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Sleek

Author: Uche write
last update publish date: 2026-09-19 11:50:44

Alpha Kleins Herz hämmerte heftig, während er über den Hof schritt.

Seine Gefühle entglitten ihm gefährlich außer Kontrolle.

An den Spitzen seiner Finger drohten seine Krallen durch die Haut zu brechen. Er atmete tief ein und zwang sich, sich zu beruhigen, so wie er es vor Jahren als junger Krieger gelernt hatte, um sein Temperament zu meistern.

Doch heute Nacht half nichts.

Sein Herzschlag donnerte noch härter gegen seine Rippen.

Jahrelang hatte er geglaubt, dass Charlotte vollständig unter seiner Kontrolle stand, gehorsam, schwach und berechenbar. Und darüber hinaus hatte er geglaubt, alles im Schattenrudel zu kontrollieren, doch nun entglitten ihm die Dinge.

Sein Kiefer spannte sich scharf an, als Gedanken an das Königliche Rudel seinen Kopf überfluteten.

Jahrelang hatte er nach seiner Schwäche gesucht.

Er hatte unzählige Nächte damit verbracht, seine Grenzen zu erkunden, seine Krieger zu beobachten und verzweifelt nach Rissen in seiner Macht zu suchen.

Und jeder Weg führte immer zu einer einzigen Person zurück.

Alpha Moon. Michael.

Nicht als brutaler Herrscher, denn das wäre einfacher gewesen. Stattdessen regierte Michael mit erschreckender Ruhe und Intelligenz.

Die Art von Mann, der lächelte, während er ganze Stürme unter seiner Haut verbarg.

Selbst nach all den Jahren wusste Klein fast nichts über ihn. Keine Gefährtin, keine Luna.

Und ausgerechnet heute Nacht wollte derselbe Mann Charlotte.

Kleins Brust zog sich schmerzhaft zusammen.

Währenddessen, weit vorne auf dem felsigen Pfad, der zum Königlichen Rudel führte, blieb Ria plötzlich stehen.

Ein scharfer Schmerz durchbohrte ihren Kopf.

Fragmente blitzten heftig hinter ihren Augen auf …

Ihr Atem beschleunigte sich augenblicklich, und Michael bemerkte es.

Er verlangsamte sofort seine Schritte, während der Ruf der Nachteulen durch den dunklen Wald hallte.

Ria presste eine zitternde Hand gegen den großen Felsen neben ihr und lehnte sich daran, während sie verzweifelt versuchte, ihr rasendes Herz zu beruhigen.

Michaels Blick verdunkelte sich, und langsam trat er näher.

Der Abstand zwischen ihnen verschwand schnell, während Rias Wimpern schwach flatterten und sie darum rang, normal zu atmen.

Dann beugte sich Michael plötzlich hinunter und hob sie mühelos in seine Arme.

Ria schnappte überrascht leise nach Luft.

Sein Griff um sie war fest und beschützend, als wöge sie überhaupt nichts.

Ihr Herzschlag beschleunigte sich unkontrollierbar, als sie schnell zu ihm aufsah, doch Michael mied ihren Blick, während er sie sanft an seiner Brust zurechtrückte.

„Keine Sorge, Charlotte", murmelte er leise. „Du bist erschöpft vom Marsch."

Seine Stimme war nun seltsam sanfter.

Ria starrte ihn einen Moment länger an, bevor Schwindel schwer über sie hinwegfegte und alles verschwamm.

Ihre Augen schlossen sich langsam.

Michael blickte auf ihr schlafendes Gesicht hinunter, und ein Mundwinkel hob sich schwach.

Dann festigte sich sein Griff um sie leicht, während er weiterging, diesmal schneller.

Als sie im Königlichen Rudel ankamen, senkten mehrere Wachen sofort die Köpfe.

Sleek eilte auf Michael zu, sobald er erschien.

„Mein Alpha …"

Er trat instinktiv vor, um Ria tragen zu helfen.

Doch Michaels Augen schnellten scharf zu ihm.

Die Warnung in diesem einzigen Blick ließ Sleek augenblicklich erstarren.

Er trat schnell zurück und senkte den Kopf.

Michael trug Ria selbst durch die riesigen Hallen des Königlichen Schlosses.

Der Ort war atemberaubend.

Silberne Kronleuchter hingen von den hohen Decken, ihr Licht spiegelte sich sanft auf den schwarzen Marmorböden. Lange dunkle Vorhänge flossen sanft neben den hoch aufragenden Fenstern, während Mondlicht über die polierten Wände strömte, die mit uralten Wolfsschnitzereien und königlichen Emblemen verziert waren.

Alles an dem Schloss wirkte mächtig.

Michael stieß eine große Holztür auf und betrat einen bereits vorbereiteten Raum.

Der Raum war riesig und doch seltsam warm.

Sanftes Kerzenlicht flackerte leise an den Wänden. Ein großes Bett stand nahe der Mitte unter einem silbernen Baldachin, bedeckt mit dunklen Seidenlaken und dicken Fellen. Neben den Fenstern standen Regale voller uralter Bücher, während ein Kamin in der Nähe leise knisterte und Wärme durch den Raum verbreitete.

Michael ging langsam auf das Bett zu.

Vorsichtig, als hätte er Angst, sie könnte zerbrechen.

Er legte Ria sanft auf die Matratze.

Ihr Haar breitete sich lose über die dunklen Laken aus.

Selbst im Schlaf lag ein schwaches Lächeln auf ihren Lippen.

Michael stand da und beobachtete sie schweigend.

Sein Herzschlag hallte schwer in seiner Brust wider.

Langsam beugte er sich hinunter und strich die Haarsträhnen aus ihrem Gesicht.

Ria regte sich leicht im Schlaf und drehte sich sanft auf dem Kissen.

Dann wanderten Michaels Augen tiefer zu den Blutergüssen an ihrem Hals.

Sein Ausdruck veränderte sich augenblicklich, während Dunkelheit heftig hinter seinen Augen aufflackerte.

Sein Kiefer spannte sich an, und langsam ballte sich seine Hand zur Faust.

Ohne ein weiteres Wort drehte er sich um und verließ den Raum, wobei er die Tür leise hinter sich schloss.

Draußen richtete sich Sleek sofort auf.

„Hast du die Nachforschungen angestellt, um die ich dich gebeten hatte?", fragte Michael kalt.

Sleek blinzelte plötzlich, Erkenntnis blitzte über sein Gesicht.

„Ich … ich habe verg…"

Michael drehte sich scharf zu ihm um, bevor er ausreden konnte.

Die Atmosphäre um ihn herum veränderte sich augenblicklich, als er die Hand hob. Er zitterte leicht vor zurückgehaltener Wut, bevor er sie langsam wieder senkte.

Mehrere Sekunden lang starrte er Sleek einfach nur an, und dann ging er ohne ein weiteres Wort davon.

Sleek blieb wie erstarrt stehen.

Erst nachdem Michael im Korridor verschwunden war, atmete er endlich tief aus.

Seine Augen wanderten langsam zu dem Raum, in dem Ria schlief.

Dann zurück in die Richtung, in die Michael gegangen war.

Etwas Unbehagliches zeigte sich schnell an seiner ganzen Gestalt, und leise begann er, auf Zehenspitzen zum hinteren Hof zu schleichen und sich nervös umzusehen, als könnte er bereits spüren, dass etwas oder jemand in der Dunkelheit hinter ihm auf ihn wartete …

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