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KAPITEL 3 – DIE GELIEBTE

Author: Joy Heart
last update publish date: 2026-09-12 19:09:17

Savannah wachte früh auf. Ihr Körper war müde, aber ihr Kopf wollte nicht zur Ruhe kommen.

Das Flugticket lag noch immer unter ihrem Kissen versteckt. Sie konnte es nicht wegwerfen. Und sie konnte es nicht ansehen, ohne zu weinen.

Sie berührte wieder ihren Bauch. Ihr Baby. Ihr einziger Grund, jetzt noch zu atmen.

Nathaniel hatte das Haus bereits verlassen, wie immer. Keine Worte, kein Blick, keine Fürsorge.

Die Stille im Anwesen war lauter als jeder Schrei.

Savannah zwang sich, sich anzuziehen. Sie brauchte frische Luft. Sie musste etwas anderes sehen als die Wände, die sie ständig an seinen Hass erinnerten.

Also ging sie hinaus und fuhr in die Stadt. Sie wusste selbst nicht, warum sie in die Nähe seines Firmengebäudes ging. Vielleicht war ihr Herz noch immer töricht. Vielleicht hoffte sie noch immer, dass er sie einmal ansehen würde, nicht mit Hass, sondern mit etwas Menschlichkeit.

Als sie den hohen Glasturm erreichte, der seinen Namen trug, erstarrte sie.

Durch die durchsichtigen Türen sah sie ihn.

Nathaniel.

Aber er war nicht allein.

Eine Frau mit langen Beinen und roten Lippen stand neben ihm und hielt sich an seinem Arm fest, als würde sie dorthin gehören.

Cassandra.

Seine Geliebte.

Sie trug ein enges rotes Kleid, das alle Blicke auf sich zog. Ihr Lächeln war scharf und selbstbewusst.

Savannahs Brust zog sich zusammen. Sie wollte sich umdrehen und davonlaufen, aber ihre Füße bewegten sich nicht. Ihr Herz zerbrach, als sie beobachtete, wie Cassandra sich zu ihm beugte und ihm etwas ins Ohr flüsterte. Ihre Augen glänzten vor Triumph.

Menschen gingen vorbei. Einige sahen Savannah an, andere Nathaniel und Cassandra. Der Klatsch lag bereits in der Luft.

„Ist das nicht seine Ehefrau?“, flüsterte jemand.

„Sie sieht so schwach aus.“

„Kein Wunder, dass er eine andere gewählt hat.“

Savannahs Wangen brannten. Ihre Augen brannten vor Tränen. Aber sie stand einfach da, wie erstarrt, und starrte den Mann an, der einst mit ihr vor dem Altar gestanden hatte und nun so selbstverständlich mit einer anderen Frau in der Öffentlichkeit stand.

Dann hörte sie Cassandras Stimme, laut genug, um durch die Glastüren zu dringen, als diese aufglitten.

„Nathaniel, warum lässt du sie immer noch in deinem Haus bleiben?“, sagte Cassandra. Ihre Stimme war süß, aber voller Gift. „Sie ist nichts. Wenn sie sich weigert zu gehen, dann wirf sie hinaus. Wirf sie mit ihren Sachen hinaus. Ich werde einziehen und mich um dich kümmern, so wie es eine echte Frau tun sollte.“

Savannah stockte der Atem. Ihre Brust fühlte sich an, als würde sie aufgerissen.

Nathaniels Gesicht blieb wie immer kalt. Seine tiefe Stimme antwortete flach und scharf: „Keine Sorge. Sie wird nicht mehr lange bleiben.“

Savannah taumelte zurück, ihre Augen weit geöffnet. Die Worte trafen sie härter als jeder Schlag.

Er hatte vor, sie hinauszuwerfen.

Er hatte Cassandra bereits gewählt.

Er war bereit, sie vollständig aus seinem Leben zu löschen.

Sie legte wieder eine Hand auf ihren Bauch, während ihre Augen von Tränen überflutet wurden.

Ihr Baby.

Ihr gemeinsames Baby.

Meinte er wirklich, sie beide wegzuwerfen, als wären sie nichts?

Cassandra lachte leise und hielt seinen Arm noch fester. „Gut. Du verdienst etwas Besseres als diese kleine schwache Maus. Ich werde dir alles geben, was sie dir nicht geben konnte.“

Savannah konnte nicht länger zuhören. Ihre Beine bewegten sich endlich und trugen sie von dem Gebäude weg. Die Straßenlichter verschwammen vor ihren Augen, während sie weiterging. Ihr Körper zitterte.

Sie fand sich in einem kleinen Park in der Nähe wieder. Sie setzte sich auf eine Bank. Ihr Körper zitterte und ihre Gedanken überschlugen sich.

Sie flüsterte vor sich hin: „Er will wirklich, dass ich verschwinde … Er hat mich wirklich nie geliebt.“

Ihre Hand drückte sich fester auf ihren Bauch, als könnte sie das Kind vor der grausamen Welt schützen, die draußen auf sie wartete.

„Aber ich werde nicht zulassen, dass er dich mir wegnimmt. Ich werde nicht zulassen, dass sie gewinnen.“

Zum ersten Mal brannte in ihrem Herzen nicht nur Schmerz, sondern auch ein kleiner Funke.

Wenn Nathaniel und Cassandra wollten, dass sie verschwand, wenn sie dachten, sie sei schwach, würde sie ihnen zeigen, dass sie es nicht war.

Doch die Angst blieb an ihr haften.

Wo sollte sie hingehen?

Wie sollte sie allein ein Kind großziehen?

Ihr Telefon vibrierte.

Es war eine Nachricht von Nathaniel.

Sei heute Abend bereit. Wir müssen reden.

Ihre Brust zog sich zusammen.

Was meinte er damit?

Wollte er sie jetzt dazu zwingen, zu gehen?

Ihre Tränen kamen zurück. Sie fühlte sich gefangen, wie ein Vogel in einem Käfig, der kurz davor war, in einen Sturm hinausgeworfen zu werden.

An diesem Abend saß sie im Wohnzimmer und wartete. Das Anwesen war dunkel. Nur das Geräusch des Regens gegen die Fenster war zu hören.

Als sich die Eingangstür öffnete, trat Nathaniel herein. Groß, kalt und unerreichbar.

Er sah sie einmal an. Sein Gesichtsausdruck war nicht zu deuten.

„Savannah“, sagte er langsam, „so können wir nicht weitermachen.“

Ihre Lippen zitterten. „Du willst, dass ich gehe.“

Seine Augen waren scharf. „Du kennst die Antwort bereits.“

Ihr Herz raste. Sie stand auf. Ihr Körper zitterte, aber ihre Augen waren voller Tränen und Kampfgeist.

„Und was ist mit dem Kind in meinem Bauch? Willst du uns beide hinauswerfen?“

Die Stille, die darauf folgte, war schwer und gefährlich.

Nathaniels Augen wurden dunkler. Er trat näher, seine Stimme war leise und kalt.

„Leg dich nicht mit mir an, Savannah. Du weißt, dass ich dich nie gewollt habe. Zwing mich nicht dazu, dir zu zeigen, wie weit ich gehen kann.“

Ihr Atem stockte. Ihre Tränen fielen.

Doch tief in ihrem Inneren flüsterte eine Stimme:

Kämpfe. Für dich selbst. Für dein Baby.

Und während seine kalten Augen in ihre blickten, wusste Savannah, dass dies der Moment war.

Die Entscheidung war nah.

Der Schmerz war nah.

Und der Kampf um ihr Kind hatte gerade erst begonnen.

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