LOGINLori
Ich blieb wie angewurzelt an genau dieser Stelle auf dem Betonweg stehen. Meine Gedanken drehten sich völlig im Kreis. Ich sah hinunter auf mein klingelndes Handy. Dann sah ich zurück zu den zwei Mädchen, die sich immer noch über den Unfall unterhielten. Meinten sie wirklich *meinen* Lucas Miller? Oder sprachen sie über irgendeinen anderen Typen namens Lucas aus dem Campus-Hockeyteam?Bevor ich meine Gedanken überhaupt zu Ende sortieren konnte, war Jessica bereits üLucas„Was ist, wenn ich dir sage, dass ich eine besondere Überraschung für dich habe?“, fragte ich Lori und nahm für eine Sekunde lässig die Augen von der Straße, um sie auf dem Beifahrersitz anzusehen.Selbst in ihrem besorgten, gestressten Zustand sah sie immer noch lächerlich süß aus.„Wirklich? Was denn?“, fragte sie, während ein kleiner Funke echter Begeisterung endlich den dunklen Schatten auf ihrem Gesicht durchbrach.Ich schmunzelte und behielt die Straße vor mir im Blick. „Es wäre keine große Überraschung mehr, wenn ich es jetzt einfach so ausplaudern würde, oder? Lass uns erst mal in mein Wohnheimzimmer kommen, dann wirst du es sehen.“Mein Plan für den Tag war einfach. Ich wollte, dass wir etwas echte, ungestörte Zeit zusammen verbringen, fernab von all dem Lärm auf dem Campus. Ich wollte uns ein schnelles, heißes Frühstück kochen, und danach würden wir über alles auf der Welt reden, nur nicht über unsere sich türmenden Probleme. Ich wollte versuchen, sie so gut wie möglic
Lori„Was um alles in der Welt habe ich mir da nur eingebrockt?“, murmelte ich in meine Handflächen und vergrub mein Gesicht in absoluter Scham.Wenn Ann schon so heftig auf diese Nachricht reagierte, obwohl sie nicht einmal diejenige war, die es in irgendeiner Weise betraf – wie würde sich dann erst Jessica fühlen? Verletzlich? Völlig hintergangen?Die Last drückte mir auf die Lungen. Wenn ich nur daran dachte, dass ich ihr aktiv ins Gesicht gelogen und so getan hatte, als wäre mein Lucas jemand völlig anderes ... Wir hatten sogar auf unserem Wohnzimmerboden gesessen und unsere beiden Lucases miteinander verglichen, während sie von ihrem Schwarm geschwärmt hatte.Die Schuldgefühle waren erstickend.Ich saß völlig reglos auf der Kante der Matratze und malte mir aus, wie die Konfrontation ablaufen würde. Würde sie mich zuerst anschreien? Oder würde sie es vielleicht im ersten Moment einfach nur belächeln, weil sie dachte, ich erl
LoriViel zu benommen, um mich zu bewegen, blieb ich wie eingefroren vor Anns geschlossener Schlafzimmertür stehen, was sich wie Stunden anfühlte. Meine Füße waren wie auf dem kalten Boden festgeklebt. Ich stand da und rang mit mir selbst. Ein Teil von mir wollte verzweifelt anklopfen und sie um Vergebung bitten, während der andere Teil mir sagte, ich solle sie erst einmal in Ruhe lassen, damit sie sich abkühlen konnte.Letztendlich entschied ich mich für Letzteres. Ich drehte mich um und ging langsam in mein eigenes Zimmer zurück.Ich war vollkommen erschöpft, viel zu müde, um mir Abendessen zu machen oder irgendetwas anderes Produktives zu tun. Der seelische Stress hatte mir jedes einzelne Bisschen Energie ausgefaugt. Ich kroch einfach unter meine Decke, zog sie mir über den Kopf und glitt in einen schweren, traumlosen Schlaf.Lucas’ Anruf weckte mich etwa eine Stunde später. Das Display erhellte den dunklen Raum, und ich wischte üb
Lori„Und was ist, wenn ich sage, dass ich eigentlich immer noch sehr wütend auf dich bin? Würdest du dann im Gegenzug wütend auf mich werden?“, fragte Lucas durch den Bildschirm.Er sah unglaublich süß aus, wie er versuchte, die Stirn zu runzeln und völlig ernst zu wirken. Aber seine tiefe Stimme war so voller Necken, dass mir absolut nichts anderes übrig blieb, als laut zu lachen; das Geräusch hallte in meinem Schlafzimmer wider.„Komm schon, Lu. Bitte vergib mir einfach“, flehte ich und machte meine Stimme sanft. „Ich habe dir doch schon genau erklärt, was an diesem Tag passiert ist. Ich stand direkt neben Jessica und wollte absolut nicht, dass sie verdächtigt, dass du der Typ warst, der diese Cupcakes ins Wohnheim geschickt hat. Ich verspreche, dass ich deine Anrufe das nächste Mal nicht ignorieren werde.“Lucas ließ ein leises Glucksen hören, und seine Augen wurden augenblicklich warm. „Ich weiß, Lori. Ich habe dich nur geneckt. Wie k
LucasDer erste Tag der Physiotherapie war genau die Art von reiner Folter, die ich erwartet hatte. Eigentlich war es noch viel schlimmer, als ich es mir je ausgemalt hatte. Der Therapeut meinte, er würde es in der ersten Sitzung ruhig mit mir angehen lassen. Aber wenn das, wozu er mich jetzt gerade zwang, der einfache Teil war, wie viel schlimmer würde dann der harte Teil werden, wenn wir anfingen, echte Gewichte zu stemmen?„Ich bin müde“, verkündete ich glatt. Ich schnappte mir mein weißes Handtuch von der Bank, um den dicken Schweiß abzuwischen, der mein Gesicht und meinen Hals hinuntergetropft war. Meine Muskeln zitterten von den einfachen Bewegungen.„Wir haben noch zwei Runden vor uns, Herr Miller“, sagte der Therapeut in einem strengen, sachlichen Ton, ohne von seiner Stoppuhr aufzusehen. „Wenn wir die nicht zu Ende bringen, trage ich den heutigen Tag in Ihrem offiziellen Fortschrittskalender nicht als erledigt ein. Ihre Trainer beobacht
Lori„Dann hast du keine Ahnung, wie weit ich zu kämpfen bereit bin, um das alles in die Luft zu jagen“, schoss Travis zurück. Seine Stimme war leise, scharf und kalt.Er starrte mich direkt an. Die unerbittliche, toxische Entschlossenheit, die er gerade versprochen hatte, lag tief in seinen dunklen Augen vergraben.„Aber ich habe dir bereits gesagt, dass ich kein Interesse mehr an dir habe“, hielt ich dagegen. Ich weigerte mich, auch nur einen Zentimeter zurückzuweichen. „Wie oft muss ich es eigentlich noch sagen, bis du endlich begreifst, wie ernst es mir ist?“Travis massierte sich langsam die Schläfen. Ich kannte seine Muster viel zu gut. Er schob nur Zeit auf, während er krampfhaft versuchte, sich das Nächste auszudenken, um das Argument zu gewinnen. Bevor er auch nur ein weiteres Wort herausbringen konnte, stand ich abrupt von dem Plastikstuhl auf.„Hey! Wo willst du denn hin?“, bellte er, während sich sein Gesicht verzog. „Wir sind hier noch lange nicht fertig, Lori.“„Ähhm ...







