den falschen Bruder   Kapitel 976

    „Wag es ja nicht!“Adrian brüllte so laut ins Telefon, dass sich an seiner Schläfe die Adern abzeichneten.Am anderen Ende kam nur ein kaltes Lachen.„Probier doch aus, ob ich mich traue.“Adrians Blick war voller Hass.„In drei Tagen will ich 300.000 Euro sehen. Sonst erzähle ich alles, was du mich damals hast tun lassen.“Damit legte Philipp ohne ein weiteres Wort auf.Adrian umklammerte sein Handy so fest, dass seine Fingerknöchel weiß hervortraten. Am liebsten hätte er irgendetwas zertrümmert.Seit Thomas ihn aus der Familie Stein verstoßen hatte, glaubte plötzlich jeder, mit ihm machen zu können, was er wollte.Die Leute, die früher seine Freunde gewesen waren und ihn noch „Bruder“ genannt hatten, gingen ihm inzwischen aus dem Weg, und selbst Philipp tauchte immer wieder auf, um Geld von ihm zu verlangen.So konnte es nicht weitergehen!Diesmal gab Adrian nicht wieder nach.In den folgenden drei Tagen war Felix fast durchgehend mit der Stein-Gruppe und den Vorbereitungen für die H

  • Verliebt in den falschen Bruder   Kapitel 975

    Jens sagte kein Wort mehr. So wütend hatte er Elena selten erlebt.Im Wagen wurde es still.Nach gut zehn Minuten erreichten sie das Hotel. Jens hatte dort Leute postiert, die auf Nina aufpassten und dafür sorgten, dass ihr nichts passierte.„Wo ist sie?“Einer der Männer vor der Tür deutete hinein.„Drinnen.“Er öffnete ihnen die Tür.Nina saß auf dem Sofa der Suite. Als Elena und Jens eintraten, stand sie langsam auf.Ihr Gesicht war noch immer hübsch und fein, doch von der früheren Überheblichkeit war nichts mehr zu sehen. Sie wirkte blass, zurückhaltend und sichtbar nervös. In ihrem Blick lagen Vorsicht und Misstrauen.Nina kam Elena beinahe fremd vor.Die Nina, die sie kannte, war laut, verwöhnt und kaum zu bremsen gewesen. Die Frau vor ihr dagegen wirkte still und verunsichert.„Kennst du mich?“Nina senkte leicht den Blick, sah sie zögernd an und nickte.Elena wurde sofort hellhörig.„Du kennst mich?“„Ja.“Nina sprach leise.„Du heißt Elena Weiß. Ich habe dich oft in den Nachri

  • Verliebt in den falschen Bruder   Kapitel 6

    Einen Moment lang setzte bei Elena der Verstand aus. Sie wurde knallrot, biss sich auf die Unterlippe, stellte sich auf die Zehenspitzen und hauchte Felix einen Kuss auf die Wange.„Reicht das jetzt?“Kaum hatte sie ihn geküsst, wollte sie sich schon wieder zurückziehen.Felix’ Pupillen weiteten sic

  • Verliebt in den falschen Bruder   Kapitel 5

    Elenas Worte waren für ihren Großvater kaum zu glauben. Nachdem er ein ums andere Mal nachgefragt hatte, lachte er noch herzlicher als zuvor.„Gut, Hauptsache, du bist verheiratet. Wann bringst du ihn mal bei mir vorbei, damit ich mir den Jungen ansehen kann?“Elena antwortete brav: „Kein Problem, O

  • Verliebt in den falschen Bruder   Kapitel 4

    Zum Glück klingelte in diesem Moment Elenas Handy und rettete sie aus der peinlichen Situation.„Hallo?“Ihr Herzschlag wurde schneller, sie ging hastig ran.Am anderen Ende meldete sich ihre beste Freundin, das Topmodel Mara Schmitt, mit spöttischem Ton. „Na, meine große Elena, du bist gestern unte

  • Verliebt in den falschen Bruder   Kapitel 3

    Elena erstarrte, ihr Herz schlug immer schneller.In dem Moment, als Felix sich noch einmal zu ihr hinunterbeugte, um sie zu küssen, begann ihr Körper unwillkürlich zu zittern.Als er ihre Reaktion bemerkte, hielt Felix inne. In seinen dunklen Augen lag deutlich sichtbare Beherrschung.„Na? Hast du

More Chapters
Explore and read good novels for free
Free access to a vast number of good novels on GoodNovel app. Download the books you like and read anywhere & anytime.
Read books for free on the app
SCAN CODE TO READ ON APP
DMCA.com Protection Status