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作者: Peculiar pen
last update 公開日: 2026-10-02 16:12:47

STEVES

Die Nachricht kommt um 14:29 Uhr an.

„Was passiert, wenn ich heute Abend vorbeikomme?“

Ich starre auf das Display, bis der Bildschirm dunkel wird. Ich tippe wieder drauf. Immer noch da.

Zehn Sekunden, nachdem ich gesendet habe: „Tür schließt um 20:15 Uhr. Sei nicht zu spät.“ Mein Daumen schwebt immer noch über dem Display, als ob sie sofort antworten würde.

Ich lehne mich in meinem Bürostuhl zurück. Das Leder knarrt unter meinem Gewicht. Im Fitnessstudio ist es um diese Zeit ruhig – nur das leise Summen der Klimaanlage und ab und zu das Scheppern von jemandem, der unten Gewichte aufbaut. Aber mein Puls ist trotzdem lauter als beides.

Sie hat sie um 14:29 Uhr geschickt.

Mitten am verdammten Nachmittag.

Das bedeutet, sie sitzt schon den ganzen Tag mit meiner Karte da.

Dreht sie wahrscheinlich in der Hand herum und fragt sich, ob ich verrückt bin oder nur ein Verkäufer.

Scheiße.

Ich rutsche auf dem Stuhl umher. Mein Kopf springt sofort wieder zu ihrem Gesicht zurück.

Ich gehe heute Morgen zu diesem Haus hoch und drücke der Frau an der Tür den Flyer in die Hand – Rebecca, das Kindermädchen oder die Haushälterin, was auch immer sie ist.

Aber in dem Moment, in dem sie ihn nimmt, wirft sie einen Blick zum Haus und murmelt leise, aber deutlich genug vor sich hin:

„Passender Zeitpunkt. Genau jetzt, wo der Chef sich über den Körper seiner Frau beschwert hat.“

Die Worte treffen mich wie ein Schlag.

Ich bin für eine halbe Sekunde erstarrt – beschwert.

Dann tritt Freya draußen in den Flur.

Augen rot. Eine getrocknete Träne auf dieser weichen Wange.

Und der Rest von ihr – Kurven, Weichheit, die Art, wie sie dasteht, als würde sie versuchen, so wenig Platz wie möglich einzunehmen.

Und auf einmal macht es Klick.

Rebeccas Murmeln + Freyas Gesicht = Er hat diese Frau angesehen und ihr gesagt, dass ihr Körper falsch ist.

Meine Finger graben sich in die Armlehnen. Das Leder stöhnt.

In dem Moment, als ich diese Tränen sehe, reißt etwas in mir auf. Ich wette, sie weint wegen dem Scheiß, den dieser Mistkerl ihr vielleicht gesagt hat. Warum zum Teufel weint sie überhaupt? Ich will verdammt nochmal, dass sie sieht, was ihr Anblick beim ersten Mal mit mir macht – wie mir auf der Stelle das Herz stehen geblieben ist, als sie aufgetaucht ist.

Ich habe schon schöne Frauen gesehen. Nicht eine Einzige hat dafür gesorgt, dass mir die Kehle zuschnürt und meine Worte rau herauskommen, als hätte ich vergessen, wie man normal spricht.

Aber sie?

In der Sekunde, als ich sie da stehen sah – zerbrochen, versuchend, es zu verstecken – habe ich die Kontrolle über mein verdammtes Maul verloren.

„Du weinst?“, kam wie ein Knurren heraus. Als ginge mich ihr Schmerz auf einmal irgendwas an.

Weil sie wunderschön ist. Nicht fake, nicht im Fitnessstudio zurechtgeschnitten. Echt. Weich. Die Art von Schönheit, die einen Mann dazu bringt, alles stehen und liegen zu lassen, nur um… hinzusehen. Zu beschützen. Zu behalten.

Und Mark?

Dieser Wichser sieht dieselbe Frau an und beschließt, dass man sie reparieren muss.

Beschließt, dass sie ein Problem ist.

Ich lasse meine Knöchel knacken. Langsam.

Das steht ihm nicht zu.

Er hat kein Recht, sie wegen genau den Dingen zum Weinen zu bringen, die mein Herz zum Stillstand gebracht haben, als sie heraustrat.

Wofür auch immer er blind ist – ich sehe es.

Ich sehe alles.

Ihre Silhouette. Ihre Kurven. Jeden einzelnen Zentimeter, den er nicht sieht oder gehasst hat.

Ich will es genau dort für mich beanspruchen.

Ihr zeigen, dass endlich jemand sieht, was direkt vor ihm steht – und dafür sorgen, dass die einzigen Tränen, die sie von nun an vergießt, die Art sind, die man im Bett vergießt, wenn man sich komplett verliert.

Sie hat versucht, mich wegzustoßen.

Ihre kleine Stimme. Zittrig.

„Ich bin verheiratet.“

„Ich habe eine Tochter.“

Es war völlig egal.

Es hat die Anziehungskraft nur noch stärker gemacht. Hat dafür gesorgt, dass ich mich vor sie stellen und jeden abblocken will, der ihr jemals das Gefühl gegeben hat, weniger wert zu sein.

Das Handy bleibt dunkel.

Ich streiche mit der Hand über meinen Kiefer. Stoppeln kratzen.

Komm schon, Prinzessin.

In dem Moment, als ich dich gesehen habe, konnte ich nicht mehr klar denken.

Und ich bekomme diese Kontrolle nicht zurück, bis du mich beweisen lässt, was ich gesehen habe.

Die Bürotür fliegt so hart auf, dass der Rahmen scheppert.

Meine kleine Schwester stürmt herein – Diana, mit ihrem üblichen Chaos, das Handy schon wie eine Fahne schwenkend, das Grinsen breit und strahlend.

„Bro! Rate mal—“

Sie bleibt abrupt stehen. Ihre Augen mustern mich: Handy fest umklammert, Kiefer angespannt, die Art, wie ich dagesessen habe, als wäre ich sprungbereit.

Sie legt den Kopf schief. „Okay, du siehst aus, als wärst du kurz davor, dich entweder mit jemandem zu prügeln oder jemanden zu flachzulegen. Was von beidem ist es heute?“

Ich sehe nicht auf. „Beschäftigt.“

„Beschäftigt damit, dein leeres Handy anzustarren, als würde es—? Komm schon, Steve. Na ja, wie gesagt, rate mal! Das Rätselraten hat ein Ende: Flora kommt nächste Woche zurück. Und sie schmeißt eine große Hausparty. Sie hat nach dir gefragt. So richtig gefragt-gefragt.“

Ich schnaube einmal. Kurz. Scharf.

„Und?“

„Und du solltest kommen! Du bist wie ein verdammter Geist, seit du diesen Laden eröffnet hast. Keine Dates, keine Mädels, nichts. Deine Bauchmuskeln setzen schon Staub an, Mann.“

Ich hebe endlich die Augen. Treffe ihren Blick. „Sag Flora, dass ich versorgt bin.“

Dianas Stöhnen fällt dramatisch aus, wie immer. Sie lässt sich trotzdem in den Stuhl gegenüber vom Schreibtisch fallen. Die Beine kicken hoch auf die Kante, als würde ihr der Laden gehören.

„Womit versorgt? Damit, ein Mönch zu sein? Du brauchst eine Frau, Steve. Eine echte. Nicht nur die, die für kostenlose Einheiten reinkommen und mit den Wimpern klimpern.“

Ich stehe auf. Der Stuhl scharrt laut nach hinten.

„Hab schon eine gefunden.“

Ihr Mund bleibt offen stehen. Die Augen werden riesig.

„Warte. Im Ernst? Wer? Wann? Details, sofort!“

Ich gehe an ihr vorbei. Meine Schulter streift absichtlich den Türrahmen.

„Schließ ab, wenn du die Letzte bist.“

Sie schreit mir den Flur hinterher. „Du erzählst es mir nicht?! Steve! Komm schon!“

Ich antworte nicht.

Ich gehe direkt ins Erdgeschoss. Das Licht ist gedimmt.

Ich ziehe eine Trainingsbank in die Mitte – genau unter die Strahler an der Decke – und lege mich flach auf den Rücken. Es dauert nur Sekunden, bis ich die Augen schließe.

Ihr Gesicht erscheint vor mir und meine Brust zieht sich wie eine Faust zusammen. Hitze schießt durch meine Arme und meinen Nacken. Die Finger spannen sich auf der Bank an und greifen ins Leere.

Scheiße.

Ich murmle leise, rau und kaum hörbar im leeren Fitnessstudio:

„Du machst mich fertig, Prinzessin… und du weißt es noch nicht einmal.“

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