로그인Eli
Ich habe zu viele Jahre damit verbracht, jemandes Eigentum zu sein. Also kämpfe ich gegen jeden Instinkt an, halte seinem Blick stand und weigere mich, mich zu unterwerfen.
Doch Ronan Vale sitzt da wie ein König, aus Schatten und Feuerschein gemeißelt. Unter seinem Blick kommt mir mein Widerstand hauchdünn vor.
Mein Puls hämmert gegen das frische Mal an meinem Hals. Von dort breitet sich ein Glühen in kleinen Wellen aus.
„Ich habe es dir doch gesagt.“ Meine Stimme ist rau. „Ich war nur auf der Durchreise.“
„Auf der Durchreise“, wiederholt er. Er kostet die Worte wie einen Wein, bei dem etwas nicht stimmt.
„Über meine Ostgrenze. An drei Warnzeichen vorbei. Mitten in mein Jagdgebiet.“
Sein Lächeln wirkt träge, beinahe gelangweilt, und trotzdem gefährlich. „Entweder du bist ein Idiot … oder ein Lügner.“
„Ich wusste nicht –“
„Dann bist du also ein Lügner.“
Er beugt sich vor, und der Stuhl knarrt unter seinem Gewicht.
„In diesen Bergen kannst du nirgendwohin fliehen, ohne zu wissen, auf wessen Land du dich befindest. Also rück besser mit der Wahrheit raus, bevor ich sie aus dir herauszerren muss.“
Der Schmerz an meinem Hals kehrt zurück. Von dort breitet er sich in meiner Brust aus und zieht tiefer.
Mein Wolf regt sich unruhig und winselt. Ich weiß nicht, ob vor Angst oder vor Verlangen.
Ich balle die Hände zu Fäusten und grabe die Nägel in meine Handflächen.
„Ich schulde dir gar nichts.“
Sein Blick wird dunkler, flüssiges Gold in Schatten getaucht. Eine rohe, ungezähmte Kraft strömt von ihm aus – dicht und erstickend. Sie trifft mich dort, wo ich sie am wenigsten will. Meine Beine spannen sich an, mein Atem wird flach.
Ich verabscheue es, ihn bereits in mir zu spüren, als hätte sein Mal etwas Grundlegendes in mir neu verdrahtet.
Natürlich bemerkt er es. Sein Lächeln wird langsam breiter. Grausam und ohne jede Wärme.
Mit einer geschmeidigen, raubtierhaften Bewegung steht er auf und tritt hinter mich.
„Vorsicht“, murmelt er dicht an meinem Ohr.
Seine Stimme ist tief und intim, ein Knurren, das meine Wirbelsäule hinabgleitet. „Das Band lügt nicht.“
Ich zucke zusammen, als sich seine Hände auf meine Schultern legen.
Sie sind warm und schwer. Mühelos halten sie mich auf dem Stuhl fest.
Er beugt sich noch näher zu mir, sein Atem streicht über meinen Hals. „Du spürst es schon, nicht wahr?“
„Nein.“ Das Wort kommt zu schnell und viel zu zittrig.
„Eindeutig ein Lügner“, sagt er wieder, diesmal ganz leise.
Seine Nase streift das Bissmal. Die Welt kippt, und mein Puls dröhnt mir in den Ohren.
Seine Zähne streifen kaum merklich über meine Haut, nur ein Hauch von dem, was er mir im Wald angetan hat. Meine Hüften zucken unwillkürlich gegen den Stuhl.
„Du willst fliehen“, flüstert er, während seine Lippen mein Ohr berühren. „Aber dein Wolf weiß, was gut für ihn ist. Dein Wolf weiß, wer dich von jetzt an am Leben hält.“
„Hör auf.“ Meine Stimme bricht. „Fass mich nicht an.“
Stattdessen gleitet seine Hand langsam und ganz bewusst von meiner Schulter über meine Brust, bis seine Handfläche flach auf meinem Brustbein liegt.
Die Wärme seiner Haut dringt durch mein zerrissenes Hemd.
Er fasst mich nicht mal richtig an. Nicht wirklich. Trotzdem fühlt es sich an, als würde er alles berühren.
Mir bleibt die Luft weg. Mein Herz wirft sich gegen seine Hand, als wollte es ausbrechen.
„Du wirst es noch lernen“, murmelt er. Dunkle Belustigung schwingt in seiner Stimme mit.
Seine Hand wandert tiefer. Über meine Rippen, hinab zu meinem Bauch. Jeder verräterische Nerv in meinem Körper flammt auf.
Ich erstarre und halte den Atem an. Das Ziehen tief in mir wird stärker, meine Beine spannen sich an. Dann ist er plötzlich fort.
Seine Stiefel scharren über den Boden, als er zurücktritt. Wo eben noch seine Wärme war, bleibt ein kalter Schmerz zurück.
Ronan tritt wieder vor mich, verschränkt die Arme und legt den Kopf schief, als würde er ein besonders interessantes Stück Fleisch begutachten.
Sein Grinsen ist kalt und völlig unverfroren. „Nicht heute Nacht. Du bist viel zu angespannt. Aber bald.“
Ich weiß nicht, ob ich erleichtert oder enttäuscht bin. Allein der Gedanke widert mich an.
Er dreht sich zur Tür.
„Jace!“ Seine Stimme donnert hinaus in die Nacht. Wenige Augenblicke später tritt der Beta mit der Narbe ein.
„Bring ihn in eine der Unterkünfte. Schließ die Tür ab. Er verlässt sie nur mit meiner Erlaubnis.“
Jaces neugieriger Blick wandert zwischen uns hin und her, doch er nickt nur knapp. „Wird gemacht, Alpha.“
Ronan sieht mich nicht noch einmal an, bevor er in den hinteren Teil des Blockhauses geht. Trotzdem spüre ich seine Aufmerksamkeit wie Krallen, die über meine Haut fahren.
Das Mal pocht im Takt meines Herzens, hungrig und schmerzhaft.
Jace reißt mich auf die Füße und stößt mich zur Tür. Ich kann mich nicht davon abhalten, noch einmal zurückzusehen.
Riesig und reglos zeichnet sich Ronans Silhouette vor dem Feuerschein ab. Er sieht mir nach.
Mein Brustkorb fühlt sich plötzlich zu eng an. Trotz der Wut, die mir durch die Adern brennt, steigt erneut dieses tiefe Verlangen in mir auf.
Ich hasse ihn.
Aber vielleicht gehöre ich ihm bereits.
MaraDer Ratssaal fühlt sich jetzt anders an.Keine Anspannung sättigt die Luft, keine Dringlichkeit. Und weil wir seltener tagen, bleibt zwischen den Sitzungen endlich genug Zeit, den Raum gründlich zu lüften.Ronan hat sein Blockhaus inzwischen verlassen, schlendert aber irgendwo draußen mit Eli über das Lagergelände und hält seine Hand. Ich hatte nicht das Herz, die beiden zu unterbrechen.Also sitze ich am Kopfende des langen Tisches, umgeben vom vertrauten Kreis der älteren Wölfe. Zwischen uns liegen Karten ausgebreitet. Die Tinte der letzten Grenzkorrekturen glänzt noch feucht auf dem Papier. Das Licht aus den hohen Fenstern ist kalt, aber stetig, und spiegelt sich in den eisernen Beschlägen und den Messingkanten der großen Türen.Es ist seltsam, wieder zu Hause zu sein und alles so friedlich vorzufinden.„Fangen wir an“, sage ich. Meine Stimme trägt mühelos durch den Raum. Jahrelange Befehlsgewalt hinterlässt Spuren.„Silvercrest hat einen neuen Alpha: Kieran von Silvercrest. E
EliIch erwache träge. Die Welt kehrt in kleinen, zufriedenen Schritten zu mir zurück.Durch die Fensterläden tropft Licht in dünnen goldenen Streifen, warm genug zum Berühren und sanft genug, dass es nicht wehtut. Das Feuer ist zu Glut heruntergebrannt. Die Luft riecht nach uns, und meine Haut trägt noch immer die Spuren dessen, was wir einander angetan haben.Hinter mir ist Ronan schon halb wach. Ich spüre sein solides Gewicht, seinen Arm um meine Taille, als hätte er dort eigenhändig einen Riegel geschmiedet. Er atmet tief und gleichmäßig, die Nase an meinen Nacken gedrückt. Seine Bartstoppeln schaben über die schwachen Spuren der vergangenen Nacht.Diese Ruhe fühlt sich verdient an. Keine Geräusche vom Rudel, keine Nachrichten, kein Krieg, den wir planen müssen. Nur die kleinen Laute eines Zuhauses. Das Knacken des Holzes, das sich setzt. Das Flüstern seines Atems. Mein eigener Herzschlag, der erst noch lernen muss, langsamer zu werden und zu glauben, dass ich wirklich ein Zuhause
RonanDie zweite Nacht brennt ruhiger. Erst im Nachklang entsteht der wirkliche Schaden, wenn die ganze Intensität unserer Hingabe sich in uns festsetzt.Eli sitzt auf der Bettkante, seine Haut im Mondlicht wie mit Silber überhaucht. Die Spuren, die ich gestern Nacht auf ihm hinterlassen habe, blühen wie Beweise einer Eroberung. Jeder einzelne blaue Fleck ist ein präzises Zeichen meines Besitzanspruchs. Er bestätigt, dass Eli sich danach sehnt, was ich ihm gebe, und ich gebe ihm nur, was sein fordernder Trotz ertragen kann.In einer flachen Schale zerreibe ich Knochenasche und vermische sie mit Blut zu einem dünnen, glänzend schwarzen Pigment. Es riecht schwach nach weit entfernten Feuern und dem Nachhall von Asche. Nach dem alten, erbarmungslosen Duft von Schwüren, die länger halten sollen als das Leben. Die Farbe hinterlässt auf allem, was sie berührt, bleibende Flecken. Genau wie es sein soll.Eli beobachtet mich. Seine Lider sind schwer, doch in seinen Augen liegt die scharfe Vorf
EliAls ich aufwache, riecht das Blockhaus nach Holzrauch, schwerem Leder und dem intensiven metallischen Duft von Samen und Schweiß.Ich bin auf eine Weise wund, die sich lehrreich anfühlt. Als hätte mein Körper über Nacht eine neue Sprache gelernt.Die Innenseiten meiner Schenkel schmerzen, und an Kehle und Hüften zeichnen sich Küsse in Form blauer Flecken ab. Ronan ist bereits aufgestanden und halb angezogen. Die Linie seines Rückens ist eine Lektion in Selbstbeherrschung.Er kocht Kaffee. Dieser Mann verströmt schon vor dem Frühstück Beherrschung, und das kann ich unmöglich zulassen.„Alpha“, krächze ich mit rauer Stimme. „Du solltest dich im Nachglanz deiner furchteinflößenden Manneskraft sonnen und nicht irgendwelche Abläufe organisieren.“Er sieht über die Schulter zu mir, nur eine Braue hochgezogen. Das allein verspricht Ärger. „Du solltest dich ausruhen.“„Ausruhen ist langweilig“, murmele ich und strecke mich, bis die Spuren an meinen Rippen protestieren. „Genau wie du.“Er
RonanDas Blockhaus hält den Atem an, während Eli nackt dasteht und der Feuerschein an seinen Seiten emporleckt wie etwas, das kosten möchte, was es berührt.Sein Duft durchzieht die Luft. Eine scharfe, berauschende Mischung aus Wolf, Schweiß und dem rohen Biss des Verlangens. Ich spüre ihn an meinen Rippen knistern, einen Schmerz, der keiner ist, einen Hunger, der nicht weiß, wo er endet, und nicht akzeptiert, dass er das niemals tun wird.Als ich von der Kontrolle der Grenzen zurückkehre, umkreist Eli bereits das Kreuz. Seine Finger geistern über das dunkel gebeizte Holz, als hinge daran alles, was er sich wünscht.„Wirst du mich darum bitten lassen?“, schnurrt er. Ich antworte nicht. Das ist nicht nötig. Seine Pupillen sind weit, seine Haut ist vom ruhelosen Gehen und vom Verlangen gerötet. Sein frecher Mund krümmt sich schon zu der vertrauten Herausforderung.„Alpha“, sagt er und zieht das Wort in die Länge, als schmeckte es gut. „Mir ist langweilig.“Langsam und gemessen gehe ich
EliIch sinke hinunter, als hätte die Schwerkraft mich gerufen. Der Boden ist vom Feuer warm, und mein Magen macht einen Satz, als er dicht vor mich tritt. Die Welt schrumpft auf ihn und das Gefühl seines Daumens, der im Kupferring in Form eines Unendlichkeitszeichens an meinem Hals hängt.„Hände“, sagt er und reicht mir seinen Gürtel. Noch nicht, um mich zu fesseln, nur damit ich ihn halte. Ich wickle ihn um meine Handflächen und spüre, wie es sich später anfühlen wird, wenn er die echten Fesseln benutzt. Er beobachtet, wie die Erkenntnis mich trifft, und merkt sie sich.„Das ist keine Prüfung. Es ist eine Erinnerung.“ Mit einem Fingerknöchel hebt er mein Kinn. „Atme für mich.“Das tue ich. Darin bin ich besser geworden. Er legt die Hand auf meinen Scheitel und sieht mit Ehrfurcht auf mich hinab. Mein Körper schwenkt eine Flagge. Mein Mund wird trocken. Ich will alles. Er gibt mir nichts außer diesem Gewicht und seinem Blick, der wie ein feierliches Versprechen auf mir ruht.„Jetzt s







