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Author: Nova
last update publish date: 2026-09-01 03:44:36

Eine Magd zog sie herüber und stopfte ihr einen Blumenstrauß in die Hände. „Die Hochzeitszeremonie beginnt, und die Luna hat gesagt, du sollst als Brautjungfer zuerst hineingehen.“

„Ich will nicht einmal…“ Die Magd eilte zurück. „Tut mir leid, ich befolge nur Befehle.“ Sie versuchte sich zu bewegen, als der Scheinwerfer auf sie fiel. Sie hatte keine Wahl und trat vor.

Myra ging langsam den Gang hinunter, der Blick nach vorne gerichtet, ihr Ausdruck ruhig trotz des Sturms, der in ihr tobte. Am Ende des Gangs stand ihr Gefährte… der im Begriff war, Ehemann zu werden.

Aidens Ausdruck veränderte sich in dem Moment, als er sie sah. Seine Augen verweilten eine Sekunde, nahmen auf, wie sie aussah, und wie andere sie bereits ansahen. Sein Gesicht spannte sich an, die Fäuste ballten sich an den Seiten, als sein Wolf unruhig wurde. Nur noch ein paar Minuten, sagte er sich. Es wird alles vorbei sein.

Hinter ihr gingen Alpha Ryan und Luna Daria stolz neben Lyka, die in ihrem Hochzeitskleid strahlte, ihr Lächeln weich, aber siegreich. Sie hatte gewonnen, und sie wusste es. Als ihre Augen Aidens trafen, lächelte sie, und er zwang sich, es zu erwidern.

Am Altar trafen sich ihre Hände, und der Priester begann die Zeremonie. „Wir sind heute hier versammelt, um die Verbindung zwischen Aiden Stonefield und Lyka Hendrix zu bezeugen…“ Die Worte verwischten in Myras Ohren, während ihr Herz gegen ihre Brust pochte. „Wenn jemand einen Grund hat, warum diese beiden nicht verbunden werden sollten, spreche er jetzt oder schweige für immer.“

Eine Stille legte sich über die Halle. Alle drehten sich instinktiv zu Myra, doch sie sagte nichts, überkreuzte die Beine und beobachtete die Zeremonie.

Stattdessen trat Aiden vor.

Eine Welle der Überraschung ging durch die Gäste, als er nach dem Mikrofon griff, die Finger sich leicht darum spannten. „Bevor wir fortfahren, gibt es etwas, das ich zuerst tun muss“, sagte er, die Stimme kontrolliert, aber nicht völlig stetig.

Seine Augen trafen die ihren. Myras Körper zitterte schwach. Sie wusste bereits, was als Nächstes passieren würde.

„Ich, Aiden Stonefield, Beta des Crimson Moon Packs, weise Myra Hendrix als meine Gefährtin zurück.“

Einen Moment lang stand alles still. Dann lächelte Myra sardonisch, als der Schmerz ihre Brust zerriss.

Aiden spürte es sofort. Die Bindung verschwand, als hätte sie nie existiert – ihre Präsenz, ihr Duft, alles, was sie einst an ihn gebunden hatte, war in einem einzigen Atemzug weg. Ein hohles Gefühl breitete sich in ihm aus, doch er drängte es nieder und überzeugte sich selbst, dass es Erleichterung war, dass dies Gerechtigkeit war, dass Kylie endlich ruhen würde.

Auf der anderen Seite der Halle gaben Myras Knie unter ihr nach, als ein gebrochener Laut ihren Lippen entwich. „Warum…?“ Das Wort formte sich kaum, erstickt von Tränen, als Schmerz ihren Körper zerriss und ihre Hände schwach den Boden umklammerten.

Kendall bewegte sich sofort, doch Alpha Ryans Stimme durchschnitt die Luft, bevor er sie erreichen konnte.

„Jeder, der es wagt, ihr zu helfen, wird aus diesem Rudel verbannt und in der Werwolfswelt auf die schwarze Liste gesetzt.“

Niemand wagte es, ihr zu helfen. Kendall stand hilflos und frustriert da.

„Sie ist eine Verbrecherin“, fuhr Alpha Ryan kalt fort. „Was sie erlebt, ist nichts als Vergeltung.“

Myra blieb, wo sie war, saß auf dem Boden, Tränen fielen still, während das Gewicht seiner Worte auf sie lastete. Langsam hörten die Tränen auf, und ihr Ausdruck leerte sich, als wäre alles, was in ihr übrig war, endlich still geworden.

Sie hob den Kopf und blickte zum Altar.

Die Zeremonie ging weiter.

Gelübde wurden ausgetauscht, Hände gehalten, und Lächeln kehrten auf die Gesichter zurück, als wäre nichts passiert, als hätte sie nie existiert. Dann kam der letzte Moment.

Aiden zog Lyka näher, seine Hand ruhte an ihrer Taille, während er den Kopf zu ihrem Hals senkte und seine Zähne in ihre Haut versenkte, das Mal besiegelte.

In dem Moment, als es geschah, zuckte Myras Körper heftig, als eine weitere Welle von Schmerz durch sie schoss – schärfer, tiefer, endgültig. Ein gebrochener Laut entwich ihren Lippen, als sie sich zwang aufzustehen, ihr Körper zitterte unter dem Gewicht von allem, was sie gerade verloren hatte.

Sie drehte sich um und rannte, so schnell sie konnte, so weit sie konnte.

Aus der Halle, an den Toren vorbei, an den Wachen vorbei, ihre Sicht verwischte, als Tränen über ihr Gesicht strömten. Ihr Körper verwandelte sich mitten im Lauf, Knochen knackten, als ihr Wolf die Kontrolle übernahm und sie schneller, weiter trug, bis sie die Klippe am Rand des Territoriums erreichte.

Sie verwandelte sich zurück, ihr Körper nackt gegen die kalte Luft, während sie näher an den Rand trat, die Brust ungleichmäßig hob und senkte.

Ihre Existenz hatte sich immer wie ein Fehler angefühlt. Für ihren Vater, für ihr Rudel… sogar für ihren Gefährten.

Alles, was sie jemals gewollt hatte, war ein Bruchteil der Liebe, die Lyka so leicht zuteilwurde – etwas Kleines, etwas Echtes, etwas, das sie hätte bleiben lassen können.

Aber vielleicht war sie nie dazu bestimmt, irgendetwas davon zu haben.

Ein hohles Lachen verließ ihre Lippen, als Tränen über ihr Gesicht glitten.

„Mom…“, zitterte ihre Stimme leise. „Ich bin müde.“

Und ohne einen weiteren Gedanken trat sie vor.

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