LOGINEin einziges Wort wollte mir nicht aus dem Kopf gehen.Eklipse.Es verfolgte mich aus dem Verlies. Es begleitete mich den Korridor entlang. Es folgte mir bis zurück in meine Gemächer.Ich hatte dieses Wort schon einmal gehört.Vor vielen Jahren.Lange vor Aria.Lange bevor ich etwas über die Nullifier oder Blutlinien wusste, oder darüber, wie mein Fluch auf ihre Anwesenheit reagierte.Ich hatte es einmal in einer Prophezeiung gehört.Einer Prophezeiung, die ich nie vollständig verstanden hatte. Ich öffnete die Tür zu meinen Gemächern, sobald ich sie erreichte.Aria saß am Fenster. Sie drehte sich sofort um. „Da bist du ja.“Ich nickte.Ihr Blick suchte mein Gesicht. „Es ist etwas passiert.“Es war keine Frage.Ich ging an ihr vorbei zum Bücherregal.„Wonach suchst du?“„Nach etwas Bestimmtem.“Sie runzelte die Stirn. „Sehr hilfreich.“Ich ignorierte sie.Meine Finger strichen über den Buchrücken im Regal.Aufzeichnungen aus alten Zeiten.Verträge zwischen verschiedenen Königreichen.B
Aria wachte früh auf.Das tat sie immer.Trotz allem, was in der Nacht zuvor geschehen war, beobachtete ich sie dabei, wie sie unter den Decken erwachte, während das erste Morgenlicht durch die Fenster schien.Sie blieb für einen Moment regungslos liegen. Dann öffneten sich ihre Augen, und ihr Blick traf den meinen. „Du bist wach.“„Ich war wach.“Ihre Augen verengten sich leicht. „Hast du geschlafen?“„Genug.“Hatte ich nicht.Und sie wusste es.Ich konnte es in ihrem Blick lesen. Doch sie sagte nichts. Stattdessen stand sie auf und hüllte sich in die Decke.„Wohin gehst du?“„In den Kerker.“Sie sah verwirrt aus. „Die Männer?“Ich nickte. „Ich brauche Antworten.“Sie wirkte unruhig.Ich ergriff ihre Hand. „Ich werde dich beschützen“, sagte ich und gab ihr mein Wort.„Ich weiß.“Ich küsste ihre Stirn. „Warte hier, bis ich zurückkomme.“Sie nickte.Ich verließ den Raum. Doch das Bild ihres verängstigten Gesichts begleitete mich den gesamten Weg hinab in die Verliese.Das Erste, was mi
Ich hatte nicht geschlafen.Wie hätte ich auch? Jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, sah ich, wie Aria in die Dunkelheit gezerrt wurde. Ich sah die Hand des Mannes auf ihrer Taille.Ich hörte sie meinen Namen rufen.Das war der Teil, der sich immer wieder in mein Gedächtnis brannte.Nicht der Kampf.Nicht das Messer.Nicht einmal die Tatsache, dass sich drei Fremde ihr so nah hatten nähern können, ohne dass es jemand bemerkt hatte.Es war der Klang ihrer Stimme gewesen.Voller Angst.Die nach mir rief.Ich wollte diesen Klang nie wieder hören.Ich stand vor den Fenstern meiner Gemächer und blickte hinaus in die Dunkelheit jenseits des Schlosses.Hinter mir schlief Aria.Zumindest hoffte ich das.Ich hatte darauf bestanden, dass sie diese Nacht in meinem Zimmer verbrachte.Nicht, weil ich sie einsperren wollte.Sondern weil ich den Gedanken nicht ertragen konnte, sie noch einmal ungeschützt zu lassen.Die Tür öffnete sich leise.Mein Beta trat ein. „Mein König.“Ich drehte mich um. „
ÄngstlichEin tiefes Knurren erfüllte die Dunkelheit.Nicht menschlich.Nicht gewöhnlich.Mein Herz begann in meiner Brust zu hämmern. Der Mann, der mich festhielt, versteifte sich. Irgendwo hinter uns... erklangen Schritte.Langsam.Vorsichtig.Unerklärlich ruhig.Draven.Angesichts der plötzlichen Stille...Wussten sie es auch.Ich konnte mich nicht sofort umdrehen.Ich konnte es nicht. Ich war wie gelähmt, aber gleichzeitig unendlich erleichtert, dass er meine Stimme gehört und gespürt hatte, dass etwas nicht stimmte.Die Schritte stoppten.Dann hörte ich seine Stimme. „Hände weg von ihr“, donnerte er.Ein Windstoß begleitete sein Brüllen; die Bäume und Blätter erzitterten unter der Wucht seines Zorns.Dravens Stimme zitterte nicht. Sie musste nicht zittern. Es lag so viel rohe Kraft in ihr, dass die Luft förmlich schwer wurde.Endlich ließ der Mensch von mir ab, und ich stolperte nach vorne.Ich drehte mich um.Draven stand nur wenige Meter entfernt. Ich hatte Draven noch nie so g
Dravens SichtSobald Kael in den Räumen verschwunden war, blickte ich zu Aria. Sie sah ihm noch immer nach.Ich sagte nichts.Sie auch nicht.Ich trat auf sie zu und zog sie in meine Arme.Sie wehrte sich nicht. Ihr Körper entspannte sich an meinem, und ich hielt sie fest. Eine Weile blieben wir beide stumm.Ich war nicht wütend auf sie.Nicht im Geringsten.Im Gegenteil: Ich war eher wütend auf mich selbst, weil ich zugelassen hatte, dass Kael mich so leicht aus der Fassung bringen konnte.Aber ihn dort stehen zu sehen, wie er mit ihr sprach, hatte mir etwas vor Augen geführt.Ein Teil von Aria würde immer Valemont gehören.Nicht wegen Kael.Wegen Leo.Ihr Sohn war der Erbe eines anderen Königreichs.Ihres ehemaligen Königreichs.Und egal, wie sehr ich es leugnen wollte, diese Verbindung würde immer da sein. Sanft legte ich mein Kinn auf ihren Kopf. „Geht es dir gut?“Sie nickte an meine Brust. „Ja.“Ich glaubte ihr kein Wort. „Du musst mich nicht anlügen“, sagte ich.Sie trat ein St
Ich war gerade auf dem Weg zur Tür, als ich Schritte hinter mir hörte. Ich drehte mich um, als mir klar wurde, dass Aria sitzen geblieben war.Hatte sie es sich etwa anders überlegt?Ich drehte mich um und sah den Alpha-König auf uns zukommen.Mein ganzer Körper erstarrte.Er bewegte sich ohne Eile durch das Zimmer, und sein Blick traf sofort den von Aria. Doch in ihrem Gesicht lag noch etwas anderes, das meine Aufmerksamkeit erregte.Sie entspannte sich ein wenig.Etwas, das ich in ihren Augen sah – eine Reaktion auf die Aufmerksamkeit, die er ihr schenkte.Da war ein warmes Lächeln.Sie lächelte ihn so herzlich an, und ich konnte nicht verhindern, dass sich in meinem Magen ein seltsamer, schmerzhafter Knoten bildete.Der Alpha-König blieb neben ihr stehen. „Geht es dir gut?“, fragte er sie.Aria nickte. „Mir geht es gut.“Sein Blick wanderte über ihr Gesicht, und ich sah, dass er sich selbst davon überzeugen wollte.Ich musterte die beiden.Viel zu nah.Zwischen ihnen gab es eine Ve







