MasukVon der Familie Stewart adoptiert, wuchs Brianna in dem Wissen auf, dass sie nicht aus Liebe ausgewählt worden war, sondern aus Nützlichkeit. Sie hatte nie erwartet, die Hauptfigur in irgendeiner Geschichte zu sein – bis ihre Schwester Emily, das goldene Kind, vor ihrer eigenen arrangierten Hochzeit floh und Brianna an ihrer Stelle zurückließ. Der Ruf von Adrian Maserati eilt ihm voraus: der skrupellose, kaltblütige CEO, der den gesamten Bundesstaat beherrscht. Brianna wappnet sich dafür, nur ein weiterer Schatten in seinem Haus zu werden, eine Schein-Ehe unter dem Namen ihrer Schwester. Stattdessen trifft sie auf einen Mann, dessen Augen nur für sie leuchten, der ihr erzählt, dass sie schon immer die Einzige war, die er wollte, und dessen Blick Gefühle in ihr weckt, von denen sie nie wusste, dass sie sie besaß. Während sich ihre Ehe zu einer unerwarteten, tiefen Romanze entwickelt, beginnt Brianna Wahrheiten aufzudecken, die sie niemals finden sollte: Fragmente einer vergessen geglaubten Kindheit, die Hintergründe ihrer Adoption und ein Ehemann, der sie irgendwie besser kennt als sie sich selbst. Je tiefer sie gräbt, desto klarer wird es. Jetzt muss sie sich entscheiden: Ist der Mann, in den sie sich verliebt, wirklich in sie verliebt – oder hat sie nur einen Käfig gegen einen anderen getauscht?
Lihat lebih banyakBriannas POV
„Pack deine Sachen. Morgen gehst du zu den Maseratis“, fuhr Vater mich an, während ich am Esstisch betreten den Kopf senkte. „Aber … Warum?", begann ich leise. Die Nachricht hatte mich völlig unvorbereitet getroffen. „Emily könnte rechtzeitig für die …“ „Halt den Mund, Brianna.“ Er würgte mich ab, bevor ich meinen Satz überhaupt beenden konnte. „Tu einfach, was ich gesagt habe. Emily kommt nicht zurück, und du wirst ihren Platz als Braut einnehmen. "Das ist endgültig.“ Ich nickte. Eine stille Resignation breitete sich in mir aus. „Ja, Vater.“ Bei seinem kalten Tonfall zog ich mich verängstigt zurück. Mein Blick wanderte den Tisch entlang zu dieser sogenannten Familie. Zu Menschen, die mich hätten verteidigen sollen. Oder es zumindest hätten versuchen können. Niemand rührte sich. Nicht einmal ein Ausdruck des Schocks zeigte sich auf ihren Gesichtern. Es war erbärmlich. Wirklich. Ich hatte nie viel von ihnen erwartet. Nie mehr erhofft, als man mir bereit war zu geben. Und trotzdem traf mich das hier tiefer, als ich zugeben wollte. Ich hatte längst gewusst, dass sie früher oder später einen Weg finden würden, mich aus diesem Haus zu verbannen. Was ich nicht wusste, war wann. Nun, ich schätze, das war es. Endlich war der Zeitpunkt gekommen, an dem ich für ihren eigenen Vorteil von Nutzen sein durfte. Am anderen Ende des sechssitzigen Esstisches saß Mutter kerzengerade auf ihrem Stuhl. Sie nickte immer wieder zu dem, was Elsa rechts neben ihr erzählte. Ezra saß links von ihr. Sein Essen hatte er längst beendet, und seine gesamte Aufmerksamkeit galt seinem Handy. Er schenkte uns keinerlei Beachtung. Ich hätte es niemals gewagt, mein Handy am Esstisch hervorzuholen. Ich saß direkt links von Vater. Der Platz mir gegenüber, auf dem normalerweise Emily gesessen hätte, war leer. Eine perfekte Erinnerung an ihre Abwesenheit. Oder sollte ich lieber sagen, an ihre äußerst günstige Flucht vor der Ehe, die längst für sie arrangiert worden war? Gleichzeitig war dieser leere Stuhl eine schmerzhafte Erinnerung an meine eigene missliche Lage. Emily hätte in zwei Tagen Adrian Maserati heiraten sollen. Als man ihr die Entscheidung mitgeteilt hatte, hatte sie keinerlei Anzeichen von Widerstand gezeigt. Wir hatten kaum zwei Wochen zuvor alle gemeinsam an diesem Tisch gesessen. Emily hatte gelächelt und gegessen, ohne auch nur den kleinsten Anflug von Sorge auf ihrem Gesicht. Das hatte mich überrascht. „Ja, Vater“, hatte sie gesagt, ein kleines Lächeln auf den Lippen, während sie zustimmend nickte. Ich hätte erwartet, dass sie sich wehren würde. Schreien. Toben. Einen Aufstand machen. Alles wäre mir lieber gewesen, als dass sie dieser Ehe mit Adrian einfach zustimmte. Adrian Maserati war ein gefürchteter Mann. Es kursierten Gerüchte und Geschichten darüber, dass er Menschen getötet hatte und seine Firma auf den Tränen, dem Schweiß und dem Blut Unschuldiger aufgebaut worden war. Und mit Blut meinte man tatsächlich Blut. Man kannte ihn für seine Brutalität, und viele fürchteten ihn. Als Vater es an jenem Tag verkündet hatte, erinnere ich mich noch genau an das leise Keuchen, das mir über die Lippen kam. Ich konnte es nicht glauben. Wir waren reich, ja, aber nicht auf diese alteingesessene, über Generationen vererbte Art. Dennoch waren wir alles andere als arm. Genau deshalb hatte mich die Nachricht von Emilys arrangierter Ehe so schockiert. Wir hatten es schlicht nicht nötig. Also fragte ich mich immer wieder, was der Haken war. Was hatte Adrian meinem Vater angeboten, damit er einer solchen Ehe zustimmte? Es war, gelinde gesagt, mehr als fragwürdig. „Die Hochzeit wird in etwa zwei Wochen stattfinden“, hatte Vater gesagt. „Bereite dich darauf vor. Diese Hochzeit wird für unsere Zukunft und die Zukunft des Unternehmens von entscheidender Bedeutung sein.“ Auch wenn Emily nicht gerade mein Lieblingsmensch war, bei Weitem nicht, tat sie mir ein wenig leid. Sie war behütet aufgewachsen. Die zweite Tochter der Familie. Verwöhnt mit allem, was die Familie ihr bieten konnte. Wir standen uns nicht nahe. Nicht in all den Jahren, die ich nach meiner Adoption hier gelebt hatte. Wir hatten kaum miteinander gesprochen, geschweige denn uns wie Schwestern verhalten. Oder besser gesagt, wie Stiefschwestern. Aber ich hatte nie gewollt, dass sie eine unglückliche Zukunft vor sich hatte. Als ich neu in diese Familie gekommen war, war sie das jüngste Kind gewesen. Ich war wie ein Eindringling in ihre kleine Welt geplatzt, und eine kurze Zeit lang hatte sie mich schikaniert, nur um die Aufmerksamkeit unserer Eltern auf sich zu ziehen. Doch das hielt nicht lange an. Schon bald erkannten wir beide, dass es keine Aufmerksamkeit gab, um die wir kämpfen mussten. Keine Zuneigung, um die wir konkurrieren mussten. Und so blieb zwischen uns einfach … Distanz. In jener Nacht, nachdem die Hochzeit verkündet worden war, kam ich an Emilys Schlafzimmer vorbei. Durch die geschlossene Tür hörte ich ihr leises Schluchzen. Mein Herz zog sich bei ihrem Schmerz zusammen. Und gleichzeitig war ich erleichtert, das unsichtbare Kind dieser Familie zu sein. Denn zumindest war ich nicht wertvoll genug, um für eine geschäftliche Allianz mit Adrian Maserati verheiratet zu werden. Dem kalten, brutalen CEO.Adrians SichtIch lächelte, das leichte Hochziehen meiner Lippen konnte kaum weiter entfernt sein von dem, was ich angesichts der Schwere ihrer Frage empfand.Aber ich schob es beiseite. Es war jetzt oder nie. Ich musste so überzeugend wie möglich klingen, sonst war das Spiel vorbei.In meiner Hose, in der Tasche, in der meine Hände steckten, war es glatt von kaltem Schweiß, demselben, der auch meinen Nacken bedeckte.„Es ist nur eine alte Schachtel, die ich gefunden habe, Brianna.“ Ich traf ihren Blick. „Bedeutet wirklich nichts. Was meinst du damit, es fühlt sich vertraut an?“ Ich runzelte die Stirn. Die Lüge glitt mir ohne einen zweiten Gedanken über die Lippen.Sie runzelte die Stirn, während sie hinunterblickte, der Daumen streichelte den rostigen Rand. „Ich weiß es nicht. Es fühlt sich einfach … komisch an. Als hätte ich sie schon einmal gesehen.“„Vielleicht im Vorbeigehen?“ bot ich an, aufrichtig, als wüsste ich die Wahrheit nicht. „Du bist im Haus herumgekommen. Könnte ein Bl
Adrians Perspektive„Dir vertrauen?“ Sie spottete, dann ließ sie ein dunkles Lachen hören. „‚Vertrauen‘ und ‚du‘ gehören nicht in denselben Satz, Adrian.“Okay. Das war zu erwarten, aber ich musste trotzdem erklären.Ich rückte ein Stück näher. „Bria… bitte. Mi amor, bitte, kannst du mich erklären lassen?“Sie verschränkte die Arme. „Bitte, ich will nichts mehr, als dass du erklärst! Erklär, warum ich hier meine Kindheitsfotos sehe, aufbewahrt und weggeschlossen wie in irgendeinem Stalker-Schrank.“„Bri… bitte.“ Ich versuchte es erneut. „Meine Liebe? Das ist nicht…“„Nenn mich nicht so“, zischte sie, noch leiser, aber nicht weniger wütend. „Nenn mich nicht so. Nenn mich gar nichts.“Sie fuhr fort, die Augen gerötet, die Nase gebläht, als würde sie gleich vor Wut explodieren. „Du hast mich gestalkt? Du kanntest mich, schon vor all dem, und hast so getan, als würdest du mich zum ersten Mal treffen?“Ich schüttelte den Kopf, den Arm ausgestreckt, um den ihren zu berühren. Sie trat zurück
Adrians SichtVerdammt noch mal!Das waren meine ersten Gedanken, als ich Brianna entdeckte, die schlaff auf dem Sofa in der Ecke des begehbaren Kleiderschranks saß.Mein Lächeln verschwand augenblicklich und wich so schnell einem finsteren Stirnrunzeln, als hätte mich ein Blitz getroffen.Ich hatte das ganze Haus nach ihr abgesucht und sie gerade erst hier gefunden, doch ein einziger Blick auf die Szene verriet mir, dass etwas ganz und gar nicht stimmte.Mein Blick fiel auf eine verstaubte, bläuliche Schachtel. Eine, die mir vertraut war. Viel zu vertraut. Ich erinnerte mich daran, was sich darin befand, und mein Atem beschleunigte sich.Sie sah nicht einmal zu mir auf, als ich mich bemerkbar machte. Ihre ganze Aufmerksamkeit galt der offenen Schachtel und ihrem Inhalt.Ich näherte mich ihr schweigend und mit bedachten Schritten, umrundete den Tisch, als könnte schon die kleinste Bewegung sie verschrecken und vertreiben.Wahrscheinlich würde sie das tatsächlich.„Bri?“Behutsam stell
Briannas POVIch musste die Sache interessant gestalten. Körperlich war ich vorbereitet, die Dessous passten perfekt.Auch mental war ich bereit. Ich wollte nichts mehr, als seinen warmen Blick auf meiner Haut zu spüren.Aber ich musste noch etwas mehr tun, um ihm den Atem zu rauben. Ich wollte mir ein bisschen mehr Mühe geben. Es wäre wirklich schade, wenn er mich sah und nicht beeindruckt wäre.Eine leise Stimme meldete sich im Hinterkopf.Was, wenn er heute Abend gar nicht kommt?Dann wäre das alles völlig umsonst gewesen. Aber das wäre auch sein Verlust.Ich warf mir noch einen prüfenden Blick im Spiegel zu. Ich sah … gut aus. Ich fühlte mich gut. Nervös, steif vor Vorfreude, aber trotzdem gut.Die Spitze schmiegte sich eng an meine Haut und streifte dabei all die Stellen, die mich gefährlich nahe an den Rand brachten. Unruhig wanderte ich hin und her und spürte bereits, wie sich die Wärme unter meiner Haut ausbreitete.Ich brauchte Adrian. Und zwar dringend. Ich konnte es kaum er











