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Author: Peculiar pen
last update publish date: 2026-09-26 16:38:02

FREYA

Seine Finger lagen noch immer auf meinem Arm, als die Frage erneut seinen Mund verließ – diesmal rauer und dunkler.

„Du weinst?“

Die Art, wie er es knurrte, als würde ihn der Anblick meiner Tränen persönlich kränken, jagte mir einen heftigen Schauer über den Rücken.

Ich versuchte, mich loszureißen. „Bitte. Gehen Sie einfach.“

Er tat es nicht.

Sein Griff festigte sich – nicht grausam, sondern absolut. Wie Eisen, das in Samt gehüllt war. Sein Daumen drückte auf den rasenden Puls an meinem Handgelenk und blieb dort, während er mich las und den Schlag meines Herzens für sich beanspruchte … Ich hasste es, wie er mich anstarrte.

„Sieh mich an“, sagte er.

Nur drei Worte. Ein Befehl, den ich zwischen meinen Beinen spürte, noch bevor mein Gehirn ihn verarbeiten konnte.

Ich zwang meinen Blick zu seinem.

Aber das war mein Fehler.

Aus der Nähe war er noch schlimmer. Sturmgraue Augen, geweitet und dunkel von etwas Raubtierhaftem. Die Art von Gesicht, die Frauen verstandlos machte und Gräber flach werden ließ. Eine dünne Narbe zog sich durch seine linke Augenbraue, und die Stoppeln an seinem Kiefer sahen scharf genug aus, um Haut zu schneiden.

Er trat einen Schritt vor. Ich trat einen Schritt zurück. Meine Wirbelsäule traf den Türrahmen.

„Sag mir, wer dich zum Weinen gebracht hat, Prinzessin.“

„Prinzessin.“ Die Art, wie er es aussprach – leise, bedacht, jede Silbe kostend –, ließ meine Knie drohen, nachzugeben.

„Ich kenne Sie nicht einmal“, flüsterte ich.

„Wirst du noch.“

Seine freie Hand hob sich, langsam genug, dass ich mich hätte wegbewegen können. Aber ich tat es nicht; seine Knöchel streiften die Tränenspur auf meiner Wange, und die Berührung entflammte mich wie ein Streichholz, das über Stein gezogen wird.

„Ich laufe Frauen nicht hinterher“, sagte er, seine Stimme wie Kies und Rauch. „Ich bettele nicht und ich flirte nicht. Ich fühle eigentlich gar nichts mehr.“

Sein Daumen strich unter meinem Auge entlang.

„Aber du hast diese Tür geöffnet und sahst aus, als hätte dir jemand die Seele aus der Brust gerissen … und alles Tote in mir ist knurrend aufgewacht.“

Mein Atem stockte so heftig, dass es wehtat.

Er beugte sich vor, seine Lippen streiften meine Ohrmuschel. Kein Kuss. Ein Brandzeichen.

„Ich weiß nicht, wer zur Hölle Mark ist“, knurrte er, „aber seine Zeit ist gerade abgelaufen.“

Ein hilfloser Laut entwich mir – halb Schluchzen, halb Stöhnen. Ich hasste mich selbst dafür.

Steve hörte es. Seine Augen flammten auf. Die Hand an meinem Handgelenk glitt langsam und bewusst meinen Arm hinauf, bis seine Handfläche meine Halsseite umschloss. Kein Druck. Nur Besitzanspruch. Sein Daumen ruhte über dem hektischen Flattern meines Pulses, als würde er die Wege zählen, wie er mich ruinieren konnte.

„Ich werde das in Ordnung bringen“, sagte er an meiner Schläfe. „Jede Träne, die er in dein Gesicht treibt, treibe ich in seines – und den Rest auf dich. In meinem Bett. Auf deinen Knien. Bis der einzige Name, den du noch schreien kannst, meiner ist.“

Die Worte vibrierten bis in meine Knochen.

Ich war verdammt noch mal feucht.

Beschämenderweise, augenblicklich, durchnässt.

Er spürte das Zittern, das durch mich ging – denn natürlich tat er das –, und sein Mundwinkel verog sich dunkel zu einem triumphierenden Lächeln.

Ich versuchte mich zu retten, indem ich etwas sagte, das ihn dazu bringen sollte, mich loszulassen.

„Ich—“, meine Stimme brach wie dünnes Eis. „Ich bin verheiratet.“ Aber die Worte waren nur herausgekratzt, klein und verzweifelt. „Ich habe eine Tochter.“

Er neigte den Kopf, während sein Daumen noch immer diese Stelle an meinem Hals streichelte.

„Hast ein Kind bekommen?“ Sein Blick glitt diesmal zu meinem Bauch hinab, aber er war immer noch dunkel vor Verlangen. „Dann hat dein Körper etwas Heiliges getan. Jeder, der vor dir auf die Knie gehen darf, müsste ihn wie ein verdammter Idiot anbeten.“

Er beugte sich näher heran. „Ein Glück für dich, dass ich sehr gut im Knien bin.“

„Aber nicht heute“, sagte er und zog sich gerade so weit zurück, dass kalte Luft zwischen uns strömte. „Heute atmest du. Heute entscheidest du, ob du mutig genug bist, dein altes Leben niederzubrennen.“

Seine Hand verließ meinen Hals. Ich schwankte, als hätte er das Einzige durchtrennt, das mich aufrecht hielt.

Er griff in seine Gesäßtasche, holte eine mattschwarze Karte heraus und drückte sie in meine Handfläche. Seine Finger schlossen die meinen darum – langsam, bewusst.

„Morgen. Acht Uhr. State-of-the-Art Gym. Wenn du durch meine Tür gehst, Prinzessin, gehörst du mir. Und dann wird es noch mehr Tränen geben – aber welche der Lust.“

Sein Blick wanderte an meinem Körper hinab, besitzergreifend und ohne Eile, als würde er mich bereits entkleiden.

Er trat zurück.

Einen Schritt. Zwei.

Das Fehlen seiner Wärme fühlte sich an wie Ertrinken.

An der Schwelle hielt er inne, sah über die Schulter zurück, und der Blick, den er mir gab, war rein raubtierhaft.

„Schließ deine Tür ab, Baby“, sagte er, seine Stimme wie Samt und Gift.

Das Dröhnen seines Motorrads zerriss eine Sekunde später die Stille.

Ich glitt an der geschlossenen Tür hinunter, bis mein Hintern den Marmorboden berührte, die Beine zitternd, die Oberschenkel feucht, während ich die schwarze Karte fest umklammert hielt.

Morgen. Acht Uhr.

Ich war bereits ruiniert.

Gott steh mir bei …

Ich weiß nicht, wie lange ich auf dem Boden liegen blieb.

Minuten. Vielleicht eine Stunde.

Der Boden war kalt an meinen Oberschenkeln, aber der Rest von mir brannte. Meine Unterwäsche war ruiniert. Tatsächlich ruiniert. Ich konnte den Beweis dafür spüren, was dieser Fremde mir angetan hatte – mit nichts als Worten und einem Daumen an meinem Hals.

Ich hasste ihn. Nein. Ich wollte ihn.

Beides gleichzeitig, so heftig, dass mir die Zähne wehtaten.

Schließlich schleppte ich mich auf wackeligen Beinen nach oben, die schwarze Karte brannte sich noch immer in meine Handfläche. Ich legte sie auf das Waschbecken im Badezimmer und zog mich aus, um zu duschen. Das heiße Wasser traf auf meine Haut, und ich schloss die Augen, um zu versuchen, ihn abzuwaschen.

Aber ratet mal – es funktionierte nicht.

Jedes Mal, wenn ich blinzelte, sah ich sturmgraue Augen und diese Narbe an seiner Braue. Ich hörte dieses Knurren wieder:

„Wenn ich einmal anfange, höre ich nicht mehr auf. Und ich hungere bereits.“

Meine Knie knickten fast ein.

Ich schlug so fest gegen die geflieste Wand, dass meine Handfläche brannte.

„Reiß dich zusammen, Freya. Du bist verheiratet. Du hast ein Kind. Du fällst auseinander, und irgendein tätowierter Muckibuden-Typ hat dich gerade in deiner eigenen Türöffnung im Kopf gefickt.“

Ich stieg heraus, wickelte mich in ein Handtuch und versuchte, mich wie ein funktionierender Mensch zu verhalten.

Ich hatte drei Online-Meetings mit meinen Filialleiterinnen angesetzt – neue Bestände, Lieferanten-Drama und Weihnachtsdekoration. Ich warf einen Oversized-Pullover und Leggings über, bindete mein nasses Haar zu einem unordentlichen Dutt und öffnete meinen Laptop auf der Couch.

Gladys’ Gesicht tauchte als Erstes auf. Das Meeting begann, und sie sprach über Zahlen, Margen und einige Lieferungen, die beschädigt angekommen waren. Ich nickte an den richtigen Stellen, aber die ganze Zeit wanderten meine Augen zu der schwarzen Karte, die ich wie eine Verrückte nach unten getragen hatte.

State-of-the-Art Gym

Steve Hayes – Inhaber

Adresse. Eine Telefonnummer und ein winziges silbernes Logo, das wie eine zerbrochene Krone aussah.

Gladys fragte mich irgendetwas zweimal. Ich blinzelte. „Entschuldige, kannst du das wiederholen?“

Sie sah mich besorgt an. „Ma'am, ist alles in Ordnung? Sie sehen … erhizt aus.“

„Mir geht es gut“, lügte ich und fächerte mir Luft zu, obwohl die Klimaanlage auf Hochtouren lief.

Zweites Meeting. Drittes Meeting. Das Gleiche. Ich war nur körperlich anwesend. Mein Gehirn spielte immer wieder ab, wie sein Daumen auf meinen Puls gedrückt hatte, als würde er ihm bereits gehören.

Um 14:17 Uhr summte mein Handy auf der Küchenzeile.

Schatz: (Nun, das ist Mark.)

Hey. Ich hole Luna heute von der Schule ab. Ich gehe mit ihr ein Eis essen und auf den Spielplatz, damit du dich ausruhen kannst. Ich liebe dich.

Ich starrte auf die Nachricht, bis die Worte verschwammen.

Ich liebe dich.

Die drei Worte, die er mir gesagt hatte, während er hinter meinem Rücken seine Uni-Freundin fickte. Und jetzt benutzte er sie wie einen Freifahrtschein, um meine Tochter mitzunehmen und mit seiner Mätresse glückliche Familie zu spielen.

Ich lachte. Es klang hässlich und gebrochen.

Ich tippte zurück, bevor ich mich stoppen konnte.

Ich:

Lustig. Spielst du mal wieder den Vater des Jahres?

Die drei Punkte tauchten auf. Verschwanden. Tauchten wieder auf.

Mark: Freya, fängst schon wieder an. Ich tue etwas Nettes.

Ich hätte das Handy fast durch den Raum geschleudert.

Nettes.

Eine weitere Nachricht.

Mark: Lila kommt auch mit. Luna hat nach ihr gefragt. Mach es nicht komisch.

Mir wurde schwarz vor Augen.

Ich antwortete nicht. Ich konnte nicht. Meine Hände zitterten zu stark.

Mein Kopf schoss zurück zu letzter Nacht um Mitternacht. Marks iPad-Hintergrundbild. Er, Luna und Lila, wie sie unter der Sonne lachten, Lilas Hand auf der Schulter meiner Tochter, Marks Arm um Lilas Taille – und wie amüsant es war, dass sie schon wieder so einen Moment teilten.

Allein der Gedanke daran ließ etwas Raubtierhaftes in meiner Brust zerreißen.

Ich wischte die Nachricht weg und öffnete einen neuen Chat. Mein Daumen schwebte … dann tippte ich die Nummer von der schwarzen Karte ein, bevor ich es mir anders überlegen konnte.

Ich (14:29 Uhr):

Was passiert, wenn ich heute Abend komme?

Ich drückte sofort auf Senden und wollte mich am liebsten übergeben.

Die Antwort kam in weniger als zehn Sekunden.

Unbekannt: (Steve)

Du weißt bereits, was passiert, Prinzessin.

Die Tür schließt um 20:15 Uhr.

Komm nicht zu spät.

Oder tu es doch.

Mein Atem entwich mir in einem einzigen, zittrigen Stoß.

Ich starrte auf den Bildschirm, bis er dunkel wurde.

Dann stand ich auf, öffnete meinen Kleiderschrank, schob die Kleiderbügel wie eine Wahnsinnige beiseite und zog das engste schwarze Kleid heraus, das ich besaß – dasjenige, das ich vor zwei Jahren gekauft hatte in der Hoffnung, Mark würde mich bemerken.

Er hatte es nie getan.

Heute Abend würde es jemand anderes tun.

Ich war fertig damit, die nachsichtige Ehefrau zu sein.

Ich war fertig damit, weich, entschuldigend und leise zu sein.

Heute Abend um 20:00 Uhr würde ich ein State-of-the-Art Gym betreten.

Und ich würde zulassen, dass Steve Hayes mich auf all die Arten ruinierte, die mein Ehemann sich nie die Mühe gemacht hatte auszuprobieren.

Mark wollte, dass ich mich repariere?

Schön.

Ich würde zurückkommen – auf eine völlig neue Art in Tausend Teile zerschmettert.

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