MasukPOV: Lily Das Piepen der Geräte und der Kampf, der sich direkt vor der Tür abspielt, hallen durch den Raum, und mein Körper spannt sich an. Xavier liegt zu meinen Füßen, keuchend, die Augen verdreht, während ich ihn auf den Boden sinken lasse. »Bitte, Annie«, wiederholt eine tiefe, heisere und zerbrochene Stimme. »Das Kind weiß nicht, was es tut. Lass ihn leben.« Der Wolf auf dem Bett bewegt sich und schiebt die Decke beiseite. Er setzt seine Füße vorsichtig auf und kämpft darum, sich aufzurichten. Schläuche und Drähte ragen in alle Richtungen aus seinem Körper: Manche leiten Flüssigkeiten ein, andere führen sie ab — ein Gewirr, so kompliziert, dass ich nicht sagen könnte, ob es ihn retten oder töten würde, wenn ich ihn von den Schläuchen und Drähten befreien würde. Wie lange ist er schon in diesem Zustand, dahinsiechend und jeden Tag ein Stück mehr seine Identität als Wolf verlierend? »Ich glaube, er weiß genug«, bringe ich mit Mühe hervor, mein Herz schmerzt bei dem Klang sei
POV: Lily Der Drang zu schreien ist überwältigend, doch ich unterdrücke ihn. Ich atme durch die Nase und versuche verzweifelt, meinen Herzschlag zu beruhigen. Mein Geist kann kaum begreifen, was meine Augen sehen: Der gebrochene Mann vor mir war einst ein Wolf. Was von ihm übrig ist, ist ein Konstrukt aus Metalldrähten, gedehnt und verzerrt. Teile wurden ersetzt, andere entfernt. Der Wolf selbst liegt in einem schmerzhaften Schlaf, seine Stirn für immer gezeichnet von Alter und Leid. Gefangen zwischen zwei Gestalten ist sein Körper mit Flecken roten Fells bedeckt. An seinem Schädel, dort wo man ihn nicht rasiert hat, um Metallplatten und Dioden anzubringen, sind seine wenigen Haare vorzeitig ergraut. Dorian Voss, einst stolzer Gamma des Rudels von Silbermond, ist nun nicht mehr als ein Geflecht aus Drähten, Röhren und Fleisch. Genau das hat die Stahlwache aus ihm gemacht. Ich habe meinen Vater nie kennengelernt. Doch tief in meiner Seele, tief in meinem Wolf, hat sich sofort ei
POV: Elliot Es ist nun drei Tage her, seit wir wissen, dass unsere Gefährtinnen im Osten sind und auf uns warten. Drei qualvolle Tage, an denen ich jeden Abend beim Einschlafen ihre Schreie der Qual in meinem Geist widerhallen höre. Doch wir haben einen Krieg zu gewinnen. Einen Krieg, von dem wir nicht einmal ahnten, dass wir ihn führen, bis wir mitten hineingeworfen wurden. Wir ziehen von Ort zu Ort, versammeln so viele Wölfe und Hexen wie möglich, verbünden uns und verbergen uns in den Wäldern, um uns zu stärken und zu heilen, während wir unseren Angriff auf Ashford Vale vorbereiten. Lucian hat uns alle zu seinen Leutnants ernannt, und er befehligt uns als Alphakönig. Auf unseren Reisen hat Lucian durch seine einzigartige Gabe der Heilung ganze Wolfsgruppen von dem Wahnsinn geheilt und ihnen geholfen, wieder zu sich selbst zu finden. Sogar die Hexen stehen uns zur Seite. Sobald Elowen und Harlem begannen, die kleinen Hexenzirkel zu kontaktieren und die getrennten Familien zusam
POV: Lily Die Menschen haben nicht damit gerechnet, dass wir uns wehren — ein Fehler, den sie schnell bereuen sollten. Dutzende Wölfe fletschen die Zähne und kratzen mit ihren langen, scharfen Krallen an den Gitterstäben ihrer Käfige. Mein Aufruf zu den Waffen war der Funke, der ihre Wut entfachte, nach Monaten der Gefangenschaft, der Folter und des Leids. Nun richtet sich die Wut von tausend Wölfen gegen ihre Peiniger, und zum ersten Mal verstehen die Menschen, die uns bewachen, eines: Sie haben einen Fehler gemacht, uns alle an einem Ort zu versammeln. Als mein Behälter auf den Betonboden hinabgelassen wurde, gefolgt von mehreren weiteren in einer endlosen Reihe, hallt der Raum bereits vom Knallen der Peitschen und von Schreien — Menschen und Wölfe durcheinander —, während beide Seiten um die Vorherrschaft kämpfen. Selbst im Käfig kämpft mein Volk wild entschlossen und beißt jede Hand, die töricht genug ist, sich zu nähern, während Energieblitze durch die Decke zucken und Zauber a
POV: Lucian Die Hexen übernehmen rasch die Führung bei der Suche. Bald brauchen Ash und ich nur noch zuzusehen. Ich mag ein kürzlich offenbarter Mischling sein, der erste Wolfsmagier seit Generationen — doch ich lerne noch, meine Kräfte zu beherrschen. Im Moment bin ich, abgesehen von roher Gewalt oder dem Betäuben einer ganzen Menge mit konzentrierter Lebensenergie, ziemlich nutzlos. »Wenn du mehr Hexer wärst, wärst du ein Zauberwirker«, erklärt mir Araminta. »Deine Gefährtin Lily ist eher eine Heckenhexe; sie schöpft ihre Kraft aus den Pflanzen um sich herum. Ihr seid beide außerordentlich mächtig, doch du bist wie ein zu ungeschliffenes Werkzeug. Du musst die Finesse lernen für das, was wir vorhaben. Leider hast du, da du nicht bei deiner Großmutter aufgewachsen bist, ihr Wissen nicht geerbt.« »Ihr kanntet meine Großmutter?«, frage ich und frage mich, ob es wohl eine einzige Hexe gibt, die sie nicht kennt. Sie antwortet nicht, lächelt nur und sagt: »Erinnere mich eines Tag
POV : LilyIch weiß jetzt, wie es sich anfühlt, wie ein Tier behandelt zu werden. Ich wusste, dass manche Menschen Wölfe und Hexen hassen. Ich bin mit den Lehren der Bruderschaft aufgewachsen, seit meiner frühesten Kindheit von ihren Grundsätzen durchdrungen.Doch erst heute sehe ich die Wahrheit dahinter. Es ist eine Sache zu lernen, dass Wölfe nichts weiter als Hunde sind — eine ganz andere aber, selbst so behandelt zu werden.Der Wagen, in den man mich gestoßen hat, besteht aus mehreren Käfigen, die sich zu Abteilen unterschiedlicher Größe zusammensetzen. Der Boden ist aus massivem Silber, das meine Haut verbrennt und blasenwerfen lässt, bis sie schließlich taub wird. Meine zarte Haut war auf diese Folter nicht vorbereitet. Sie haben gelacht, als sie mich hineingestoßen haben, und mir einen Lappen zugeworfen, der nach Erbrochenem und Urin stinkt — eine Barriere, ja, aber besser als der Geruch meiner eigenen Haut, und bei weitem besser als der, der von den Wölfen in den Nachbarkäfig







