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Verliebt in den falschen Bruder
Verliebt in den falschen Bruder
Penulis: Aurora

Kapitel 1

Penulis: Aurora
„Sag mal, Adrian, heute wolltest du doch mit Elena zum Standesamt. Hast du keine Angst, dass sie ausrastet, wenn du nicht hingehst?“

„Ach was, Elena hängt doch an ihm wie eine Klette. Selbst wenn sie kapiert, dass er nur wegen Nina nicht hingegangen ist, schluckt sie das trotzdem.“

„Eben. Gegen Nina kommt Elena doch nicht an. Adrian hat Nina schon als Kind auf Händen getragen ...“

...

Mit „Nina“ war Nina Stein gemeint, die bei den Steins aufgewachsen war und als Adrians Schwester galt.

Elena stand vor der Tür der Hotelsuite und hatte das Gefühl, dass ihr das Blut in den Adern gefror.

Das also war der Mann, den sie seit so vielen Jahren liebte. Und jetzt benahm er sich so erbärmlich.

Sie ballte die Hände zu Fäusten, ihre Fingernägel gruben sich tief in die Handflächen.

Der körperliche Schmerz war nichts im Vergleich zu dem, was in ihrem Inneren tobte.

Sie holte tief Luft und stieß die Tür mit einem Knall auf.

Der zuvor lärmende Raum wurde auf einen Schlag vollkommen still.

„Elena ...“, riefen einige überrascht.

In der Tür stand eine Frau mit heller Haut, langen Beinen und einem Gesicht, das jedem den Atem raubte. Das rosafarbene Kleid zeichnete ihre schmale Taille nach, das halb hochgesteckte Haar im sanften koreanischen Stil ließ sie noch weicher wirken, und doch war sie von einer überwältigenden Schönheit.

Jetzt jedoch waren ihre Augen eiskalt. Ihr Blick streifte Adrian und Nina, dann fragte sie spöttisch.

„Adrian Stein, das ist also der Grund, warum du heute keine Zeit hattest, um mit mir die Ehe eintragen zu lassen?“

Ein kurzer Anflug von Unsicherheit huschte über Adrians attraktives Gesicht. Er trat zu ihr und sagte.

„Wir können doch jederzeit zum Standesamt gehen. Nina kommt so selten aus dem Ausland zurück, da ist es selbstverständlich, dass ich als ihr großer Bruder sie zum Essen ausführe.“

Elena lachte kalt.

„Nur einmal im Jahr haben wir unseren Jahrestag und dir ist das egal?“

„Begreifst du überhaupt, dass wir dann bis nächstes Jahr warten müssen?“

Das war ihr gemeinsamer Plan gewesen.

Aus ihrem Jahrestag sollte ihr Hochzeitstag werden, zwei bedeutende Tage in einem, voller Symbolik.

Doch offensichtlich wollte Adrian sie gar nicht heiraten.

Die Frau, die er wirklich zu seiner Frau machen wollte, war Nina Stein.

Seine Kindheitsfreundin.

Vielleicht spürte Adrian, dass etwas nicht stimmte, und griff wieder nach ihr.

„Mach jetzt keine Szene, ich erkläre dir alles, wenn wir wieder zu Hause sind“, sagte er.

Elena riss sich einfach los.

In diesem Moment meldete Nina sich zu Wort.

„Elena, tut mir leid, es ist meine Schuld. Ich wusste nicht, dass ihr heute zum Standesamt wolltet.“

Sie senkte den Kopf, ihre Stimme klang schuldbewusst, und sie wirkte dabei selbst wie die Angegriffene.

Elena hatte sie schon immer verabscheut und sagte kein Wort.

Nina hob den Blick, in ihren Augen schimmerten Tränen, sie wirkte zerbrechlich.

„Elena, verzeih mir bitte! Ich wünsche dir und Adrian wirklich alles Gute!“

Alles Gute?

Elena stieß ein kurzes spöttisches Lachen aus.

„Hör doch auf zu spielen. Wenn du uns wirklich alles Gute wünschst, warum bist du dann überhaupt zurückgekommen?“

Adrians Miene verfinsterte sich auf der Stelle.

„Elena, musst du so bissig sein?“

„Was? Ich habe deinen Liebling erwähnt und du bist gleich beleidigt?“

Elena sah ihn so kalt an wie einen Fremden.

Adrians Gesicht war inzwischen dunkel vor Ärger.

„Elena, pass bitte auf, wo du bist. Hör auf, solchen Unsinn zu reden!“

Na bitte.

Wie er sein liebes Schwesterchen verteidigt. Wenn er sie so unbedingt in Schutz nehmen will, dann soll er sie auch bekommen.

„Was getan ist, ist getan. Wovor habt ihr denn Angst, dass die Leute reden?“

Ninas Augen wurden rot, und sie wirkte tief verletzt.

„Elena, zwischen Adrian und mir ist es nicht so, wie du denkst. Kannst du bitte aufhören, mich immer wieder falsch zu verstehen wie früher?“

„Wenn ich gewusst hätte, dass meine Rückkehr euch wieder in Streit bringt, wäre ich gar nicht hergekommen“, sagte Nina mit zitternder Stimme.

Tränen standen ihr in den Augen, und sie wirkte kurz davor zusammenzubrechen. Das weckte bei den anderen sofort Beschützerinstinkte.

Die Umstehenden konnten es nicht mit ansehen, dass Nina sich so zusammenreißen musste, und fuhren Elena an.

„Elena, jetzt übertreibst du aber. Adrian und Nina sind Geschwister, da musst du doch nicht eifersüchtig sein.“

„Genau! In den letzten drei Jahren war Nina nur deshalb im Ausland, weil du sie nicht ertragen hast. Sie ist deinetwegen weggegangen, um euch Platz zu lassen, und jetzt fängst du wieder mit deinem alten Theater an?“

„Pass lieber auf, dass du es nicht übertreibst. Am Ende hat Adrian genug von dir!“

...

Elena sah sich ihre empörten Gesichter mit kaltem Blick an und blieb völlig ruhig.

Früher, wegen Adrian, hatte sie diesen sogenannten Freunden gegenüber eine unglaubliche Toleranz gezeigt.

Egal, wie sie sich über sie lustig machten oder hinter ihrem Rücken zusammen mit Adrian über sie herzogen, sie ignorierte es einfach.

Aber dieses Mal ganz sicher nicht.

Ihr Blick wurde so scharf wie ein Messer. „Eine kleine Schwester, die ständig an ihrem großen Bruder hängt, und für euch ist das völlig normal?“

„Seid ihr vom Pferd getreten worden oder steht ihr einfach auf solche verbotenen Spielchen? Mir ist es egal, ich kann gern aus dem Weg gehen und euch dabei zusehen, wie ihr für alle eure kleine Tabu-Liebe aufführt.“

Die anderen starrten sie fassungslos an.

Damit hatten sie wirklich nicht gerechnet. Elena, die sonst vor Adrian immer so zahm gewesen war, war auf einmal so scharfzüngig geworden.

Ihre Worte waren gnadenlos.

„Elena, warum musst du mich so beleidigen?“

Nina war den Tränen nahe, die Augen gerötet, ihr Gesicht ein einziges Bild der Verletzung.

„Es ist in Ordnung, wenn du mich nicht magst. Aber Adrian liebt dich doch so sehr und tut so viel für dich. Wie kannst du da immer noch unzufrieden sein?“

Elena zog die Augenbrauen zusammen.

Die anderen mochten es nicht merken, aber sie wusste sehr genau, wie gut Nina sich verstellen konnte.

Sie kannten sich seit zehn Jahren, fünf davon waren Elena und Adrian ein Paar gewesen.

In ihrem ersten gemeinsamen Jahr hatte Elena Geburtstag, und ein einziger Anruf von Nina hatte gereicht, um Adrian wegzuholen. Sie behauptete, es habe einen Autounfall gegeben.

Beim zweiten Valentinstag machte Nina Schluss mit ihrem Freund, rief Adrian unter Tränen an und drohte, sich das Leben zu nehmen.

Beim dritten Mal, beim vierten Mal ...

Nina hatte immer irgendeinen Grund gefunden, Adrian zu sich zu bestellen, und jedes Mal hatte er sich entschieden, Elena sitzen zu lassen.

Bis Nina vor drei Jahren plötzlich von sich aus vorgeschlagen hatte, ins Ausland zu gehen.

Adrian und seine Freunde waren überzeugt, dass Elena sie dazu getrieben hatte.

Elena sah sie mit kühlem, spöttischem Blick an, keinen Moment lang wandte sie die Augen von Nina ab.

„Ist das eure Vorstellung von einer normalen Geschwisterbeziehung? Man lässt doch keinen Termin beim Standesamt platzen, nur weil die kleine Schwester winkt.“

„In Wahrheit seid doch ihr beide das Problem. Die eine ist niederträchtig, der andere schamlos! Jetzt wollt ihr mir erzählen, ich solle großzügig sein und über alles hinwegsehen? Aus welchem Grund bitte?“

„Weil ihr keinen Funken Scham empfindet?“

Nina lief vor Scham knallrot an. Sie hatte Elena nichts entgegenzusetzen und fing nur noch heftiger an zu weinen, die Tränen kullerten wie Perlen von einer gerissenen Schnur.

Adrian hatte genug. Das Gesicht rot vor Zorn fuhr er Elena an. „Elena, jetzt reicht es! Merkst du nicht, wie lächerlich du dich machst?“

„Es geht doch nur um einen Termin beim Standesamt. Wenn es heute an eurem Jahrestag nicht klappt, dann verschieben wir es eben auf deinen Geburtstag! Was ist so schlimm daran? Warum kannst du nicht einfach etwas großzügiger sein?“

Großzügig?

Kein Problem, das kann sie durchaus.

Elena war innerlich ganz ruhig.

„Adrian, wir trennen uns.“

Die Anwesenden fuhren zusammen.

Adrian starrte sie ein paar Sekunden lang an, sein Gesicht wurde dunkel.

„Schon wieder Trennung? Vor drei Jahren hast du doch auch schon mit Trennung gedroht. Nur deshalb ist Nina überhaupt ins Ausland gegangen, weil sie Angst hatte, dass wir ihretwegen auseinandergehen. Willst du sie schon wieder vertreiben?“

„Elena, wie kannst du nur so berechnend sein! Ich habe doch zugestimmt, mit dir die Ehe eintragen zu lassen, und trotzdem kannst du Nina nicht ertragen? Willst du sie unbedingt in den Tod treiben? Wenn du dich weiter so grausam benimmst, werde ich nicht mit dir zum Standesamt gehen!“

Nina genoss es sichtbar, wie Adrian sie verteidigte. Als sie den Kopf senkte, huschte ein Anflug von Triumph durch ihren Blick.

Nach seinen Worten lächelte Elena, ihr Lächeln blühte auf wie eine Rose, hell und strahlend.

„Gut. Dann lassen wir es. Wir heiraten nicht.“

Mit diesen Worten drehte sie sich um und wollte gehen.

Adrian schaute ihrem Rücken hinterher und drohte ihr wütend.

„Elena! Wenn du heute durch diese Tür gehst, ohne dich bei Nina zu entschuldigen, vergebe ich dir das nicht!“

Alle rechneten fest mit einem Rückzieher und einer Entschuldigung von Elena.

Schließlich liebte sie Adrian so sehr.

Und tatsächlich.

Elena blieb stehen, wandte sich wieder zu ihnen um und ließ ihren Blick einmal über die Runde schweifen. Plötzlich hob sie die Hand und sprach laut.

„Da ihr alle hier seid, könnt ihr gleich zuhören. Ich, Elena Weiß, schwöre hiermit, dass ich mich heute von Adrian Stein trenne und es nie eine Hochzeit zwischen uns geben wird. Wenn ich diesen Schwur breche, soll ich in diesem Leben kinderlos bleiben und kein gutes Ende finden!“

Nachdem sie diese harten Worte gesagt hatte, ignorierte Elena die fassungslosen Gesichter der Anwesenden, drehte sich um und verließ entschlossen die Suite.

Sie wusste später nicht mehr, wie sie in den Wagen eines Fahrdienstes gestiegen war. Sie blockierte Adrian auf allen Kanälen und löschte alles, was mit ihm zu tun hatte.

Erst als ihr Klingelton ertönte, wurde sie aus ihren Gedanken gerissen.

Sie blickte auf die Nummer, die ihr fremd und gleichzeitig vertraut vorkam, und in diesem Moment schien ihr Herz kurz stehenzubleiben.

Sie nahm das Gespräch an. Auf der anderen Seite meldete sich eine tiefe, warme Männerstimme.

„Wenn du wirklich heiraten willst, warum denkst du nicht über mich nach?“

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Martina
Sehr spannend. Wūrede gerne weiterlesen ...
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okyay.melek88
Ja ich bin auch neugierig
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okyay.melek88
Das ist sehr spannend ...
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