LOGINDer Söldner, der meine Haare festhielt, hatte nicht einmal Zeit zu schreien.Caspian überbrückte die Distanz, bevor der Mann mich einen weiteren Zoll zu den Lastwagen ziehen konnte. Seine nackte Hand schlug in das Handgelenk der Wache ein – das Geräusch von brechendem Knochen war scharf und klar über das Dröhnen der Motoren hinweg zu hören. Der Griff an meinen Haaren verschwand, und im selben Sekundenbruchteil riss Caspian den Soldaten nach vorn und rammte ihn mit dem Gesicht voran in den gefrorenen Schlamm.Der Mann erschlaffte, noch bevor er den Boden berührte.Caspian sah den Körper nicht an. Er zog mich an seine Brust, seine Arme schlossen sich wie eiserne Bänder um meine Taille. Seine nackte Haut war vom brennenden Käfig, den er gerade aufgefangen hatte, blasenübersät und wund, aber sein eigenes Fleisch schien ihn nicht zu kümmern. Seine Hand wanderte zum Hinterkopf; seine Finger prüften behutsam meine Kopfhaut dort, wo die Wache meine Haare gerissen hatte, während seine silberne
David war kaum wiedererkennbar.Er hing in diesem Eisenkäfig wie ein Stück geschlachtetes Fleisch, seine nackte Brust übersät mit dunklen, zackigen Schnitten, die noch immer frisches, rotes Blut in den Schnee tropfen ließen. Sein Gesicht war geschwollen und purpurn, sein linkes Auge völlig zugeschwollen, getrocknetes Blut verkrustete in seinem Bart.Die grauen Sprengstoffblöcke an den unteren Stangen blinkten mit kleinen roten Lichtern, kalt und tödlich in der grauen Schluchtluft.Mein Atem stockte mir in der Kehle.David hatte mir in der Nacht, in der Caspian mich kaufte, das Leben gerettet. Er hatte meine Wunden verbunden, mir zu essen gegeben, mir eine Waffe gereicht und an unserer Seite gekämpft, ohne nach etwas zu fragen.Jetzt hing er an einer rostigen Kette über schroffen Felsen und wartete darauf, in Stücke gerissen zu werden."David", flüsterte ich und tat einen halben Sch
Caspian hörte erst auf zu rennen, als sich die Canyonschluchten auf beiden Seiten auftürmten und das blasse Tageslicht in zackigen Schatten aus grauem Fels und gefrorenen Kiefern verschluckten.Er setzte mich nicht ab. Seine nackten Arme hielten mich wie einen eisernen Schraubstock an seine Brust gepresst, seine Haut brannte an meiner Seite, während der eiskalte Wind Schnee in unsere Gesichter peitschte. Er roch nach Schweiß, heißem Eisen und purer Wut. Jeder Atemzug, den er in seine Lungen zog, entwich als ein tiefes, grollendes Warnen, das durch meine Rippen vibrierte.Hinter uns stolperten Kieran und Ezra in die enge Mündung der Schlucht, ihre Stiefel schlidderten im losen Kies.Vor uns blinkten die gelben Augen nicht.Schatten lösten sich zehn Fuß über unseren Köpfen von den dunklen Felsvorsprüngen. Wölfe ließen sich in den Schnee fallen, ihre Körper verdrehten sich und dehnten sich aus, bevor sie landeten. Einer nach dem anderen traten sie aus der Verwandlung als massive, vernarb
Der Boden spaltete sich mit einem Geräusch, das mir direkt durch die Ohren riss.Der Riss im gefrorenen Dreck raste den Hügel hinauf und schleuderte Felsen und Schlamm wie eine Explosion in die Luft.Ich spürte, wie die Hitze so schnell aus meinem Körper riss, dass meine Knie beinahe nachgaben. Meine zerrissene Hand pochte und ließ heißes Blut meinen Arm hinablaufen, während die Haut brannte, als hätte ich sie in Feuer getaucht. Mein Blick verengte sich auf den grünen Lkw auf dem Hügel über uns.Der Schock traf den Bergrücken hart.Die Erde gab unter den Rädern von Morgessas Transportfahrzeug nach und kippte den schweren Lkw seitlich in den Dreck. Zwei Pferde bäumten sich auf und warfen ihre Reiter in den Schnee. Auf der Ladefläche des offenen Fahrzeugs verlor Morgessa den Halt und schlug gegen den Stahlrahmen. Ihre Hände sanken, und das grüne Leuchten auf ihren Armen e
Das Kriegshorn ertönte erneut, ein brutaler, tiefer Stoß, der direkt durch den gefrorenen Boden und in die Sohlen meiner Stiefel vibrierte.Im Inneren des Zeltes rührte sich für eine schwebende Sekunde niemand.Caspian stand zwischen mir und dem Eingang, sein breiter Rücken starr, seine Haut dampfte in der eisigen Luft, die durch das zerrissene Segeltuch strömte. Das Silber in seinen Augen brannte mit einem tödlichen, raubtierhaften Fokus, der alles ausblendete außer der Bedrohung.Er fragte nicht, wie viele Männer kamen. Er fragte nicht, welche Waffen sie trugen. Er griff einfach nach unten, schnappte sich eine dunkle taktische Hose aus Kierans Spind und zog sie mit schnellen, unaufgeregten Bewegungen an.Er machte sich nicht die Mühe mit einem Hemd. Er machte sich nicht die Mühe mit Stiefeln.Er wandte sich mir zu, fing mein Gesicht mit einer großen, schwieligen Hand ein und zog meinen Mund für eine harte, blaue Flecken hinterlassende Sekunde an den seinen."Bleib hinter meiner Schu
Seine Daumen bohrten sich so fest in meine Wangenknochen, dass sie blaue Flecken hinterlassen mussten, aber ich zuckte nicht zurück. Ich konnte es nicht.Caspian stand im gedämpften Licht des Kommandozeltes über mir, völlig nackt, seine breite Brust noch immer beschmiert mit dem dunklen, halb angetrockneten Blut der Torwachen, die er abgeschlachtet hatte, um mich zu erreichen.Seine Haut strahlte die Hitze eines Ofens aus, schnitt durch die feuchte Kälte des Segeltuchs und roch so stark nach Kupfer, Zeder und roher Gewalt, dass es sich in meiner Kehle absetzte. Seine silbernen Augen waren wild und weit aufgerissen, die Pupillen so geweitet, dass kaum noch Farbe übrig war, und sie durchsuchten mein Gesicht mit einer hektischen, hungrigen Verzweiflung, die mein eigenes Herz gegen meine Rippen hämmern ließ."Niemals", wiederholte er, seine Stimme brach in ein raues Reiben auf, "verlässt du jemals wieder meine Seite."







