로그인Mara konnte den Blick nicht von der Gestalt lösen, die sich vor ihr aus dem silbernen Licht formte.Das Gesicht ihrer Mutter war zunächst verschwommen gewesen, beinahe durchsichtig, doch mit jedem Augenblick wurden die Konturen deutlicher. Dunkles Haar fiel über ihre Schultern, und ihre hellen Augen schienen direkt auf Mara gerichtet zu sein. Sie trug ein schlichtes Kleid, das Mara von keinem der alten Fotos kannte. Trotzdem war da etwas Vertrautes in ihrer Haltung, in der Art, wie sie den Kopf leicht neigte, bevor sie sprach.„Wenn du das hier hörst, Mara, dann hast du den Ort gefunden.“Mara brachte kein Wort heraus. Sie hatte sich so oft vorgestellt, wie es wäre, ihrer Mutter gegenüberzustehen. In manchen Erinnerungen aus ihrer Kindheit hatte Elena sie auf dem Arm gehalten, in anderen hatte sie ihr etwas vorgesungen. Doch diese Bilder waren bruchstückhaft und möglicherweise nicht einmal echte Erinnerungen. Jetzt sah sie eine Aufnahme, die ihre Mutter offenbar bewusst für sie hinter
Mara hatte den Brief ihres Vaters inzwischen mehrmals gelesen, doch die Worte hatten nichts von ihrer Wirkung verloren. Immer wieder blieb sie an denselben Sätzen hängen, besonders an dem Teil, in dem Ethan ihr versichert hatte, dass sie niemals ein Fehler gewesen war. Es war ein seltsames Gefühl, eine solche Bestätigung von einem Menschen zu bekommen, den sie kaum kannte und der trotzdem einen so großen Teil ihres Lebens bestimmte. Sie hatte sich jahrelang gefragt, warum er nicht bei ihr gewesen war, ob er überhaupt gewusst hatte, dass sie existierte, und ob er sich jemals gewünscht hatte, sie kennenzulernen. Nun wusste sie zumindest, dass er sie nicht vergessen hatte. Er hatte etwas für sie zurückgelassen, hatte an ihren achtzehnten Geburtstag gedacht und offenbar gehofft, dass sie eines Tages selbst nach der Wahrheit suchen würde.Das machte seine Abwesenheit nicht leichter. Es löschte auch nicht die Fragen aus, die sich über all die Jahre angesammelt hatten. Aber es veränderte etw
Mara folgte Alexander zurück ins Haus, während Adrian und Sophie dicht hinter ihr blieben. Der kleine Schlüssel lag noch immer in Alexanders Hand. Seit er ihn erkannt hatte, war sein Gesicht ungewöhnlich ernst geworden, und obwohl Mara ihn bereits mehrmals gefragt hatte, was es damit auf sich hatte, hatte er bisher keine Erklärung gegeben. Sie spürte, dass es nicht nur um einen alten Gegenstand ging. Alexander wusste genau, woher der Schlüssel stammte und wofür er gedacht war. Vielleicht wusste er sogar, warum Ethan ihn dort zurückgelassen hatte.Im Arbeitszimmer angekommen, legte Alexander den Schlüssel auf den Schreibtisch und schloss die Tür. Dann ging er zu einem der hohen Bücherregale, schob mehrere Bücher zur Seite und öffnete dahinter ein schmales Fach. Daraus nahm er eine alte, dunkelbraune Mappe, die deutlich älter aussah als die Unterlagen, die er ihnen am Vortag gezeigt hatte. Er legte sie neben den Schlüssel und blieb einen Moment davor stehen, als müsste er sich erst ents
Mara hatte die Nachricht inzwischen so oft gelesen, dass sie jedes einzelne Wort auswendig kannte. Trotzdem öffnete sie den Chat immer wieder, als könnte sich zwischen den Zeilen plötzlich eine Erklärung finden, die ihr bisher entgangen war. Der unbekannte Absender wollte nicht, dass sie mit den Blackwoods zum Forsthaus ging. Das allein war schon verdächtig genug, doch noch mehr beschäftigte sie die Frage, warum diese Person glaubte, ihr vorschreiben zu können, mit wem sie sich an einen Ort begab, der offenbar mit der Vergangenheit ihres Vaters verbunden war. Vielleicht wollte der Absender sie tatsächlich warnen. Vielleicht wusste er, dass Adrian oder Alexander etwas verschwiegen, das sie in Gefahr bringen könnte. Doch genauso gut konnte es ein Versuch sein, sie von den Menschen zu trennen, die ihr inzwischen am nächsten standen. Mara hatte gelernt, dass sie nicht jede Warnung für eine Lüge halten durfte, aber sie würde auch nicht mehr blind jedem vertrauen, der behauptete, es besser
Mara hatte am nächsten Morgen das Gefühl, dass sie einen Schritt weitergekommen waren, obwohl sie noch immer nicht wussten, wer die Person war, die Ethan damals gefunden hatte. Seit dem Gespräch mit Alexander ging ihr der Satz aus Elenas Nachricht nicht mehr aus dem Kopf: Wenn Mara jemals erfährt, dass Kael dort war, wird sie wissen wollen, warum Ethan ihm trotzdem vertraut hat. Ihre Mutter hatte also gewusst, dass Kael eine Rolle in ihrer Vergangenheit spielte, und offenbar hatte sie auch damit gerechnet, dass Mara irgendwann davon erfahren würde. Was sie nicht verstand, war, warum Elena diese Information ausgerechnet auf der Rückseite eines Fotos festgehalten hatte, anstatt sie in einem Brief oder einer ihrer Aufzeichnungen zu erklären. Vielleicht hatte sie damals keine Zeit gehabt, mehr aufzuschreiben. Vielleicht hatte sie befürchtet, dass jemand ihre Unterlagen finden würde. Oder vielleicht war die Nachricht selbst nur für den Fall gedacht gewesen, dass Mara irgendwann die richtig
Mara hatte sich vorgenommen, nach dieser Nacht endlich zu schlafen, doch ihr Kopf ließ ihr keine Ruhe. Kaum schloss sie die Augen, tauchten die Bilder aus dem unterirdischen Raum wieder vor ihr auf: die staubigen Regale, die alte Karte, der Stofffetzen mit dem schwachen Geruch eines Wolfes und vor allem das Dokument mit den wenigen Zeilen, die mehr über ihre Vergangenheit verrieten als viele der Gespräche, die sie in den vergangenen Wochen geführt hatte. Treffen abgebrochen. E. B. besteht darauf, dass das Kind nicht ausgeliefert wird. R. V. widerspricht. Ethan hatte sich also geweigert, sie jemandem zu übergeben. Rowan Vale hatte offenbar eine andere Meinung vertreten. Und dann waren da die Nachrichten gewesen, die jemand geschickt hatte, der genau wusste, was sie gefunden hatten. Mara hatte die letzten Worte immer wieder gelesen, bis sie die Sätze beinahe auswendig kannte: Frag nicht, wo Ethan ist. Frag, wen Ethan gefunden hat. Sie wusste nicht, wer die Nachricht geschrieben hatte, ab







