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Kapitel 5

last update 최신 업데이트: 2026-01-18 05:56:46

Daran

Ich lief auf und ab, als könnte ich so die unruhige Energie aus meinem Körper klopfen.

Jeder Schritt hallte im Flur wider, jeder Atemzug fühlte sich wie ein zu lauter Schlag in der Stille an.

Ich durfte nicht zeigen, dass ich innerlich zerbrach.

Und dann war er da.

Kian.

Nicht als Mensch, sondern als Stimme.

Nicht als Wort, sondern als Druck in meinem Kopf.

„Sie bleibt.“

Ich stoppte abrupt.

„Wir nehmen sie auf und sehen, was passiert. Finde die Hexe.“

Der Satz war nicht diskutierbar.

Er war wie ein Befehl, der nicht aus meinem Mund kam.

Ich drehte mich nicht um.

Ich musste stark wirken – für mein Rudel, für meine Pflicht, für mich selbst.

„Was denkst du, was ich tue?“ knurrte ich.

Kian antwortete nicht mit Worten.

Er antwortete mit einer Präsenz, die mich gleichzeitig nervös und wütend machte.

„Suche nach Sternenstaub.“

Ich hielt inne.

Sein Instinkt war selten falsch.

Und ich wusste, wen ich fragen konnte.

Omega Jules.

Mein kleiner Bruder. Drei Jahre jünger.

Ein Frauenheld, ja – aber auch der einzige in meinem Rudel, der Informationen bekam, ohne sie zu suchen.

Ich stürmte aus dem Raum.

Und da sah ich sie.

Sie stand kurz im Flur, nur einen Moment.

Wie ein Schatten, der sich nicht entscheiden konnte, ob er wirklich existiert.

Kian starrte sie an, als würde er sie nicht nur sehen, sondern festhalten wollen.

Es war ein Blick, der mich innerlich zerriss.

„Was soll das, Kian?“ fauchte ich, ohne ihn anzusehen.

„Du machst das alles nicht leichter!“

Ich spürte, wie Kian kurz verlegen wurde – und das war neu.

Das kannte ich nicht von ihm.

Ich stürmte weiter zu meinem Bruder.

„Jules“, sagte ich, „was weißt du über Sternenstaub?“

Er grinste, als hätte ich ihm gerade ein Geschenk gegeben.

„Ist sie… heiß?“

Kian hätte explodieren können.

Ich wurde wütend – nicht nur wegen Jules, sondern weil ich langsam verstand, was Kian wirklich fühlte.

Er wollte sie.

Und sie… sah es.

Das war das Merkwürdigste.

Seline tritt auf

Während ich noch darüber nachdachte, kam Seline in den Flur.

Sie sah aus wie immer: perfekt gestylt, makellos.

Aber in ihren Augen lag eine Schärfe, die man nur bekam, wenn man in der Vergangenheit verletzt wurde.

„Brüder, beruhigt euch! Was ist los?“

Kian schmollte wie ein trotziges Kind.

Ich konnte sehen, wie er sich zusammenzog, weil er wusste, dass ich ihn gerade ignorierte.

„Ich wollte Jules nur fragen, ob er etwas von Sternenstaub weiß“, sagte ich.

Seline zuckte kurz zusammen.

Sie schaute zur Tür, dann wieder zu mir.

„Nicht hier.“

Es passierte selten, dass sie so ernst wurde.

Ich nickte.

„In meinem Büro. Jules, wenn du etwas weißt, komm mit.“

Er schüttelte nur den Kopf.

Im Büro 

Wir setzten uns.

Ich machte den Wasserkocher an und stellte ihr einen Tee hin – nicht, weil ich nett sein wollte, sondern weil ich wusste, dass sie nervös war.

Sie trank, langsam.

Dann sagte sie es.

„Salem… er war bei Sternenstaub.“

Ich spürte, wie meine Kehle trocken wurde.

„Der Typ, den du gedatet hast? Das war doch nur kurz… oder?“

Sie nickte.

„Ja… aber er kam von dort. Sie haben Regeln. Sie halten alles geheim. Und sie kontrollieren… alles.“

Sie sah zu Boden.

Diese Information war wie ein Funken in einem trockenen Wald.

Sternenstaub war real.

Und jetzt stand jemand vor mir, der damit verbunden war – oder von ihnen erschaffen wurde.

Kian drängte in meinem Kopf, als wäre er kurz davor, auszubrechen.

„Wie kann sie von dort kommen? Sie riecht nach Mensch. Was haben sie mit ihr gemacht?“

Ich sah sie an.

Sie wirkte wie ein zerbrechliches Ding, das in einer Welt voller Raubtiere gelandet war.

„Was sagt er?“ fragte sie leise.

Ich antwortete ehrlich.

„Nur, dass viele Fragen offen sind.“

Und dann klopfte es.

Beta Liam steckte den Kopf durch die Tür, mit einem Gesichtsausdruck, als hätte er etwas gesehen, das ihn selbst erschrocken hatte.

„Wir haben sie.“

Seline sprang auf, als hätte man sie in kaltes Wasser gestoßen.

„Wen?!“

„Die Hexe.“

Seline wurde blass.

Sie verschwand sofort.

Seit ihrer Kindheit hatte sie gelernt, Hexen zu meiden.

Eine Hexe hatte sie damals betrogen – und sie hatte nie wieder eine in ihrer Nähe geduldet.

„Wo ist sie?“, fragte ich, sofort im Alarmmodus.

„Spricht sie?“

Beta Liam zögerte nicht.

„Wir haben sie in eine kleine Hütte am Waldrand gebracht“, sagte er.

„Dort, wo wir selten trainieren. Wo die Kinder manchmal spielen.“

Ich stand auf.

„Dann gehen wir.“

Und so gingen wir los.

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