Kapitel 123Der Mann, der weggelaufen warJONATHAN (Perspektive)Die Schritte verstummten. Niemand im Tresorraum wagte zu atmen.Dann tauchte eine Hand am Rand der Stahltür auf – blass und zitternd –, und ein Mann stolperte mit erhobenen Armen ins Licht. Er trug keine Kopfbedeckung, war unrasiert, sein Hemd war am Kragen zerrissen und ein Auge war halb zugeschwollen. Der rechte Ärmel war bis zum Ellbogen hochgeschoben, und an der Innenseite seines Handgelenks sah ich im Lichtkegel von Catalinas Taschenlampe drei kleine blaue Striche.„Daniel“, sagte Vivienne.Sie sprach den Namen aus wie jemand, der etwas benennt, das er im Dunkeln gefunden hat. Ich spürte, wie sie sich neben mir bewegte und dann innehielt, als hätte ihr eigener Körper ihr den Dienst versagt.„Nicht“, sagte Daniel heiser. „Bitte. Ich bin unbewaffnet. Ich bin nicht hier, um irgendjemandem wehzutun.“ Sein gesundes Auge suchte mich, huschte dann aber sofort wieder weg. „Ich versuche schon seit zwei Tagen, Sie zu finden,
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