Die ersten Tage der Flucht durch die Sabiner Berge waren gnadenlos. Der Pfad stieg steil an, wurde schmal und gefährlich. Lose Steine rollten unter ihren Füßen weg, der Wind pfiff kalt durch die Schluchten, und die Nächte brachten beißende Kälte mit sich. Marcus trug die schwere Tasche mit ihren wenigen Habseligkeiten und oft auch Valeria, wenn das Gelände zu schwierig wurde. Livia folgte dicht hinter ihm, eine Hand immer am Felsen, die andere bereit, blaues Feuer zu rufen. Valeria Aurelia Luna war tapfer – tapferer, als ein Kind in ihrem Alter sein sollte. Sie weinte selten laut, doch ihre großen golden-blauen Augen waren voller Fragen und Angst. Wenn sie müde wurde, klammerte sie sich an Marcus’ Hals und flüsterte: „Papa… wann sind wir zu Hause?“ Marcus’ Antwort war immer dieselbe, sanft und fest: „Wir suchen gerade ein neues Zuhause, meine Kleine. Eines, wo niemand uns finden kann.“ In der dritten Nacht fanden sie eine kleine, halb verfallene Hirtenhütte unter einem überhängen
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