Die Unterstadt von Rom roch nach Armut, Gewürzen und Verzweiflung. Enge Gassen, halb verfallene Insulae und der ständige Lärm von Menschen, die versuchten, den Bürgerkrieg zu überleben. Marcus und Livia bewegten sich wie Schatten, das Amulett von Lucius fest um Livias Hals. Es dämpfte ihre Magie genug, dass Spürzauber sie nicht sofort fanden.Der alte Priester der Venus, ein gebeugter Mann namens Titus mit milchigen Augen und sanfter Stimme, erwartete sie in einem verborgenen Keller unter einem heruntergekommenen Tempelchen. Er stellte keine Fragen. Er sah nur das purpurne Leuchten, das selbst durch das Amulett schwach hindurchschimmerte, und nickte.„Die Göttin hat euch geschickt. Kommt.“Er gab ihnen einen sicheren Raum – fensterlos, aber warm, mit einem weichen Lager, frischem Wasser und heilenden Kräutern. Drei Tage lang durften sie sich nicht hinauswagen. Drei Tage, in denen ihre Wunden langsam heilten und ihre erschöpften Körper endlich zur Ruhe kamen.Am dritten Morgen erwachte
Read more