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KAPITEL 2

Author: Laine Martin
last update publish date: 2026-08-28 22:07:40

ALLISON

„Pass doch auf, wo du hinläufst!”, keuchte Carter und blickte auf mich herab … seine grünen Augen glitten über die ganze Rundung meines Gesichts. Ich schluckte, entzog mich schnell seinem Griff, richtete mich auf und verengte die Augen.

„Ich soll aufpassen, wo ich hinlaufe?”, schoss ich zurück. „Du hast mir buchstäblich im Weg gestanden.” Ich schnaubte. Er stand einfach nur da und starrte mich an.

Was?

Hatte er noch nie ein Mädchen gesehen?

Bevor einer von uns noch ein Wort sagen konnte, fiel ein Schwarm kreischender Mädchen über ihn her.

„Carter!”

„Oh mein Gott, das ist Carter!”

„Kann ich ein Foto haben?”

Die Menge verschluckte ihn fast augenblicklich, überall blitzten Handykameras in seine Richtung.

Mit einem frustrierten Seufzer, der andeutete, dass das viel zu oft vorkam, schlüpfte Carter an ihnen vorbei und flüchtete in die Jungentoilette.

„Meine Güte”, murmelte ich. „Was stimmt nicht mit diesen Mädchen?” Kopfschüttelnd steuerte ich direkt auf die Stelle zu, wo ich Sienna zurückgelassen hatte. Nur um sie vertieft ins Gespräch mit einem der Hockeyspieler vorzufinden.

Natürlich war sie das.

Ich ließ mich in einen Stuhl fallen und wartete geduldig, bis sie fertig geredet hatte, damit wir gehen konnten. Ich hatte bereits genug von meinem kostbaren Freitagnachmittag dem Hockeyfieber geopfert.

„Scheiße!”

Ich schoss im Bett hoch, tastete nach meinem Handy auf dem Nachttisch und starrte auf die lange Liste verpasster Wecker, die den Bildschirm füllte.

Die hatten nicht geklingelt? Wie zum Teufel hatte ich nicht einen einzigen gehört?

„Scheiße … Scheiße … Scheiße.” Ich sprang aus dem Bett, hastete zum Badezimmer und rammte mir sofort den Fuß gegen die Ecke der Wand.

„Verfluchte Scheiße!”, knurrte ich, während Schmerz durch meine Zehen schoss und ich auf einem Bein ins Badezimmer hüpfte.

Ich würde zu spät kommen.

Ich duschte schnell und zog mich noch schneller an, warf mir eine lockere Jogginghose und einen übergroßen Hoodie über, bevor ich meine Tasche schnappte.

Sienna regte sich in ihrem Bett, gähnte.

„Wo rennst du denn so hin? Es ist sechs Uhr morgens.” Sie öffnete träge die Augen und beobachtete mich.

„Ich hab ein Vorsprechen für die Nachhilfestelle. Ich brauch das zusätzliche Geld.”

Sienna setzte sich auf, rieb sich den Schlaf aus den Augen. „Ich kann dir das Extra-Geld geben, wenn du willst, Ally. Du musst nur fragen.”

Ich zog meine Flip-Flops vom Schuhregal, schlüpfte hinein und drückte mir großzügig etwas von ihrem Lipgloss auf die Lippen, presste sie aufeinander, um ihn gleichmäßig zu verteilen.

„Nein.” Ich hängte mir die Umhängetasche über die Schulter. „Du hast mir schon bei den Lehrbüchern geholfen, die ich brauchte, und meine Hälfte dieses lächerlich luxuriösen Zimmers übernommen.” Ich nahm mein dickes Mathematikbuch. „Den Rest bekomm ich selbst hin.”

Sienna stieß einen langen Seufzer aus. „Wenn du meinst. Was willst du heute machen?”

„Ich möchte mich ausruhen, wenn ich zurück bin, und später am Tag lesen. Samstage sind zum Lernen da, das weißt du doch, Si.”

Sie stöhnte theatralisch.

„Ich hoffe immer noch, dass du irgendwann mal was anderes sagst.”

Ich brach in ein kurzes Lachen aus.

„Halt die Luft nicht an. Bis später.” Ich ging zu ihr rüber, beugte mich hinunter und drückte ihr einen Kuss auf die Wange, bevor ich hinauseilte.

„Viel Glück.”

„Danke!” Ich rannte hinaus und ließ die Tür weit offen stehen.

Ich kam etwas mehr als fünf Minuten zu spät zur Veranstaltung. Scheiße! Ich war noch nie in meinem Leben zu spät gewesen. Aber zum Glück war noch eine Person vor mir dran.

Nach zehn Minuten, in denen ich mein fotografisches Gedächtnis und meine Problemlösungsfähigkeiten vorführte, konnte man mit Sicherheit sagen, dass ich den Matheleiter beeindruckt hatte, und sicherte mir die Stelle auf der Stelle.

Der Job bestand darin, kämpfenden Studentensportlern zu helfen, ihre Analysis-Noten zu verbessern, worauf ich mich schon riesig freute. Er zahlte weit besser als meine Abendschichten bei Cary’s Grill, und ich brauchte jeden Cent, den ich für das College zusammenkratzen konnte. Dads zwei Jobs würden niemals reichen, und außerdem konnte ich nicht mit ansehen, wie er die ganze Last allein trug.

Meine Aufmerksamkeit wurde von meinen wirren Gedanken abgelenkt, als mein Handy summte und Siennas Gesicht anzeigte.

„Hey. Alles okay?”

„Mir ist gerade aufgefallen, dass der Kühlschrank leer ist. Kannst du auf dem Rückweg bei Mellow’s vorbeischauen und ein paar Lebensmittel besorgen? Ich hab dir Geld geschickt … und ein bisschen extra, damit du dir Frühstück holst, weil du es ausgelassen hast.”

„Ich kann die Lebensmittel besorgen, Sienna. Du musstest mir kein Geld schicken.”

„Und du musstest mir nicht stundenlang bei Analysis helfen. Jetzt sind meine Noten durch die Decke gegangen, und meine Eltern sind glücklich, wegen dir. Du nimmst das verdammte Geld an.”

„Sienna—”

„Keine Widerrede, beeil dich, ja? Ich hab beschlossen, heute zu Hause zu bleiben.”

Ich stieß ein überraschtes Lachen aus. „Oh,”

„Ich weiß. Schockierend.” Sie lachte. „Ich lerne mit dir. Keine Partys heute.”

Meine Lippen kräuselten sich zu einem Lächeln. „Freut mich. Schick mir die Einkaufsliste.”

„Bin schon dabei.” Sie sagte das und legte auf. Ich zog mir die Umhängetasche um den Körper, schob mein schweres Lehrbuch unter einen Arm, nur um direkt gegen eine schweißnasse, harte Wand aus Muskeln zu krachen.

Mein Lehrbuch rutschte mir aus der Hand und fiel zu Boden. Dann spürte ich starke Hände, die mich auffingen, bevor ich rückwärts hätte stürzen können.

„Was ist eigentlich dein Problem, ständig in Leute reinzurennen?” Die tiefe, überhebliche Stimme war nervig vertraut. Ich wand mich aus seinem Griff, wich langsam zurück, während ich die volle, aufragende Größe eines wachsenden Erzfeindes erfasste. Ich ließ meinen Blick langsam nach oben wandern, seine graue Jogginghose hing tief auf seinen Hüften. Nackte, breite Brust, schweißglänzend, jeder definierte Muskel hob und senkte sich mit seinem gleichmäßigen Atem. Mein Blick wanderte höher und höher, bis er auf seinen tiefen, waldgrünen Augen landete, die mich beobachteten und mich regungslos machten.

Carter Hayes.

Na klar.

Wer sonst würde oben ohne über den Campus rennen?

Ernsthaft, dachte er, die Regeln würden für ihn nicht gelten, nur weil er der GOAT im Hockey war?

Er grinste.

„Jetzt solltest du wirklich aufpassen, wo du hinläufst, Rammlerin.”

Er atmete aus, fuhr sich mit der Hand durch seine dunklen Locken.

„Wie bitte?”

„Du hast mich schon verstanden. Du bist mir jetzt zweimal in weniger als vierundzwanzig Stunden in die Arme gelaufen, ich fang schon an zu denken, das ist Absicht.”

Ich lachte trocken auf. Er drehte sich um, sah zurück, bevor er seinen Blick wieder zu mir wandte. „Ist irgendwas lustig?”

„Ja. Du!”, schnaubte ich. „Ich soll aufpassen, wo ich hinlaufe, obwohl du beide Augen auf der Straße hattest? Glaub mir, wenn ich deine Aufmerksamkeit gewollt hätte, hätte ich mir einen weniger schmerzhaften Weg gesucht, sie zu bekommen.”

Er zog eine Braue hoch, sein Blick fest auf mein Gesicht geheftet. „Weißt du überhaupt, mit wem du sprichst?”, fragte er, klang schockiert über meine Frechheit. Ich grinste innerlich.

„Verdammt richtig, das weiß ich. Pass beim nächsten Mal auf, wo du hinläufst, Puckjunge.” Ich schnaubte wütend, bückte mich, schnappte mir mein Lehrbuch und wollte an ihm vorbeischlüpfen. Aber mein Arm wurde blitzschnell gepackt, und ich wurde gezwungen, meinen Blick wieder zu seinem Gesicht zurückzuziehen.

„Bist du immer so frech?”, krächzte er und starrte mir in die Augen. „Du solltest dir mal ein paar Manieren zulegen, Rammlerin.”

Ich funkelte seine Finger an, die meinen Arm umschlossen, bevor ich meinen Blick zu seinem Gesicht hob. „Nimm deine Hände von mir.” Er schluckte, seine Brauen zogen sich zusammen, bevor er langsam seine Hand zurückzog.

„Weißt du, Mädchen sterben dafür, drei Minuten ungestörtes Gespräch mit mir zu haben, manche betteln um eine simple Berührung. Denkst du, du bist was Besonderes, Baby?”

Ich schnaubte und schüttelte leicht den Kopf. Die Dreistigkeit dieses arroganten, eingebildeten Trottels.

„Erstens, ich bin nicht dein Baby.” Ich wedelte mit den Fingern vor seinem Gesicht. „Zweitens, ich bin nicht eines dieser verzweifelten Mädchen, die darum betteln, von dir angefasst zu werden. Verwechsle mich nicht mit einem Fan.” Sein Mund öffnete sich, aber es schien kein Wort herauszukommen. Ich musterte ihn durch meine Wimpern von oben bis unten, bevor ich davonging, ohne es auch nur im Geringsten zu wagen, zurückzublicken.

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