DianeDas Frühstück ist ein Theater der Stille. Der Speisesaal, riesig und eisig trotz der Sonne, die durch die hohen Fenster fällt, hallt wider vom einzigen Klirren des Porzellans. Mein Vater sitzt bereits da, hinter der Financial Times, einer Papierbarriere, die ihn von mir trennt, von der Welt, von der Realität, die er geschaffen hat.Ich setze mich. Das Geräusch des Stuhls, der über das Parkett gezogen wird, ist ein Schuss in der Stille. Er senkt langsam seine Zeitung. Sein Blick, kalt und abschätzend, wandert von meinen Füßen zu meinem Kopf. Ich trage ein schlichtes Kleid, eine Rüstung aus Seide und Wolle. Ich fühle mich durchsichtig. Ich weiß, dass er die Augenringe sieht, die Blässe, aber vor allem spüre ich, wie sein Blick forscht, um Risse zu entdecken, die Zeichen der Nacht. Sucht er die zerbrochene Frau der Morgendämmerung oder die entschlossene Frau, die Liam gezwungen hat aufzustehen?– Diane.Eine Begrüßung, kein Guten Morgen. Seine Stimme ist flach, ohne Tonfall.– Ich
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