Valentina Die Nacht ist über Mexiko-Stadt hereingebrochen, als Lucien mich abholt. Diego ist ausgegangen, gerufen von Chiara, schon wieder sie, immer sie, und ich habe eine Nachricht erhalten: "Heute Abend. Der Keller. Große Käufer. Komm allein." Ich ziehe ein schwarzes Kleid an, schlicht, elegant, das, welches Diego mir geschenkt hat und das ich nie getragen habe. Im Spiegel wirft mir mein Spiegelbild das Bild einer Frau zurück, die ich kaum noch wiedererkenne – härter, entschlossener, die Augen umringt von Schatten, aber glänzend von einem neuen Feuer. Lucien erwartet mich in einer dunklen Straße, an sein Auto gelehnt. Er rauchte, das Glimmen seiner Zigarette tanzte in der Dunkelheit. „Valentina." „Lucien." Er öffnet die Wagentür, ich steige ein. Das Auto fährt los, wir verschlucken die Straßen von Mexiko-Stadt, ihre Lichter, ihre Schatten, ihre Gefahren. Wir halten vor einer stillgelegten Lagerhalle, in einem Viertel, das ich nicht kenne. „Hier?" „Hier." Das Innere ist ei
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