تسجيل الدخولIch erwachte, als die Sonne durch die Ritzen des Vorhangs fiel und goldene Linien auf die Bettdecke zeichnete. Aggy war bereits wach, lag auf dem Bauch neben mir, ihre grauen Augen fest auf mich gerichtet, mit einer so intensiven und reinen Neugier, dass ich lächelte, noch bevor ich ein Wort herausbrachte.— Guten Morgen. — Meine Stimme klang rau, vom Schlaf belegt, doch getragen von einer Zärtlichkeit, die ich nicht länger zu verbergen versuchte.— Guten Morgen. — antwortete sie, ohne den Blick abzuwenden, die Miene ernst und prüfend. — Du hast im Bett von Mama geschlafen.— Ja. — bestätigte ich, stützte den Kopf auf das Kissen, um auf Augenhöhe mit ihr zu sein.— Warum?Die Frage kam direkt, ohne Umschweife, auf die Art, wie nur Kinder es können. Sie neigte den Kopf zur Seite, die Haare fielen mit der Bewegung, und ich spürte, wie sich meine Brust zusammenzog vor dieser Mischung aus Unschuld und Scharfsinn.— Weil ich bei euch sein wollte. — antwortete ich und wählte die einfachste
Das Bett war klein für drei Personen.Unsere Tochter schlief zwischen uns, ihr winziger Körper nahm mehr Raum ein, als möglich schien. Ihre schwarzen Haare lagen ausgebreitet auf dem weißen Kissen, ihr Atem ging sanft und rhythmisch, die Lippen leicht geöffnet in einem stummen Gähnen.Lara – Clara jetzt – lag auf der anderen Seite, ihre dunklen Augen fixierten mich durch das Dämmerlicht.— Du solltest gehen. — flüsterte sie.— Ich gehe nicht.— Dorian…— Nein. — Meine Hand fand ihre auf der Decke, unsere Finger verschränkten sich. — Ich habe schon zu viel Zeit verloren.Sie seufzte, zog die Hand aber nicht zurück.— Du kannst nicht einfach nach drei Jahren hier auftauchen und entscheiden, dass du bleibst.— Warum nicht?— Weil die Dinge so nicht funktionieren.— Warum nicht? — beharrte ich.Sie lachte, ein leiser, müder Laut.— Du bist unmöglich.— Ich weiß. — Ich drückte ihre Hand. — Aber ich meine es ernst. Seit ich im Krankenhaus aufgewacht bin, habe ich versucht, mich zu erinnern.
Die Wohnung roch nach Vanillekerzen und Kinderschlaf. Ich hatte Aggy gerade ins Bett gebracht. Ihr winziger Körper war bereits in die Einhorn-Decke gewickelt, die schwarzen Haare lagen wie ein dunkler Seidenfächer auf dem Kissen.— Gute Nacht, mein Schatz, — flüsterte ich und küsste ihre Stirn.Sie schlief schon tief.Die Türklingel ertönte, als ich gerade unter die Dusche gehen wollte. Die Uhr zeigte fast Mitternacht. Ich stutzte – ich erwartete keinen Besuch. Ich hatte niemanden, der mich besuchen würde.Ich sah durch den Spion – und der Boden unter meinen Füßen verschwand.Dorian.Er stand dort, auf der anderen Seite der Tür. Sein Hemd war schlecht zugeknöpft, die Haare zerzaust, die grünen Augen brannten wie Phosphor im Halbdunkel des Flurs.Nein. Das darf nicht sein. Nicht jetzt. Nicht so.Er klopfte. Kein höfliches Klopfen, sondern ein schweres, drängendes Pochen, das durch den alten Hausflur hallte.— Clara. — Seine Stimme, selbst gedämpft durch das Holz, ließ meinen Körper erz
Das Abendessen verlief schweigend.Ich versuchte es. Gott wusste, dass ich es versuchte. Ich sprach über die Speisekarte, über die Einrichtung, über die Pläne für den nächsten Tag. Dorian antwortete mit einsilbigen Worten, den Blick starr auf seinen Teller gerichtet, der Geist offensichtlich ganz woanders.Bei einer anderen.Der Gedanke fraß sich wie Säure durch meine Eingeweide.— Der Lachs ist ausgezeichnet, — bemerkte ich und versuchte, ein Gespräch in Gang zu bringen.— Ja.— Morgen könnten wir den Leuchtturm besuchen, den die Kellnerin empfohlen hat.Er hob den Blick zu mir, und da war etwas in seinen Augen – ein Schimmer, ein Funke –, das mich sofort bereuen ließ, sie erwähnt zu haben.— Vielleicht, — sagte er und aß weiter.Wir beendeten die Mahlzeit schweigend. Wir gingen schweigend aufs Zimmer. Wir putzten uns schweigend die Zähne.Im Zimmer war die Spannung ein drittes Wesen zwischen uns – unsichtbar, aber erstickend.Dorian setzte sich auf die Bettkante, den Kopf gesenkt, d
Am Nachmittag mieteten wir ein kleines Segelboot. Der Wind war günstig, das Meer ruhig, der Himmel strahlend blau. Sarah hatte Champagner, Obst, einen Picknickkorb und eine Kamera dabei.Wir segelten stundenlang entlang der Küste, beobachteten Möwen und Robben. Sarah setzte sich in den Bug, die Haare im Wind, und bat mich, Fotos von ihr zu machen.Ich fotografierte. Lächelte. Stimmte zu. Doch mein Geist war ganz woanders.Bei dem Traum. Bei der Frau mit den schwarzen Haaren. Bei der Art, wie ihr Gesicht perfekt in meine Hand passte.Wer bist du?Als die Sonne langsam am Horizont versank, schmiegte sich Sarah an mich, ihr Körper eng an meinen gepresst, und seufzte.— Es ist so wunderschön, — sagte sie.— Ja, — antwortete ich, doch ich sah nicht zum Himmel.Ich blickte zur Küste, zu den Lichtern der Stadt, die langsam angingen, zu der Möglichkeit, dass irgendwo dort die Frau aus meinem Traum ihr Leben lebte.Träumt sie auch von mir?Als wir zum Hafen zurückkehrten, gaben wir das Boot ab
Der Traum kam wie eine Flut, die ich nicht aufhalten konnte.Schwarze Haare. Lang, offen, fielen wie ein Schleier aus Schatten über bleiche Schultern. Dunkle Augen, die das Licht um sich herum aufsaugten und in eigenes Leuchten verwandelten.Und Jasmin. Der Duft lag schwer in der Luft des Traums, so real, dass ich ihn beinahe berühren konnte.Sie stand vor mir, die Arme vor der Brust verschränkt, die Hände umklammerten ihre eigenen Schultern, als wäre ihr kalt. Sie sah mich nicht direkt an – ihr Blick wanderte durch die Umgebung, ein verschwommener Fleck aus Farben und Formen, die ich nicht erkennen konnte.Nur sie war scharf.— Du solltest nicht hier sein, — sagte sie. Ihre Stimme war ein Flüstern, das seltsam widerhallte.— Warum nicht? — fragte ich und machte einen Schritt auf sie zu.Sie wich zurück. Ein kleiner, fast unmerklicher Schritt, doch ich sah ihn.— Weil nicht.Die Antwort war vage, ausweichend. Sie biss sich auf die Unterlippe – eine nervöse Geste, die mir seltsam vertr







