Die Nacht war längst vergangen, aber der bittere Geschmack von Erschöpfung auf meiner Zunge blieb. Als ich die Augen öffnete, drang nur ein schwaches, graues Licht durch die Ritzen der alten Scheune, in der wir Schutz gesucht hatten. Der Geruch von trockenem Heu und altem Maschinenöl lag in der Luft, aber das Kribbeln in meinem Kopf war das Einzige, was sich wirklich real anfühlte.Ich setzte mich ruckartig auf und zog mir die dunkle Wolldecke bis zum Kinn hoch. Ich dachte, Julian wäre bei mir, doch sein Platz auf dem staubigen Boden war leer. Panik stieg in mir auf, bis das metallische Klicken einer Waffe mich zurück in die Realität holte.Er stand am Scheunentor, die Silhouette massiv gegen das fahle Licht. Julian trug wieder diese kühle, unnahbare Maske, während er die Patronen einzeln in das Magazin drückte. Er wirkte, als hätte er die ganze Nacht kein Auge zugetan, doch seine Bewegungen waren präzise und kraftvoll.„Du bist wach“, stellte er fest, ohne sich umzusehen. „Iss etwas.
Read more