LeonardoDer Kies knirscht unter den Reifen. Das Herrenhaus erhebt sich, massiv, wie ein Tier mit geschlossenen Lidern, das erwacht, wenn man sich nähert. Die Fenster spiegeln das Licht der Scheinwerfer in kalten Streifen. Die Nachtluft peitscht mir ins Gesicht, als ich die Tür öffne; sie riecht nach Stein und Feuchtigkeit, sie trägt bereits den vertrauten Duft des Anwesens, jenen nach gealterten Teppichen, Wachs und Geheimnissen, die sich unter den Möbeln ansammeln.Meine Frauen richten sich kaum auf, noch erschüttert vom Streit, vom Adrenalin, das ihre Hände vibrieren lässt. Sie halten die Blicke gesenkt, zerknirscht und trotzig zugleich, wie Kinder, die wissen, dass man sie gesehen hat, sich aber weigern, eine Schwäche zu zeigen. Sie sind es gewohnt, zu meinen Füßen zurückzukehren; sie wissen, dass jede Handlung gewogen, beurteilt, entschieden wird. Sie kennen meine Methode: sehen, zuhören, zerlegen. Ich lasse sie warten, koste das Warten aus, wie man den Schwindel vor dem Sturz au
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