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Wie sie verliebt machen? Schritt 1: Lüge
Wie sie verliebt machen? Schritt 1: Lüge
Author: Laine Martin

KAPITEL 1

Author: Laine Martin
last update publish date: 2026-08-28 22:07:09

ALLISON

Der Buzzer ertönte und schickte eine Welle aufgeregter Schreie durch die Ränge. Die Ice Hawks hatten sich einen weiteren Sieg gesichert, dank Carter Hayes’ blitzschnellem Manöver in den letzten Sekunden des Spiels.

War ich überrascht? Wahrscheinlich nicht, denn ich hatte genug über ihn gehört, um zu wissen, dass er auf dem Eis praktisch unaufhaltsam war. Sienna konnte einfach nicht die Klappe halten über seine Spiele. Ich musste unzählige Stunden ertragen, in denen sie labberte, wie unfassbar talentiert er sei, und heute — ein Freitagnachmittag, den ich in der Biologieabteilung mit Lernen oder Vorbereitung für den Debattierclub hätte verbringen können — war ich zum Endspiel gegen die Lincoln Heights High geschleppt worden.

Ich seufzte und sah mich in dem Meer von Mädchen um, die die Hawthorne Hawks anfeuerten.

Wurden die nie müde?

Ich zog an Siennas Rocksaum, während sie neben mir herumhüpfte und fast durchdrehte vor Aufregung.

„Beruhig dich, Cheerleaderin”, neckte ich sie, stand auf und schlang meine Umhängetasche über den Arm.

„Wo willst du hin?”

„Was meinst du damit? Ich gehe zurück, wo du mich weggeschleppt hast … dem Biologielabor.”

Sienna verdrehte die Augen.

„Komm schon, Ally. Leb ein bisschen. Es ist verdammt nochmal Freitag. Du gehst nicht zurück in dieses deprimierende Labor.” Ich zuckte zurück und verzog das Gesicht. Deprimierendes Labor? Mein Stipendium hing praktisch an diesem deprimierenden Labor.

„Okay, das kam falsch raus. Aber Ally, lass uns einfach einen trinken gehen. Die Ice Hawks sind alle im Cocktail’s Inn.” Sie schmollte trotzig. „Ich verspreche dir, es wird Spaß machen.”

„Ich weiß nicht, Sienna.” Ich verzog das Gesicht.

„Bitte, bitte, bitte.” Sie faltete die Hände und hielt sie sich vors Gesicht.

„Nur einen Drink. Alkoholfrei.” Ich verdrehte spielerisch die Augen und strich mir ein paar Ponysträhnen hinters Ohr.

„Ich kenne dich, Blake. Du sagst ‘nur einen Drink’ und plötzlich liegst du besoffen und heulend auf dem Boden und blubberst Rhetts Namen.”

Sie packte meinen Arm und zog mich zum Ausgang der Arena. „Oh, ich bin total über Sullivan hinweg. Er ist ein Arschloch.”

„Diesmal wirklich?” Ich verengte die Augen und musterte sie, zählte fast im Kopf mit, wie oft ich diesen exakten Satz schon gehört hatte, bis mir ein spöttisches Lachen entfuhr.

Sie war nie wirklich über Rhett hinweg, jedenfalls noch nicht.

***

Die Hawthorne Hawks hatten das Cocktail’s Inn komplett übernommen und den ganzen Laden bis auf den letzten Platz gefüllt. Fans, Studenten, Mädchen über Mädchen, die sich um die Hockeyspieler drängten, aber niemand zog mehr Aufmerksamkeit auf sich als Carter Hayes.

Kaum hatten wir das Inn betreten, sah ich Sienna schon direkt auf die Menge zusteuern, die sich um Carter versammelte, riss eine Seite aus ihrem Notizbuch und kramte einen Stift hervor.

Was hatte ihr verrücktes Ich jetzt wieder vor?

„Sienna, ernsthaft?”, rief ich ihr hinterher, als sie eilig von mir wegging.

Sie drehte sich um, lächelnd.

„Ich bin gleich wieder da, versprochen. Drinks gehen auf mich!” Sie kreischte und bahnte sich ihren Weg durch die Menge zu Carter, während ich meinen niedergeschlagenen Arsch auf einen freien Stuhl fallen ließ. Ich stellte einen Alarm auf meinem Handy, wartete volle zehn Minuten, bis Sienna zurückkam, keuchend und schnaufend, das Blatt Papier mit irgendwas Gekritzeltem fest an sich gedrückt.

„Diese Mädels sind Tiere!”, japste sie und rang nach Luft. „Ich konnte in der Menge kaum atmen, aber es war jeden Rempler wert. Ich hab sein Autogramm bekommen, und er hat gesagt, er liebt mich.” Sienna drückte das Papier an ihre Brust und summte verträumt vor sich hin.

Ich verdrehte die Augen.

Was war schon so Besonderes an Carter Hayes, abgesehen von seinem Talent auf dem Eis und seinem schmerzhaft durchschnittlichen Aussehen?

„Ach, komm schon. Er ist doch nicht so toll. Ihr lasst ihn wie einen Gott dastehen. Er ist doch nur der Kapitän des Teams.”

Sienna stieß einen dramatischen Seufzer aus, die Augen weit aufgerissen. „Er ist der heiße Kapitän, duh, und er ist so verdammt gutaussehend. Du solltest ihn dir wirklich mal aus der Nähe ansehen.”

„Ich verzichte. Drinks?”

Sie setzte sich mir gegenüber und winkte einen Kellner heran. Unsere Drinks kamen schließlich, und wir verbrachten die nächste Stunde damit zu trinken, zu reden und größtenteils zuzuhören, wie Sienna weiter über den „heißen Hockey-Kapitän” schwärmte. Ich erstickte förmlich und war körperlich erschöpft von ihrer endlosen Übertreibung.

Ich stand plötzlich auf.

„Ich muss auf die Toilette.” Ich nahm noch einen letzten Schluck von meinem Drink, bevor ich den kurzen Weg antrat.

„Na dann beeil dich. Du willst doch nicht verpassen, wenn sie Carter den besonderen ‘Ice Hawk’-Cheer widmen.” Ich starrte sie einen guten Moment lang eindringlich an, schüttelte den Kopf, bevor ich in der Toilette verschwand.

„Warum zum Teufel ist jedes Mädchen von Carter besessen.” murmelte ich vor mich hin, hielt die Hand unter den Wasserhahn und wusch sie mir. „Er ist ein selbstverliebtes, arrogantes Arschloch. Kann das denn niemand sehen?” Ich seufzte, zog mehrere Papiertücher aus dem Spender, trocknete mir die Hände ab und fuhr mir mit den Fingern durch meinen Pony.

Ich lächelte meinem Spiegelbild zu. Gut. Mein Haar benahm sich.

Ich öffnete die Toilettentür und prallte sofort gegen einen Felsblock. Meine Beine strauchelten, meine Hände griffen instinktiv nach den breiten Schultern von etwas … oder jemandem, um mich abzustützen. Ich hob den Blick und fiel geradewegs in die betörenden grünen Tiefen der meistbesprochenen Person der Hawthorne Academy.

Carter Hayes.

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