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Kapitel 2

작가: Peachy
„Du wolltest nur mal sehen?“, flüsterte ich. Mein Blut kochte.

Ich packte eine Handvoll ihrer perfekt frisierten blonden Locken. „Dann wollen wir doch mal sehen, wie gut du heute schwimmst!“

„Ahhh!“, kreischte Bianca.

Ich zerrte sie ohne jede Gnade an den Haaren aus dem Zimmer. Mein Ziel war der Pool im Erdgeschoss.

„Lass mich los! Du verrückte Schlampe!“ Bianca wehrte sich wild, während sie verzweifelt an den Wänden des Flurs kratzte. „Ich werde ertrinken! Onkel Matteo, rette mich!“

Ihre Freundin Stella schrie auf und verkroch sich voller Angst im Schrank.

„Mandy, jetzt reicht es!“ Matteo stürzte auf mich zu und bohrte mir von hinten die Finger fest in die Schultern.

„Lass mich los!“, schrie ich und grub meine Fingernägel tief in seine Handrücken.

Mit brutaler Gewalt riss Matteo mich nach hinten.

Mein Hinterkopf prallte gegen die Marmorverkleidung des Flurs.

Die scharfe Kante riss meine Kopfhaut auf. Eine Welle aus heftigem Schwindel und Dunkelheit überrollte mich. Warmes Blut rann mir über die Wange.

Ich sackte zu Boden und hielt mir den Kopf. Meine Sicht verschwamm.

Mein eigener Mann würdigte mich nicht einmal eines Blickes.

Er nahm seine schluchzende Nichte schützend in die Arme und starrte mich voller Abscheu an.

„Bist du wahnsinnig? Sie ist zehn Jahre alt!“, fuhr Matteo mich an und blickte auf mich herab. „Es war ein Unfall! Sie weiß, dass sie einen Fehler gemacht hat! Du hast selbst nicht auf dein Kind aufgepasst, also lass deine Wut nicht an einem Kind aus!“

Als ich in sein heuchlerisches Gesicht sah, wurde mir plötzlich übel.

Genau. So war er wirklich.

Ein kaltblütiger Feigling. Für die Familie würde er sogar sein eigenes Fleisch und Blut opfern.

Diese Lektion hatte ich in meinem früheren Leben auf schmerzhafte Weise gelernt. Sie waren seine wahre Familie. Mein drei Monate alter Sohn und ich bedeuteten ihm absolut nichts.

Mit zitternden Händen zog ich mein Handy heraus und wählte die Nummer meines Vaters.

Ich brauchte meine Männer. Ich würde jeden Einzelnen dieser Mörder zur Rechenschaft ziehen.

„Was machst du da?“ Matteos Blick wurde finster.

„Ich sorge dafür, dass deine ganze Familie für diesen Mord bezahlt!“

Klatsch.

Matteo trat mir das Handy aus der Hand. Es prallte gegen die Wand, und der Bildschirm zersplitterte in Stücke.

„Das ist eine Angelegenheit der Familie Vaughn!“ Er packte mich am Kragen und zischte: „Du ziehst da keine Außenstehenden mit rein! Nico ist tot. Wir können noch ein neues Kind bekommen. Aber Bianca ist die zukünftige Erbin dieser Familie! Ich werde nicht zulassen, dass du ihr Leben ruinierst!“

Mein Herz zerfiel zu Asche. Diese ganze Absurdität drohte mich zu ersticken.

In seinen Augen war diese zehnjährige Soziopathin weitaus mehr wert als unser neugeborener Sohn.

Ich schlug seine Hände weg. Dann stützte ich mich an der Wand ab, taumelte auf die Beine und schleppte meinen blutenden Körper die Treppe hinunter.

Gerade als ich den Treppenabsatz erreichte, stürmte eine beleibte, mit teurem Schmuck behängte Frau die Treppe herauf. Sie stieß mir brutal gegen die Schulter.

Meine Schwägerin Isla.

Sie zog Bianca fest an sich, wiegte ihr kostbares Baby und redete beruhigend auf sie ein.

Dann fuhr sie herum und funkelte mich wütend an.

„Du verrückte Schlampe! Wie kannst du es wagen, meine Tochter anzurühren!“

Ich zitterte vor Wut. „Warum fragst du deine Tochter nicht, was sie gerade getan hat?“

„Na und?“ Isla verzog verächtlich den Mund. Ein bösartiger Funkeln lag in ihren Augen. „Dein Sohn ist tot. Komm darüber hinweg. Du kannst ihr dafür nicht die Schuld geben!“

Ich hasste sie alle so sehr. Doch in diesem Moment konnte ich nur an das tote Baby denken.

Wer war er? Und warum war er auf unserem Anwesen?

„Isla, du bist selbst Mutter. Wenn heute dein Kind gestorben wäre, würdest du das dann immer noch sagen?“

Islas Augen verengten sich. Sie zeigte mit einem dicken Finger auf mich. „Du schamlose Hure! Dein Sohn stirbt und dafür verfluchst du mein Kind? Ehrlich gesagt hat dein Balg es verdient! Geschieht ihm recht!“

Ich hob mein zersplittertes Handy vom Boden auf und ging direkt die Treppe hinunter.

Die Matriarchin eilte mir hinterher. Als sie Islas Worte hörte, hielt sie sie nicht zurück. Stattdessen packte sie Isla am Ärmel.

„Schnell! Halt sie auf! Sie hat versucht, ihren Vater anzurufen! Wir können nicht zulassen, dass sie alles ausplaudert und den Ruf der Familie ruiniert!“

Islas Gesicht wurde bleich. Ihr Blick wurde giftig. „Du hast Verstärkung gerufen? Du willst die Vaughns vor den Fünf Familien bloßstellen?“

Matteo, vor Wut kreidebleich, riss mir das beschädigte Handy aus der Hand.

Er drückte auf die Einschalttaste. Der Bildschirm leuchtete auf. Sofort wich ihm die Farbe aus dem Gesicht.

Durch das gesprungene Glas war eine SOS-Nachricht deutlich zu erkennen. Sie war bereits an die Leibwächter übermittelt worden, die mein Vater zu meinem Schutz abgestellt hatte.

„Du hast tatsächlich deine Leute gerufen!“

Matteo kam auf mich zu und hob ohne zu zögern die Hand.

Eine schwere Ohrfeige traf mich mit voller Wucht ins Gesicht.

„Du widerliche Schlampe!“, presste Matteo zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. Seine Augen waren voller Hass. „Du würdest die ganze Familie bloßstellen, nur um dich zu rächen!“

Ich hielt mir die brennende Wange und drehte langsam den Kopf. Vor mir standen drei Generationen dieser Familie – und ich sah in ihre hässlichen Gesichter.

Dann stieß ich ein bitteres, verzweifeltes Lachen aus.

Ohne ein Wort zu sagen, wischte ich mir das Blut von der Lippe und ging weiter die Treppe hinunter.

Draußen im Vorgarten tranken und lachten die Gäste noch immer. Niemand hatte die Tragödie im Pool hinter dem Anwesen bemerkt.

Ich musste herausfinden, wer das tote Baby war.

Ich hatte bereits einen schrecklichen Verdacht. Doch ich konnte und wollte ihn einfach nicht glauben.

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