LOGINEmma hatte nie an Werwölfe geglaubt – bis sie angekettet vor ihrem Rat stand, des Verrats beschuldigt und vor eine einzige Wahl gestellt wurde: sterben oder zur Stabilisatorin des brutalsten Alphas werden, der je gelebt hatte. Kade Ashford will keine Gefährtin. Er will nichts fühlen. Doch die menschliche Frau, die ihm aufgezwungen wird, unterdrückt seinen Wolf nicht – sie erweckt ihn. Jede Berührung ist verboten. Jeder Blick wird überwacht. Und jeder Herzschlag zieht sie näher an ein Band heran, das sie beide zerstören könnte. Denn wenn sich ein Alpha in seine Stabilisatorin verliebt, bricht er nicht nur die Regeln. Er bringt ganze Imperien zu Fall. Wird sie die Bestie zähmen ... oder den Mann entfesseln? Lies jetzt weiter und entdecke die verbotene Liebesgeschichte, die sich selbst dem Schicksal widersetzt.
View MoreEmmas Sicht
Ich glaubte nicht an Werwölfe, bis sie mich in Ketten vor ihren Rat schleppten.
Meine Hände hörten nicht auf zu zittern, während die Metallfesseln sich schmerzhaft in meine Handgelenke gruben. Der Raum roch nach poliertem Holz und Leder. Glaswände umgaben uns und gaben den Blick auf die funkelnde Stadt tief unter uns frei.
„Emma Rose Carter.“
Die Stimme der Frau ließ mich zusammenzucken. Ich hob den Kopf und blinzelte gegen die Tränen an, die unaufhörlich in meinen Augen aufstiegen.
Sie saß in der Mitte eines geschwungenen Tisches. Blond. Wunderschön auf eine Weise, die gefährlich wirkte. Ihr Anzug kostete wahrscheinlich mehr als alles, was ich besaß.
„Emma Rose Carter, Sie werden des Verrats am Nordamerikanischen Werwolfrat beschuldigt.“
„Ich habe—“
Meine Stimme brach.
Ich schluckte schwer und schmeckte Galle.
„Ich habe nichts getan. Bitte. Es muss ein Irrtum sein.“
Die Frau – Victoria Vale, wie sie sich zuvor vorgestellt hatte – lächelte.
Mir wurde übel.
„Die Beweise sprechen dagegen.“
Ein Bildschirm senkte sich von der Decke.
Entsetzen kroch meine Wirbelsäule hinauf, als Fotos erschienen.
Ich vor einem Lagerhaus, das ich noch nie gesehen hatte.
Ich, wie ich einem Fremden einen Umschlag übergab.
Ich in Cafés, die ich nie besucht hatte.
„Das bin nicht ich.“
Die Tränen liefen über.
Ich konnte sie nicht aufhalten.
„Ich war nie an diesen Orten. Ich arbeite in einem Blumenladen. Ich verkaufe nur Blumen.“
Meine Stimme wurde höher, Panik durchzog jedes Wort.
„Bitte, Sie müssen mir glauben. Ich weiß nichts über Werwölfe. Ich dachte ... ich dachte, sie wären nur Geschichten.“
Victoria tippte auf ihr Tablet und ignorierte meine Tränen, als wären sie bedeutungslos.
„Die GPS-Daten Ihres Telefons bestätigen diese Orte. Finanzunterlagen zeigen Einzahlungen in Höhe von insgesamt fünfzigtausend Dollar innerhalb von drei Monaten.“
„Was?“
Ich schüttelte so heftig den Kopf, dass es wehtat.
„Nein. Nein, ich habe nicht so viel Geld. Ich kann mir kaum Lebensmittel leisten. Bitte, jemand lügt. Jemand hat mir das angehängt.“
„Sie haben Territoriumskarten an Jäger verkauft“, fuhr Victoria fort, ihre Stimme kalt und endgültig. „Standorte von Rudel-Safehouses. Namen von Alpha-Familien und deren Kindern. Informationen, die vergangenen Monat zum Tod von drei Personen geführt haben.“
Die Worte trafen mich wie Schläge.
Drei Tote.
Sie glaubten, ich hätte etwas mit dem Mord an drei Menschen zu tun.
„Das habe ich nicht.“
Ich zerrte an den Ketten. Metall schabte über meine Haut.
Blut rann über meine Handgelenke, aber es war mir egal.
„Bitte, ich habe niemanden getötet. Ich würde so etwas nie tun. Ich könnte so etwas nicht.“
Schluchzer schnürten mir die Kehle zu.
Ich bekam keine Luft.
Konnte nicht denken vor lauter Angst, die durch meine Adern raste.
Victoria erhob sich und strich ihren Rock glatt.
Die anderen Ratsmitglieder – fünf Fremde, die mir die ganze Zeit regungslos beim Weinen zugesehen hatten – begannen ihre Sachen zusammenzupacken.
„Der Rat hat abgestimmt“, sagte Victoria.
„Sie werden bei Sonnenaufgang hingerichtet.“
Der Raum begann sich zu drehen.
Hingerichtet.
Sonnenaufgang.
Sechs Stunden.
„Nein.“
Das Wort klang gebrochen und verzweifelt.
„Nein, bitte. Bitte töten Sie mich nicht. Ich habe das nicht getan.“
Tränen verschleierten meine Sicht.
Ich konnte nicht aufhören zu weinen.
Konnte die Schluchzer nicht kontrollieren, die meinen Brustkorb erschütterten.
Mein ganzer Körper zitterte.
„Bitte“, flehte ich und hasste mich dafür, wie erbärmlich ich klang, war aber viel zu verängstigt, um mich darum zu kümmern. „Ich bin unschuldig. Testen Sie mich. Verhören Sie mich. Ich mache alles. Bitte, nur—“
„Ihre Bitte wurde zur Kenntnis genommen“, sagte Victoria und wandte sich ab.
„Ich habe eine Schwester!“
Die Worte brachen in purer Verzweiflung aus mir heraus.
„Lily. Sie ist erst neunzehn. Sie braucht mich. Bitte, wenn Sie mich töten, ist sie ganz allein. Sie ist alles, was ich noch habe. Bitte.“
Victoria blieb stehen.
Etwas veränderte sich in ihrem Gesichtsausdruck.
„Interessant, dass Sie sie erwähnen.“
Sie tippte auf ihr Tablet.
Der Bildschirm wechselte.
Mein Herz blieb stehen.
Lily.
Meine kleine Schwester.
Sie saß in einem grauen Betonraum.
Ihre Hände waren hinter dem Rücken gefesselt.
Tränen liefen über ihr Gesicht.
Ihre Lippen bewegten sich.
Sie weinte.
Rief nach mir.
„Nein!“
Mein Schrei hallte von den Glaswänden wider.
„Tun Sie ihr nichts an! Bitte, Gott, bitte tun Sie ihr nichts an!“
Ich riss so heftig an den Ketten, dass die Wachen einen Schritt nach vorne machten.
Es war mir egal.
Ich sah nur Lilys verängstigtes Gesicht.
„Sie hat nichts getan“, schluchzte ich.
„Sie ist unschuldig. Sie weiß nichts davon. Bitte. Ich flehe Sie an. Tun Sie meiner Schwester nichts an.“
Victoria umrundete langsam den Tisch.
Ihre Absätze klickten auf dem Boden.
„Ihre Schwester ist tatsächlich unschuldig. Deshalb bieten wir Ihnen eine Wahl an.“
Ich konnte nicht sprechen.
Konnte durch meine Tränen kaum sehen.
„Welche Wahl?“, flüsterte ich.
„Der Rat beschäftigt Spezialisten, die man Stabilisatoren nennt“, sagte Victoria. „Seltene Menschen, deren biologische Präsenz Alpha-Wölfe beruhigt. Sie besitzen die entsprechenden genetischen Marker.“
Verwirrt und voller Angst schüttelte ich den Kopf.
„Ich verstehe nicht. Bitte, ich verstehe das nicht.“
„Mächtige Alphas sind emotional instabil. Stabilisatoren regulieren diese Instabilität. Sie würden einen Zehnjahresvertrag unter Überwachung erfüllen und anschließend freigelassen werden.“
Zehn Jahre.
Zehn Jahre meines Lebens.
„Was bedeutet das?“
Meine Stimme zitterte.
„Was müsste ich tun?“
„Sie werden zu einem lebenden Werkzeug für Alpha Kade Ashford.“
Victoria machte eine kurze Pause.
„Den gefürchtetsten Wolf Nordamerikas.“
Neue Tränen liefen über meine Wangen.
„Und wenn ich Nein sage?“
Victoria deutete auf den Bildschirm.
Auf Lily.
Weinend und allein.
„Dann stirbt Ihre Schwester gemeinsam mit Ihnen bei Sonnenaufgang.“
Ein Schluchzen brach aus meiner Kehle.
Ich starrte auf Lilys Gesicht, auf ihre Tränen, und spürte, wie etwas in meiner Brust zerbrach.
„Tun Sie ihr nichts“, flehte ich. „Bitte. Ich mache alles. Tun Sie Lily nur nichts an.“
„Dann akzeptieren Sie den Vertrag.“
Ich schloss die Augen.
Heiße Tränen liefen über mein Gesicht.
Ich dachte an den Blumenladen meiner Großmutter.
An Lilys Traum, Kunst zu studieren.
Daran, dass sie die einzige Familie war, die mir noch geblieben war.
„Okay.“
Ich brachte das Wort kaum heraus.
„Okay. Ich mache es. Bitte tun Sie ihr nur nichts an.“
Victoria lächelte.
„Eine ausgezeichnete Entscheidung.“
Die Wachen öffneten meine Fesseln.
Ich brach nach vorne zusammen und fing mich mit meinen aufgerissenen, blutenden Händen ab.
Mein ganzer Körper bebte unter Schluchzern, die ich nicht kontrollieren konnte.
Sie brachten mich in eine Zelle.
Ich rollte mich auf der Betonbank zusammen und weinte, bis meine Kehle wund war und meine Augen brannten.
Alles tat weh.
Meine Handgelenke bluteten.
Meine Brust fühlte sich an, als hätte man sie aufgeschnitten.
Das konnte nicht real sein.
Gestern hatte ich noch Rosen für eine Hochzeit arrangiert.
Heute tauschte ich mein Leben gegen Lilys.
Aber sie würde in Sicherheit sein.
Das war alles, was zählte.
Sie würde in Sicherheit sein.
Die Tür öffnete sich viel zu früh.
„Die Zeit ist um“, sagte eine Wache, nicht unfreundlich. „Kommen Sie.“
Mit zitternden Händen wischte ich mir über das Gesicht, doch die Tränen hörten nicht auf.
Er führte mich durch helle Flure, einen Aufzug hinunter und schließlich in eine Tiefgarage.
Dort wartete ein schwarzes Auto.
Getönte Scheiben.
Keine Kennzeichen.
Und daneben stand—
Mir stockte der Atem.
Er war groß.
So groß, dass ich den Kopf in den Nacken legen musste.
Breite Schultern.
Ein schwarzer Anzug, der teuer und gefährlich wirkte.
Kurze dunkle Haare.
Ein markantes Kinn, fest angespannt.
Aber seine Augen.
Grau.
Kalt.
Leer.
Er sah mich an, als wäre ich nichts.
Als würden meine Tränen nichts bedeuten.
Als würde ich als Mensch überhaupt nicht existieren.
Neue Schluchzer stiegen in meiner Kehle auf.
„Alpha Ashford“, sagte die Wache. „Die neue Stabilisatorin.“
Kade Ashfords Miene veränderte sich nicht.
Ohne ein Wort zu sagen und ohne mich noch einmal anzusehen, öffnete er die Autotür.
Die Hand der Wache legte sich auf meine Schulter.
„Steigen Sie ein.“
Kade's Pov Ich fing Fens Angriff ab, bevor er Marcus erreichen konnte. Mein Körper bewegte sich instinktiv, schlug in seine Seite und richtete seinen Schwung um. Wir stürzten zusammen zu Boden, seine Kiefer schnappten Zentimeter von meinem Gesicht entfernt. Sein Atem war heiß und zerlumpt, seine Augen waren völlig wild. "Fen, hör auf damit." Ich stieß ihn zurück, wodurch Distanz geschaffen wurde. "Ich will dich nicht verletzen." Er antwortete nicht mit Worten. Er antwortete mit einem leisen, gefährlichen Knurren, das nichts von seinem üblichen kontrollierten Verhalten hatte. Seine Muskeln verklumpten sich, bereit, erneut anzugreifen. "Maeve!" Rief ich und erinnerte mich an ihre frühere Erwähnung der beruhigenden Energiefähigkeiten. "Ich brauche deine Hilfe!" Sie erschien Augenblicke später, Rowan dicht hinter ihr. Beide beurteilten die Situation schnell, ihre Gesichtsausdrücke verlagerten sich zu Alarm, als sie Fens wilden Zustand aufnahmen. "Seine Verbindung zu Aldric." Maeves
Emmas Pov Die Boote fuhren schnell durch dunkles Wasser. Die Leute von Maeve und Rowan behandelten die Schiffe mit geübtem Geschick, obwohl die Spannung alle an Bord packte. Der Ozean spritzte Kälte gegen mein Gesicht, und ich hielt meine Augen auf die Insel gerichtet, die vor uns immer größer wurde. "Die Festung nähert sich in fünf Minuten." Rowans Stimme überquerte das Wasser vom Bleiboot. "Kade, ist dein Team bereit?" "Bereit." Kade überprüfte seine Ausrüstung ein letztes Mal, sein Kiefer war fest. Ich stand neben ihm, Serena in der Nähe. Die Erschöpfung zog immer noch an meinem Körper vom mentalen Kampf mit Victoria, aber ich drückte es nach unten. Es gab jetzt keinen Raum für Schwäche. "Denken Sie daran", sagte Serena, "wir gehen direkt zu den unterirdischen Kammern. Die Bombe sollte sich auf der tiefsten Ebene befinden, basierend auf dem, was Sie gesehen haben." "Und der Kern?" Fragte ich. "Wahrscheinlich in der Nähe von Victoria selbst. Sie würde nichts so Wichtiges von
Kade's Pov Emmas Körper blieb still neben mir, ihre Augen waren geschlossen, trotz der offensichtlichen Spannung, die sich über ihre Gesichtszüge aufbaute. Ihre Hände waren kalt in meinen, ihre Atmung war flach und ungleichmäßig. "Etwas passiert." Serenas Stimme war dringend, als sie die Überwachungsgeräte beobachtete, die sie um Emmas Stuhl herum aufgestellt hatte. "Ihre Energiesignatur nimmt schnell zu." "Victoria hat sie gefunden." Trotz meiner früheren widerstrebenden Vereinbarung, diesen gefährlichen Spiel zuzulassen, hat sich die Angst in meiner Brust aufgebaut. Ich kannte das Risiko. Ich hatte sowieso zugestimmt und jetzt war Emma in Victorias Kopf gefangen, ohne dass ich sie erreichen konnte. "Wir müssen eingreifen." Marcus ging auf uns zu. "Noch nicht." Serena hob eine Hand. "Wenn wir jetzt unterbrechen, verlieren wir alle Informationen, die Emma möglicherweise bereits gesammelt hat. Noch wichtiger ist, dass wir sie dauerhaft in dem mentalen Raum einfangen könnten, in de
Emmas Pov Die Dunkelheit verschlang mich in dem Moment, als ich nach der befleckten Verbindung griff. Aber dieses Mal habe ich mich absichtlich vorwärts gedrängt. Ich wurde nicht untergezogen. Ich schwamm auf etwas zu. Bilder begannen sich um mich herum zu bilden. Zuerst gebrochen, wie zerbrochenes Glas, das Fragmente von Orten widerspiegelt, die ich noch nie gesehen hatte. Dann begannen die Teile zusammenzupassen und bauten etwas Festes, etwas Echtes auf. Ich stand in Victorias Festung. Das Layout breitete sich vor mir mit erschallender Klarheit aus. Steinkorridore, die sich in alle Richtungen erstrecken. Unterirdische Kammern, die untereinander gestapelt waren und durch schmale Treppenhäuser und verstärkte Türen verbunden waren. Sicherheitskontrollen mit bewaffneten Wachen markiert. All das ist irgendwie aus Victorias eigener Perspektive sichtbar, als würde ich mir ihre Augen ausleihen. Ich bewegte mich tiefer, folgte dem Faden der Verbindung und fand etwas, das Dorian nie erwä
Emmas SichtIch wachte auf, als in der Ecke des Zimmers ein rotes Licht blinkte.Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen, bevor mir wieder einfiel, wo ich war.Das Anwesen.Kades Anwesen.Mein Gefängnis.Die Kamera starrte von der Decke auf mich herab.Langsam setzte ich mich auf. Jeder Muskel schmer
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